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Das Hirn muss einen Saumagen haben
 
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Das Hirn muss einen Saumagen haben [Taschenbuch]

Thomas Maurer


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Aus der Amazon.at-Redaktion

Nach mehreren erfolgreichen Soloprogrammen seit 1989 gehört Thomas Maurer zu den besten politischen Kabarettisten Österreichs. Sein letztes Kabarettprogramm Zwei echte Österreicher (gemeinsam mit Florian Scheuba) ist eine pointierte Bloßstellung von Jörg Haider und seiner FPÖ. Weitere Bekanntheit erlangte Maurer durch sein Mitwirken in der Comedy-Serie Die kranken Schwestern, die im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Seit nunmehr fast fünf Jahren schreibt Thomas Maurer einmal wöchentlich eine Medien- und Kulturkolumne in der Tageszeitung Kurier. Dabei hat er's natürlich leicht. Denn mit der österreichischen Printmedienlandschaft (von News über Die Presse bis zur Kronenzeitung), 32 (Privat-)Fernsehsendern und der politischen Situation in Österreich steht ihm ein sehr weites Feld zur Verfügung. Und er beackert es gekonnt.

Das Hirn muss einen Saumagen haben versammelt ausgewählte Kolumnen von Thomas Maurer. Ob Demi Moores Omnipräsenz in einer Wiener Programmzeitschrift, das Fernsehprogramm als solches unter besonderer Berücksichtigung der Ablehnung saisonaler Sportübertragungen, der Kampf Christkind gegen Weihnachtsmann, Arabellas "Betroffenheit" über das Sektenunwesen ("Sektenbeauftragter der katholischen Kirche klingt wie Greißler-Beauftragter der Firma Billa", Zitat T. M.), die Auferstehung von Superman... aber durchaus auch der unwürdige Umgang mancher Zeitungen mit der Tatsache, dass Markus Omofuma seine Abschiebung nicht überlebt hat: Selbst Jahre nach dem erstmaligen Erscheinen und losgelöst vom aktuellen Tagesgeschehen erfreuen diese bissig und mit großartigem Wortwitz formulierten Artikel, in denen sich Scharfblick, Humor und politische Haltung äußerst erfrischend vereinen. --Christa Petri

Kurzbeschreibung

"Das Hirn, die Post und die Moderne" lautete 1995 der Titel der ersten Kolumne des österreichischen Kabarettisten Thomas Maurer in der Wiener Tageszeitung "Kurier". Wörtlich schrieb Maurer damals:"Alleine heute habe ich mich durch etliche Tages-, Wochen- und Monatsperiodika geackert, ein Buch angefangen, mehrfach telephoniert, zwei Faxe verschickt, eines empfangen, radiogehört, gefernseht, Plakate bemerkt, Post bekommen, meinen Anrufbeantworter abgehört, fremde besprochen, eine post-it-Haftnotiz von der Wohnungstür gepflückt ("Die Abstellung von Fahrrädern im Hausflur ist untersagt das gilt auch für sie Hauswart"), Geld überwiesen, allerlei Gespräche geführt und mir in einem unkonzentrierten Moment eine vierfarbig gedruckte freiheitliche Wahlwerbung in die Hand drücken lassen. Bis auf morsen, Semaphor, Telepathie und E-Mail habe ich praktisch jede Möglichkeit der modernen Kommunikation genutzt. Ich kann gleichzeitig telephonieren, radiohören, Zeitung lesen und eine Käsesemmel verzehren. Ohne zu wetten. Einfach so. Würde ich umgekehrt versuchen, beim Radiohören neben der Käsesemmel simultan auch noch? beispielsweise? Cremekrapfen, Fischsuppe, Kaugummi und Müsliriegel zu mir zu nehmen, täte ich wahrscheinlich schön schauen. Das Hirn muss einen Saumagen haben." Seit damals lädt Maurer jeden Sonntag in seine "Medienmanege": sprachgewandt, witzig und oft auch politisch provokant. Das vorliegende Buch ist eine Sammlung der klassischen Marke "Best of"? aus dem PC eines der führenden Kabarettisten des deutschsprachigen Raumes. In diesem Sinn gilt für dieses Buch, was Thomas Maurer 1995 an den Schluss seiner ersten "Medienmanege" setzte: "Ich möchte Sie also herzlich einladen, diese Kolumne regelmäßig zu lesen: Es kann Ihnen zumindest nicht schaden.""Sa., 27. September 1997. PHILATELISTISCHE PHÄNOMENE. Es ist eines, daß es dem im kollektiven Trauertaumel liegenden britischen Staatsvolk gelungen ist, zu Ehren Diana Spencers erstmals in der Geschichte die Halbmast-Beflaggung von Buckingham Palace zu erzwingen. (Ich als Queen hätte das ja schon nicht durchgehen lassen. Tradition ist schließlich Tradition; gibt man erst in diesen Kleinigkeiten nach, sitzt man auch schon schwuppdiwupp im St. Moritzer Exil oder wird unter lebhaftem Jubel enthauptet.) Ganz was anderes aber ist, daß jetzt auch noch die Jubiläums-Briefmarken-Edition anläßlich der goldenen Hochzeit von Queen Elizabeth und Prince Philip nicht anläßlich der goldenen Hochzeit, sondern, "aus Pietät", gut drei Monate danach erscheinen wird. Spätestens aber, wenn nicht einmal mein fünfzigster Hochzeitstag halbwegs pünklich von der Post gewürdigt würde, wäre ich als Queen doch ziemlich angefressen. "Für was bitte bin ich hier eigentlich die Königin?" würde ich zornig ausrufen, "So Obstinatheiten kann ich bitte alser demokratisch Gewählter auch ham." Und läge mit dieser Ansicht gründlich daneben. Bundespräsident Klestil nämlich erhält von Post und Republik pünklich zum 65. Geburtstag eine 7-Schilling-Sondermarke, gestaltet im zeitlosen Nicolae-Ceaucescu-Weichzeichner-und-Retusche-Portraitphotostil. Irgendwie finde ich das fragwürdig. Nicht das ich's ihm neidig wäre: den eigenen Kopf auf einer Briefmarke zu sehen ist ja - aufgrund der endgültigen, quasipostumen Nekrologhaftigkeit dieser Ehrung - ein allenfalls gemischtes Vergnügen. Auf einer Briefmarke ist man zwar nicht so definitiv tot wie auf einem Geldschein, aber doch ziemlich. (Kurze Zwischenfrage: Ist das eigentlich üblich? War das immer schon so? Daß lebendige Bundespräsidenten noch während ihrer Amtsausübung mit Briefmarken geehrt werden? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals bewußt Rudolf Kirchschläger abgeleckt und aufgepickt zu haben..."Thomas Maurer, geboren 1967. Bis heute herrscht Uneinigkeit unter Horoskop-Lesern, ob er ein typischer oder untypischer Krebs ist, dazu müsste man den Aszendenten wissen. 1985 ruhmloser Abschluss der schulischen Laufbahn. 1986 Beginn einer Buchhändler-Lehre, "weil man dann nachher ja doch was in der Hand hat". Erster Erfolg beim Talentwettbewerb "Sprungbrett" 1988 im Kabarett Niedermair. Der Buchhandel beginnt rapide an Faszination einzubüßen. 1. Soloprogramm "Unterm Farkas hätt's des net geben". 1989 Absolvierung des Zivildienstes. Seither charakterlich gefestigt. 1990 Programm mit Josef Hader: "Die Zwei"; seit damals sechs weitere Soloprogramme. Seit November 1995 Kolumnist bei der Tageszeitung "Kurier". Außerdem Schauspieler und Drehbuchautor.

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