"Lustig" im eigentlichen Sinn des Wortes ist es nicht, was uns die Herren Sicheritz und Düringer in diesem Film vorsetzen. Vielmehr ist es so, dass über eine österreichische Durchschnittsfamilie eine Katastrophe hereinbricht, die prinzipiell weder komisch noch unrealistisch ist. Gerade in Zeiten der Finanzkrise sollten sich potentielle Häuselbauer den Film eine Warnung sein lassen. Ganz nebenbei wird - wie von ähnlichen Produktionen gewohnt - eine tiefsinnige Studie der österreichischen Seele geboten. Dabei bekommen Eigenheimbesitzer, die Baubranche, das "idyllische" Landleben im Allgemeinen und die kleinbürgerliche Familie ihr Fett weg.
Genau aus diesem Grund - und natürlich durch das gute Spiel der Hauptdarsteller - ist der Film trotz des grundsätzlich ernsten Themas insgesamt zum Brüllen komisch. Wer in Düringers völlig überzeichneter Darstellung von Vorfreude, Ernüchterung, Verzweiflung und Wut das komische Moment übersieht, geht wahrscheinlich auch sonst zum Lachen in den Keller. Dabei gelingt es ihm, seinem "Herbert Krcal" trotz dessen völlig unrealistischen Erwartungen, trotz seiner Naivität und seiner Wutausbrüche einen Anstrich zu verleihen, der den Zuschauer gegen Ende vor allem Mitleid empfinden lässt. Gerade das ist es, was diesen Film auch auszeichnet: eine Handlung, die trotz aller Zuspitzung noch realistisch genug ist, dass sie jeden betroffen macht. Es gibt immerhin genug Leute, die im Prinzip schuldlos in eine ähnliche Katastrophe schlittern.
Insgesamt ist hier alles im grünen Bereicht; dennoch haben sich ein paar kleine Ärgernisse eingeschlichen, die den Film zum einen nicht ganz so gut wie beispielsweise "Freispiel" oder "Muttertag", zum anderen nicht ganz so überzeugend wie das unter "Hinterholzacht" bekannt gewordene Kabarett (ebenfalls von Roland Düringer) erscheinen lassen. Erstens erscheint in der filmischen Version der Aufhänger um die Immobilienspekulationen und das dunkle Geheimnis, das sich unter dem Haus befindet etwas zu aufgesetzt und vor allem oberflächlich. Auf diese zwei Dinge zu verzichten wäre dem Ganzen sicher nicht abträglich gewesen, da sie für die eigentliche Handlung kaum bis gar keine Relevanz haben. Als zweiten Schwachpunkt kann man das Ende anführen, dass in dieser Form einfach lächerlich wirkt. Der Grund dafür könnten meiner Ansicht nach die Zugeständnisse an das Medium Kino sein, die Düringer und Sicheritz sicherlich machen mussten. Für mich wirkt ein derartiges Happy-End trotz des im Endeffekt humorvollen Filmes völlig fehl am Platz, hier wäre ein radikalerer Schluss angebracht gewesen.
Mehr Negatives gibt es meiner Meinung nach nicht zu bemängeln, allerdings wiegt für mich vor allem das Ende so schwer, dass ich einen Stern abziehen muss. Wenn man das etwas anders gelöst hätte, hätte es locker die volle Punktzahl geben können. Empfehlenswert ist der Film aber allemal.