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Hiob: Roman eines einfachen Mannes Broschiert – 15. Februar 2010


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Produktinformation

  • Broschiert: 227 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (15. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150185327
  • ISBN-13: 978-3150185322
  • Größe und/oder Gewicht: 9,7 x 1,2 x 14,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (62 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Hiob von Joseph Roth erzählt auf eine einfühlsame und bewegende Weise das von Schicksalsschlägen durchzogene Leben des Mendel Singer, einem "ganz alltäglichen Juden". Jetzt liegt der Roman des 1939 verstorbenen österreichischen Autors auch als Hörspielbearbeitung vor. Helmut Peschina, selbst Autor zahlreicher Hörspiele, hat die Bearbeitung dieses Werks vorgenommen.

Wir werden in das einfache Leben einer jüdischen Familie geführt, das uns mit seinen ganz alltäglichen Problemen und Tragödien erschüttert. Mendel Singer ist die Reinkarnation des biblischen Hiob im 20. Jahrhundert. Wie dieser muß er die Prüfungen Gottes erdulden. Seine Frau und zwei seiner Kinder sterben, bei der Emigration in die USA muß er seinen behinderten Sohn zurücklassen und schließlich mit ansehen, wie seine Tochter ins Irrenhaus eingeliefert wird. Gebeugt von seinem schweren Los hadert er mit Gott und verliert allen Lebensmut, doch da erscheint eines Tages eine fast wundersame Umkehr des Schicksals.

Peschina hat es verstanden, mit einfachen Mitteln auf sehr behutsame Weise die Geschichte des Mendel Singer zu Gehör zu bringen. Mit einer exzellenten Sprecherbesetzung (Michael Degen in der Hauptrolle) und einem Gespür für die Sprache und den Rhythmus des Autors gelingt es, ohne großartige Effekthascherei diesen Roman, der voll ist mit Kindheitserinnerungen Joseph Roths, zu gestalten. Gerade die Schlichtheit, mit der hier das Werk präsentiert wird, hebt es heraus und macht es zu einem Glanzstück in der Reihe der Audiobooks. --Anne Hauschild -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»[...] mehr als ein Roman und eine Legende, eine reine, eine vollkommene Dichtung, die alles zu überdauern bestimmt ist, was wir, seine Zeitgenossen, erschaffen und geschrieben.«, Stefan Zweig

»Zeitromane schreibt er, Schelmengeschichten und mit Hiob und Radetzkymarsch zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Prosawerke des 20. Jahrhunderts. Ein begnadeter Erzähler, großer Satiriker, ironischer Weltendeuter [...].«, Jüdische Allgemeine -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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4.6 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT am 15. Dezember 2005
Format: Taschenbuch
Das ist die Geschichte eines Mannes, der Gott fürchtet und von ihm geprüft wird, wie Hiob im alten Testament. Mendel ist keiner, der stolz ist auf seine Individualität. Im Gegenteil, er will nur ein ganz gewöhnlicher Jude sein unter anderen Juden.
Anfänglich gelingt ihm das auch, er heiratet, er unterrichtet, er hat Kinder, tut, was sein Vater tat, denkt, was dieser schon dachte. Doch dann bricht das Unheil über sein Haus herein. Sein jüngster Sohn lernt nie sprechen, seine Tochter macht mit Kosaken herum, sein erster Sohn meldet sich freiwillig zur Armee und mit dem zweiten wandert er nach Amerika aus. Beide fallen im ersten Weltkrieg und Mendel hadert mit Gott. Er, der gottesfürchtige Jude, fängt an, zu schmähen, was er früher verehrte. Doch eines Tages steht der Jüngste wieder vor der Tür, der Jüngste, der nie sprechen konnte, jetzt aber ...
Roth erzählt uns die Geschichte mit biblischer Wucht; schafft es mit seiner Sprache, uns in die längst vergangene Welt des Stetls zu versetzen, taucht den Leser ein in eine Welt, die so ganz anders ist als alles, was er kennt. „Hiob“ ist nicht nur ein einmaliges Zeitzeugnis, es ist auch ein wundervolles Beispiel gelungener Literatur, die auch heute noch, nach fünfundsiebzig Jahren, den Leser zu fesseln weiß.
Fazit: Archaische Erzählung aus Osteuropa, das die Zeit vor dem ersten Weltkrieg lebendig werden lässt.
(C) Hans Peter Roentgen
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rezi-Tante TOP 500 REZENSENT am 1. Februar 2012
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Joseph Roth erzählt die Lebensgeschichte seines Protagonisten in märchenhafter Einfachheit mit linearem Handlungsablauf und in scheinbar schlichter Sprache.
Die Hauptfigur Mendel Singer lebt in Zuchnow, einem fiktiven Stetl in Russland um 1900. Er ist ein streng religiös lebender Religionslehrer ohne Ehrgeiz,der versucht, alles Unjüdische seinem Leben und seiner Familie fern zu halten. Von ihm heißt es im Roman: Er lehrte mit ehrlichem Eifer und ohne aufsehnerregenden Erfolg. Hunderttausende vor ihm hatten wie er gelebt und unterrichtet.

Doch es ist eine Zeit der Veränderungen, die auch vor Zuchnow nicht halt machen.
Mendel Singer hat eine Frau, zwei Söhne und eine Tochter und lebt treu nach dem Gesetz der Vorväter, bis hin zur Bestrafung der Söhne nach (u.a.) Sprüche 13, 24: Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn. Wer ihn liebt, sollte ihn schon von klein auf züchtigen - in Mendels Fall mit dem Gürtel, ab und an.

Doch dann wird ihm ein dritter Sohn geboren, und der ist behindert.
Während seine Frau Deborah verzweifelt sucht, Hilfe für den behinderten Sohn Menuchim zu bekommen, sieht Mendel in dem Kind seine Strafe Gottes, die es zu ertragen gilt. Ein Angebot eines Arztes, das Kind in einem Krankenhaus kostenlos zu behandeln lehnt er ab, denn es würde dort nicht 'koscher' ernährt und von Nichtjuden beeinflusst werden.Gott wird es schon richten...
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Bernhard Horwatitsch VINE-PRODUKTTESTER am 19. November 2008
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
"Der Erzähler ist ein Beobachter und ein Sachverständiger. Sein Werk ist niemals von der Realität gelöst, sondern in Wahrheit (durch das Mittel der Sprache) umgewandelte Realität." (Joseph Roth)

Literaturgeschichtlich ist das Werk von Joseph Roth einzuordnen in die 'neue Sachlichkeit' (abgegrenzt zum Realismus ' Hauptvertreter Balzac) und nimmt eine Entwicklung, die sich vom Expressionismus stark abgrenzt in Themenwahl und Sprache. Hier bei Hiob im Vordergrund steht jedoch nicht die neue Sachlichkeit, sondern die Parabel über die sozialen Probleme der Menschen. Nicht die poetische Verklärung der Welt wie im Expressionismus, oder die ganz nüchterne Schilderung sozialer Wirklichkeit wie in der neuen Sachlichkeit, sondern (vor vielen Jahren lebte in Zuchnow...) eine gewisse Zeit- und Ortlosigkeit der Handlung. Zum Realismus, der die Welt objektiv abbilden will, grenzt sich die neue Sachlichkeit in Joseph Roths Werk ab durch die Fragmentierung der Erzählweise. Auch wenn Dokumente in die Texte eingearbeitet werden, ist diese Literaturgattung kritisch genug in ihrer Erzählhaltung, und aufgeklärt genug, die Welt nicht erfassen zu können. Von hier ist der Schritt in die Parabel gar nicht so weit, wie man annehmen möchte. In Hiob siedelt Roth die Familie Singer einerseits in einen realen Kontext, dem russischen Zarenreich und der neuen Welt Amerika, andererseits wird die Geschichte durch die jüdische Mythologie aufgeladen.
Zur neuen Sachlichkeit gehörend zeigt sich Hiob dadurch, dass es am Ende unerklärlich bleibt, wie es zu Leid und Glück des Mendel Singer kommt.
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