Passender könnte ein Albumcover nicht sein. Of Montreal, bez Kevin Barnes haben mit diesem Album etwas geschaffen, das Himmel und Hölle, Licht und Schatten, gut und böse gleichzeitig ist.
Die gute Seite wirkt zumindest musikalisch auf den ersten und auch zweiten Eindruck ganz klar stärker. Lieder wie "A Sentence of Sorts in Kongsvinger" oder auch "Labyrinthian Pomp" sind ein einziger Ritt aus süßen Melodien und haufenweise guter Einfälle (letzters gilt im Grunde fürs ganze Album). Allerdings tuen sich wenn man genauer hinsieht wahre Abgründe auf. Plötzlich wirkt die ganze Fröhlichkeit seltsam verzerrt, wie die Melodie von "Faberge falls for Shuggie" und der Gesang ist plötzlich eher flehend als ausgelassen. Und wer bei "The Past is a Grotesque Animal", dem Herzstück des Albums, noch nicht gemerkt hat, dass Kevin Barnes beim machen dieser Platte unter Depressionen litt, mit dem stimmt etwas nicht.
Dieses Wechselspiel, nein, diese Verbindung von Trauer und Glück, Verzweiflung und Euphorie spiegelt das Cover wider: Bunte Mosaike umrahmt von pechschwarzer Dunkelheit.
Deshalb ist "Hissing Fauna, are You the Destroyer?" absolut hörenswert: Es hat sowohl bunte Melodien, die gleichzeitig verzweifelte Aufschreie sind, experimentell und garantier nicht langweilige Songstrukturen, als auch einen lyrischen Perfektionismus, der überwältigend ist, zu bieten. Man darf sich von dem Grusel dieser Platte nicht abschrecken lassen, er fällt oberflächlich überhaupt nicht auf, erst wenn man den doppelten Boden erkennt. Das allein ist schon ein Kunststück. Ein Meisterwerk, ohne Frage.