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Hiobs Spiel. Frauenmörder: Erstes Buch
 
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Hiobs Spiel. Frauenmörder: Erstes Buch [Gebundene Ausgabe]

Tobias O. Meißner
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Eichborn (August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821806915
  • ISBN-13: 978-3821806914
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,7 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 395.826 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tobias O. Meißner
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ich muss zugeben (bei dieser Buchbesprechung werde ich ausnahmsweise persönlich, deshalb der vertrauliche Tonfall), dass mir der Umschlagtext dieses Romans anfangs jegliche Leselust verdorben hat. Da steht unter anderem: "Das gesamte Projekt ist auf eine Dauer von fünfzig Jahren angelegt. Die Zahl der Bände ist nicht festgelegt, stilistisch ist alles erlaubt." Auch die Typografie des Bandes schlägt über jegliche Stränge. Galoppierender Größenwahn eines Jungautors, den der Verlag nicht im Zaum halten konnte? Tobias Meißner benötigt keine 30 Seiten, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Hiob Montag ist ein Getriebener. Sein Großvater war ein mächtiger Magier, seine Mutter eine Hexe, und er hat den Kampf gegen das Böse angetreten. Nein, wir befinden uns nicht in Mittelerde, sondern im Berlin (und Barranquilla, Chile und Fredericksburg, USA und Hinterkaifeck, Bayern) unserer Gegenwart (und Vergangenheit). Hiob hat es schlicht und ergreifend satt mitanzusehen, wie unser schöner und schrecklicher Planet der Hölle immer ähnlicher wird. Er hat die Macht sich einzumischen und er hat den Mut dazu. Einzig mit der Erfahrung hapert es noch ein wenig, aber der Appetit kommt beim Essen und das Rhythmusgefühl beim Tanzen. Wer eine Wette mit dem Teufel abgeschlossen hat, kann sich seine Mittel nicht immer aussuchen.

Ohne Meißner irgendwelche literarischen Vorbilder andichten zu wollen: Jenseits der gängigen Faust-Verabenteuerlichungen (Marlowe, Goethe, Mann) bewegt er sich souverän im Niemandsland zwischen Arno Schmidt und Dämonenkiller, lässt 99 Prozent der so genannten neuen deutschen Literatur Haken schlagend hinter sich und vergnügt sich -- und seine Leser -- auf einem Terrain, auf dem sich mit solcher Trittsicherheit sonst höchstens noch Dietmar Dath bewegt.

Kleine Warnung: Frauenmörder ist harter Tobak. Meißner ist nicht nur ein leidenschaftlicher Philanthrop (hört! hört!), er greift auch tief in die Kiste mit den Schockeffekten, deren sich sonst meist einfallslosere Autoren bedienen. Aber trotz -- oder wegen? -- aller Kompromisslosigkeit ist der Roman ein Lesespaß! Einer dieser Schmöker aus längst vergessenen Jugendtagen, die man sogar dann noch weiterliest, wenn einem der Angstschweiß in den Augen brennt. Bis zum bitteren Ende. Fortsetzung folgt! Hoffentlich bald. --Hannes Riffel

Kurzbeschreibung

Das riskanteste und schwärzeste literarische Projekt deutscher Sprache, vergleichbar nur mit Die 120 Tage von Sodom des Marquis de Sade. Es ist ein Schrecken ohne Ende. Hiobs Spiel ist die Geschichte eines Mannes, der sich auf eine unglaubliche Geschichte eingelassen hat - eine Wette um das Schicksal der Welt. Gewinnt er, kann er die Welt retten. Verliert er, fällt sie dem Bösen anheim. Um die Welt vom Bösen zu befreien, muß er ihre entsetzlichsten Schauplätze aufsuchen, muß tief in die Abgründe der menschlichen Existenz hinabsteigen, und er muß auch selbst betrügen, morden, quälen und vernichten. Der Inhalt ist so maßlos wie das gesamte, auf mehrere Bände und fünfzig Jahre angelegte Projekt vermessen. Hiobs Spiel ist ein Romanzyklus der Extreme, der Schrankenlosigkeit, des Absoluten. Das gesamte Arsenal an Genres, Formen und Jargons, das dem Autor während seiner Arbeit an den Texten begegnet, soll in Hiobs Spiel einfließen. Nicht Belletristik, Maletristik nennt Meißner dabei sein Metier, für das er auch beim Schreibprozeß die Schleusen des Verdrängten und Unbewußten öffnet.

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Kundenrezensionen

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lust auf Horror.. 14. Mai 2007
Von Bjerk
Format:Gebundene Ausgabe
Ich muß zugeben, auch ich habe das Buch innerhalb zwei Tagen verschlungen, allerdings bin ich trotzdem nicht so 100%ig überzeugt, wie meine Vorredner.

Das Buch ist sehr spannend, hat aber stellenweise immer mal wieder Längen.

Zum Beispiel die komplette zweite Aufgabe, in der es darum geht, einen dämonenbesessenen, toten Mörder sicherzustellen, der sich in das Kabelnetzwerk der USA eingespeist hat und dort mit seinem Dämon zusammen weiter tötet, fand ich seeeehr träge. Auch das ewige Beschreiben der Pseudovampire erschien zu lahm, fünf Seiten weniger hätten es sicher auch getan.

Das, was einen während dieser Durststrecke wirklich weiterlesen lässt, ist die Vorstellung, was sich wohl Gräßliches auf der nächsten Seite verbergen könnte.

Eine Kombination aus Angst vor dem, was einen erwarten könnte und schierer Neugier, die Lust auf den absoluten Horrorkick.

Grade von diesen gewarneten "explicit Lyrics" lebt das Buch, würde der Autor nicht mit dem Hackebeil immer mal wieder einfallsreich und brutal auf guten Geschmack und Ästhetik einschlagen, so dass einem beim Lesen unwillkürlich der Puls schneller schlägt, die Augen sich weiten, man das Buch am liebsten wegwerfen will, aber trotzdem gefesselt ist von der Abartigkeit, wäre es bloß ein mittelmäßiger und eigentlich auch recht abgenudelter Fantasy-schmöcker - wieviele Teufelspakte finden sich eigentlich schon in Film und Literatur?

Was man wirklich noch loben kann, ist das innovative Layout - alle zehn bis zwanzig Seiten ändert sich die Aufmachung, rechts-, linksbündig, abstürzende Buchstaben, verdrehte Überschriften, Schwarze Seiten, Schrift auf dem Kopf - man muss immer mal wieder schmunzeln, weil es doch ungewöhnlich ist.

Als Fazit bekommt es trotzdem vier Sterne.

Zum Einen, weil es doch die Gradwanderung schafft, die Längen sich überbrücken lassen und die spannenden Szenen dies eigentlich auch wieder wett machen, die gesamte Aufmachung und der Druck wirklich gelungen sind, und es zum Anderen einem einen nicht so offensichtlichen Spiegel vorhält - es geht nicht nur ausschließlich darum, dass wir alle in einer ziemlich kranken Welt leben, besiedelt von einem Haufen noch krankerer Menschen - das wußten wir doch vorher schon - und so grausam es ist, aber wenn man die einzelnen Episoden nimmmt und das Übernatürliche wegläßt, sind sie wirklich nicht utopisch..

Das Krankeste jedoch daran ist, dass der vermeintlich "gesunde" Mensch sich an diesem Geschwür auch noch ergötzt, es liest, zuschaut, gespannt, aufgeregt und sich davon sogar noch unterhalten fühlt..

Das ist der Punkt, der mich wirklich nachdenken ließ, als ich das Buch durchgelesen hatte. Wie abgestumpft muss man eigentlich sein, dass man sich das freiwillig antut und dann auch noch Entertainment nennt?

Erschreckend - so oder so.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wo ist Hiob? 6. Februar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Hiob Montag hat sich auf ein seltsames Spiel eingelassen, und auf ein grausames dazu. Der Einsatz ist hoch; verliert er, fällt die Welt endgültig dem Teufel anheim. Um aber die Welt zu retten, muss Hiob in den tiefsten Morast der menschlichen Abgründe hinabtauchen. Er muss sich den schlimmsten Albträumen stellen, die Menschen hervor gebracht haben, und um zu gewinnen, darf er nicht wählerisch sein in der Wahl seiner Mittel...

"Hiobs Spiel" ist eine Allegorie auf den Zustand dieser Welt. Das Buch ist ein Kaleidoskop des Schreckens, ein Panoptikum von Grausamkeiten und Perversitäten, prall gefüllt mit Mord und Totschlag, Exkrementen und Verwesung, sexuellen Exzessen, Folter und Vergewaltigung, mit Rissen und Brüchen in Menschen, Biographien und Kapiteln (auch drucktechnisch genial umgesetzt). Es handelt von verlorenen Seelen und solchen, die noch verzweifelt am Haken des Lebens zappeln.
Es braucht schon einen Magier der Schriftkunst, aus diesen Zutaten ein nur lesbares Buch zu machen. Tobias O. Meißner hat ein fesselndes Buch geschrieben, eines das man nicht mehr aus der Hand legen mag, wenn auch die Augen und die Seele brennen und der Magen rebelliert. Hiobs Spiel ist packend, zu wichtig, um ihn bei seinem inneren und äußeren Kampf alleine zu lassen.

Aber wo liegt der Sinn in "Hiobs Spiel"?
Was ist die Botschaft für die reale Welt? Die Welt, in der Perversitäten dieser Art täglich von RTL frei Haus in die Wohnzimmer geliefert werden.
Wo ist der wahre Hiob? Und wenn niemand Hiobs Spiel aufnimmt, hat dann der Teufel schon gewonnen? Das sind Fragen, die sich dem Leser unwillkürlich stellen.
Hat Tobias O. Meißner eine Antwort parat? Vielleicht in einem der Folgebände des in vermessener Maßlosigkeit auf 50 Jahre angelegten Projektes?
Ich weiß es nicht. Aber vielleicht will uns dieses erste Buch ja auch nur den Spiegel vorhalten, uns sagen, dass wir alle Hiobs Spiel spielen. Jeden Tag.
Was ist gut? Was ist böse? Jeder trifft täglich Entscheidungen. Für sich selbst. Für andere Menschen. Und manchmal auch gegen.

Ja, ich glaube, das ist es, was Tobias O. Meißner sich und uns sagen will: Wir alle sind Hiob. Wir spielen sein Spiel, immerzu. Und wenn wir alle verlieren, so hat doch einer gewonnen...

PS: Ich denke, es ist aus obigem Text hinreichend klar geworden, trotzdem noch einmal der Hinweis.
Das Buch trägt einen Sticker, "Warning - Explicit Lyrics". Dies ist ernst zu nehmen. Das Buch ist definitiv nicht für jeden Leser geeignet.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spätstarter 9. August 2009
Von Marcus G.
Format:Gebundene Ausgabe
Meißners gelungener Fantasy-Oneshot Das Paradies der Schwerter machte mich aufmerksam auf "Hiob's Spiel", ein, wenn man dem Autor Glauben schenken darf, auf 50 Jahre ausgelegter, mehrbändiger Romanzyklus, der das Faust'sche Spiel mit/gegen den Teufel zu neuen Extrema peitscht. Na, wenn so viel Ehrgeiz (Größtenwahn?) nicht neugierig macht!

Der titelgebende Hiob Montag, ein in Berlin lebender, junger Maler, ist ein unsympathischer Mysanthrop, ein echt zynischer Bastard. Oder jedenfalls gibt er sich gerne so. Denn wie mysanthrop kann jemand wirklich sein, der sich mit dem Teufel auf ein Spiel um die Vorherrschaft in der Hölle einläßt, mit dem Ziel, alles Leid und Elend auf der Welt zu tilgen? Der erste Band, "Frauenmörder", teilt sich in mehrere, miteinander verknüpfte Kurzgeschichten, in denen sich Hiob jeweils mit dämonischen Ausgeburten und dem niederträchtigsten Abschaum der Menscheit konfrontiert sieht. Diese im Vokabular des Spiels "Prognosticon" oder "Manifestation" genannten Gegner muss er überwinden, ohne dabei sein eigenes Leben, seinen Verstand oder seine Menschlichkeit zu verlieren.

Man muss eine Vorliebe für das Morbide mitbringen, möchte man seinen Spaß an diesem Buch haben. Wer auf der Suche ist nach dem nächsten angenehmen Schmöker zum entspannten Träumen, den wird es angesichts der teils sehr explizit beschriebenen und abstoßenden Greueltaten glatt aus den Ringelsöckchen hauen: Massenmörder, Vergewaltiger und Kriegsverbrecher dürfen sich kräftig austoben, bevor Hiob, in der Wahl seiner Mittel auch nicht gerade zimperlich, den Fehdehandschuh wirft. Meißner möchte schockieren und überraschen, und das gelingt ihm allemal. "Frauenmörder" strotzt vor skurrilen Einfällen, seien es die absurden Regeln und Ausprägungen des Spiels, Hiobs bizarre Fähigkeiten, seine Beziehung zu einem formwandelnden Succubus oder auch das exzentrische Seitenlayout, dass sich von Kapitel zu Kapitel ändert. Allerdings verrennt sich der Autor stellenweise etwas zu sehr in seine eigene Fiktion und verliert dabei den roten Faden, wenn er so manche durchgeknallte Idee nur um ihrer Selbst willen in die Handlung zwängt.

Am Schwierigsten gestaltet sich der Einstieg: Die ersten beiden Geschichten lesen sich sehr zäh und wollen nicht so richtig harmonieren mit dem Rest des Buches. Ich hatte den Eindruck, als ob Meißner diese Kapitel zu einem Zeitpunkt verfasst hatte, an dem er selber noch nicht wusste, was er aus "Hiobs Spiel" eigentlich machen will. Ab der dritten Geschichte wird's dankenswerterweise besser (und steigert sich bis zum Schluss kontinuierlich), allerdings hat man bis dahin das Buch schon fast zur Hälfte durch. Auch der Protagonist bleibt lange Zeit ein undurchschaubarer, allerdings auch nicht wirklich glaubwürdig gezeichneter "Fremder", an dem mich vor allem seine Art zu Reden gestört hat: Keine Ahnung, ob Meißner seiner Figur dadurch einen besonderen Touch verpassen wollte, aber so ein gequirltes Kauderwelsch redet einfach kein Mensch! Erst nach und nach offenbart Hiob sympathische oder wenigstens nachvollziehbare Wesenszüge, und auch sein Hang zum Sülzen lässt ein wenig nach.

"Hiobs Spiel" hat das Potential, das richtige Maß an Größtenwahn und Nonchalance, um ein moderner Klassiker zu werden. Der erste Band "Frauenmörder" stolpert zu Beginn allerdings über stilistische Mängel und läuft erst sehr spät zur Höchstform auf. Trotzdem hat mich das Buch ausreichend gut unterhalten, so dass ich mir demnächst noch den zweiten Band Traumtänzer zulegen werde (auch wenn ich es damit nicht sehr eilig habe, da es der bislang letzte ist).
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