Warnung: persönliche Meinung!
Nach einer langen Reise waren meine Bücher ausgelesen und ich suchte in einer Zittauer Buchhandlung verzweifelt nach etwas neuem. Zaimoglu soll ja gut sein, hatte ich gehört, und die ersten Seiten begeisterten mich, also griff ich zu.
Der Anfang im Stil des magischen Realismus ist tatsächlich spannend und Zaimoglus poetische Sprache ist zumindest interessant, wenn auch oft sperrig, so dass ich oft nicht wirklich "eintauchen" konnte. Überlange Sätze, verwirrende Verneinungen, wilde Sprünge in Raum, Zeit und Perspektive und ermüdende (fleißige) Aufzählungen.
Nach einiger Zeit hatte ich den Überblick über die vielen Charaktere und Geschichtchen verloren und ganz ehrlich auch kein großes Interesse mehr, ihnen zu folgen. Ich habe aber den Ehrgeiz, jedes wirklich begonnene Buch zuende zu lesen, was mir bis auf bei Werken von James Joyce auch immer gelang. So brauchte ich für Hinterland letztendlich zwei Monate, in denen ich mich zwar gelgentlich über schöne Worte wie "Blutblüte" freuen konnte, aber nie wusste, was das eigentlich sollte. Für Romantik, als was dieser Roman ja angepriesen wird, war es mir zu schleierhaft, dann manchmal zu direkt erklärt anstatt zu beschreiben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich lese viel postmoderne Literatur und Romane die im Nichts beginnen und aufhören, doch als ich (vor einer Viertelstunde) die letzte Seite las, stieß ich ein Fluch aus und schmiss das Buch fast in die Ecke.
Es mag sprachlich schön oder anspruchsvoll sein, und einige schöne Bilder und Anekdoten sind in Hinterland zu finden, dafür gerne zwei Sterne, aber es war eine Mühe und hat mir einfach nichts gegeben.