Vor kurzem gewann ich dieses Buch bei einem Gewinnspiel. Von Tanja Schröder hatte ich vorher noch nie etwas gehört und war dementsprechend gespannt, hatte aber keine hohen Erwartungen.
Um so schöner fand ich es dann, dass mich die Geschichte von Karen und Lucas schnell gefangen nahm und wirklich gut geschrieben ist. Leider ist das Buch ja sehr dünn, weshalb die schönen Lesestunden viel zu schnell vergingen...
In "Dunkles Erbe" trifft man nicht auf die Klischeebehafteten Vampire á la Dracula, sondern auf eine Eigenkreation der jungen Autorin. Natürlich sind sie Blutsauger und meiden bis auf eine Ausnahme das Sonnenlicht, aber diese Tatsachen stehen nicht im Vordergrund und sind die einzigen Gemeinsamkeiten mit den klassischen Vampiren. Es gibt zwei, drei Szenen, in denen auf teils recht brutale Art Menschen ausgesaugt werden, auch kurze erotische Momente, die aber sehr gelungen beschrieben wurden, sind zu finden. Trotz der recht einfachen Sprache schafft es Tanja Schröder nicht billig oder vulgär zu klingen. Ihre Ausdrucksweise hat es mir angetan, schlicht, aber dennoch treffend. Dadurch kann man sich alles sehr gut bildlich vorstellen.
Die Geschichte an sich ist nicht wirklich spektakulär. Karen sucht ihren Vater Lucas, den sie nie zu Gesicht bekam, da er ihre Mutter kurz nach ihrer Geburt verließ. Nach dem Tod ihrer Mutter möchte Karen endlich ergründen, weshalb Lucas damals ging. Sie weiß um sein Dasein als Vampir und sucht ihn gezielt des Nachts in der Dunkelheit. Mit ihrer Fähigkeit die Gedanken anderer zu lesen, hofft sie auf den entscheidenden Hinweis.
Doch sie wird beobachtet. Jarout, ebenfalls ein Vampir, ist ihr seit Wochen auf den Fersen. Er kennt Lucas und hat einen hinterlistigen Plan ausgeheckt, den er nur mit Karen an seiner Seite umsetzen kann. Mit seiner Hilfe gelangt sie in Lucas' Haus, doch er selbst ist zur Zeit auf Reisen. Mit Hilfe von Jarout und den übrigen, nicht immer freundlich gesinnten Bewohnern des Hauses, erfährt Karen Stück für Stück mehr über ihren Vater. Einiges ist nicht so, wie sie es erwartet hat.
Durch kurze Kapitel in denen Lucas selbst zu Wort kommt, ist man als Leser gedanklich schon immer einen Schritt voraus und wartet gespannt auf Karens Reaktionen.
Eine spannende, fesselnde Vampirstory, die leider viel zu kurz ist und an der spannensten Stelle endet. Dieser erste Teil und der zweite Band "Blut der Finsternis" hätten meiner Meinung nach als komplettes Buch gedruckt werden sollen, zumal knapp 13 € für 189 Seiten doch recht happig sind. Hätte ich das Buch nicht zufällig gewonnen, hätte ich es sicher nie zu diesem Preis gekauft. Deshalb bin ich froh, dass ich so nun doch in den Genuss dieser Lektüre gekommen bin, denn zu empfehlen ist sie allemal!