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Die sehr gefällige und manchmal als zu glatt und amerikanisch kritisierte Produktion erinnert an "Court and Spark". Mit E-Gitarren, E-Pianos und Background-Vocals im Rücken ergibt sich ein sehr kompakter und fast poppiger Sound, der in einem spannenden Kontrast zu den gewohnt komplexen Songstrukturen und den differenzierten Texten steht.
Der Opener führt geradlinig relaxed in das Album ein. "Edith and the kingpin" ist ein klassischer Mitchell im weichen Easy-listening Sound mit wunderschönen Bläser- und Chorpartien. "Dont interrupt the sorrow" stellt das exquisite Gitarrenspiel in den Mittelpunkt und nimmt mit der spröden Melodie und der vibrierenden Instrumentierung die Stimmung von "Hejira" vorweg. "Shades of scarlet conquering" ist für mich einer der schönsten Songs überhaupt. Geschmeidig und exquisit mit Streichern unterlegt, leuchtet der Text intensiv in das Innenleben einer Frau.
Der Titelsong ungewohnt groovy und elegant, aber mit einem Text, der unter die Hut geht.
"Boho dance" komplex in der Struktur und beißend offen im Text, kleidet sich in ein wunderschönes Bläser-Riff.
"Harrys house" gönnt sich einen charmanten Ausflug in den Jazz-Standard "Centerpiece".
Im Kontext mit dem Gesamtwerk stellt dieses Album für mich in sofern einen Break dar, als es sich entgültig von der hippiesken und zum Teil aufgekratzten und versponnenen Stimmung der früheren Alben verabschiedet. Der Ton ist ruhiger, verklärter, entspannter und erwachsener. Dies spiegelt sich auch im tieferen Timbre der Sängerin wieder.
Zwei negative Ausreißer verschweige ich nicht: "The jungle Line" läuft mit seinen etwas antiqierten Moog-Experimenten und ohne richtige Song-Idee ins Leere. "Shadows and light" ist formal interesant, aber auch hier erscheinen die analogen Synthi-Klänge überholt und der ganze Song zu starr und verkopft.
Insgesamt ist dieses Album eine weitere aufregende Reise in die Songwelt von Joni Mitchell. Ein Album, dass sich vordergründig mit geschmeidigem Easy-listening-Appeal einschmeichelt, um dann mit hochkomplexen Songstrukturen und schneidend klar beoachtenden Texten zu treffen.
ein Klassier - ein weiterer Meilenstein.
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