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Hinter verzauberten Fenstern: Eine geheimnisvolle Adventsgeschichte [Taschenbuch]

Cornelia Funke
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (214 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

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Gleich hinter dem ersten Türchen lauert eine Riesenenttäuschung, zumindest auf den ersten Blick. Eigentlich hat sich Julia das ja ohnehin schon gedacht, als Mama für ihren kleinen, schleimigen Bruder Olli den wunderschönen Adventskalender mit Schokoladenfiguren aus der Tasche zog und ihr, nur weil sie mit neun Jahren angeblich zu alt für Schokoladengeschenke ist, nur ein lächerlicher Kalender aus Papier mit einem glitzernden Haus vorne drauf übrig bleibt. Und dann verbirgt sich hinter dem ersten Türchen auch tatsächlich ein alberner Dachboden voller Gerümpel! Aber trotzdem: Irgend etwas ist besonderes an dem Geschenk der Mutter. Und wirklich entdeckt Julia, dass ihr Adventskalenderhaus voller Leben und voller Geschichten mit Königen, Lügnern, Zwergen und verlorenen Geheimnissen steckt, in die sie selbst eintauchen und hineinspazieren kann. Und das wird auch für Leser zu einem echten, kunterbunten Vorweihnachts-Vergnügen.

Richtig bekannt wurde die 47-jährige Illustratorin Cornelia Funke erst, als sie vom Zeichenstift an die Computer-Tastatur überwechselte und phantastische Kinderbücher für Kinder und Erwachsene schrieb. Drachenreiter, Herr der Diebe, Tintenblut und Tintenherz legen hiervon beredtes Zeugnis ab. Hinter verzauberten Fenstern hat im Vergleich zu diesen Mega-Sellern vielleicht die kleinere, stillere Geschichte, ist aber nicht weniger phantasievoll als diese. Und auch hier kommt zum Tragen, dass Funke als Zeichnerin angefangen hat: denn sie zeichnet ihre literarischen Bilder derart lebendig und warm, dass man ihr selbst die größte Fiktion dankbar glauben will. Hinter verzauberten Fenstern ist ein wundervoll leises, märchenhaftes Buch, bei dem sich dem Leser hinter jeder Seite eine neue Welt eröffnet. Wie bei einem guten Adventskalender eben -- und vor allem bei solchen, die nicht aus Schokolade sind und auf den ersten Blick etwas enttäuschend wirken. Schade ist da nur, dass es statt 24 nur 16 Kapitel gibt. Ab 8 Jahren. --Stefan Kellerer

Pressestimmen

Jugendliteratur-Aktuell
„Die interessanten Geschichten beflügeln die Fantasie jedes Kindes. Die Sprecherin versteht es gut, jede einzelne Figur lebendig werden zu lassen, und damit ist ein besonderes Hörerlebnis garantiert.“ -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Cornelia Funke, geboren 1958, arbeitete nach einer Ausbildung zur Diplompädagogin und einem Grafikstudium zunächst als Illustratorin. Vor über 10 Jahren begann sie, eigene Geschichten für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Inzwischen ist sie nicht nur eine der erfolgreichsten und beliebtesten Kinderbuchautorinnen Deutschlands, sondern hat auch im Ausland eine stetig wachsende Fangemeinde. Cornelia Funke lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Kalifornien.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Julia sprang die Treppe hinunter. Ihr Zimmer war das einzige unterm Dach. Zuerst hatte sie das gruselig gefunden, aber inzwischen gefiel es ihr. Sie nahm immer zwei Stufen auf einmal. Sie wusste, das konnte Olli ihr nicht nachmachen. Als sie atemlos die Haustür erreichte, hörte sie draußen ihre Muter fluchen. Sie fand mal wieder den Schlüssel nicht.
Julia öffnete die Tür. Mama stand verfroren und zerzaust da, inmitten von voll gepackten Taschen und Tüten. Ihr einer Arm steckte bis zum Ellbogen in einer Tasche und wühlte verzweifelt darin herum. „Stell schon mal was in die Küche“, stieß sie hervor und zog den Arm aus der Tasche. Ohne Schlüssel.
„Mama, hast du meinen Kalender?“, fragte Julia. „Alles nach der Reihe. Ich darf doch wohl erst mal zu Atem kommen, oder?“ Schlechte Laune. Sie hatte schlechte Laune. Wie erwartet. Wortlos schleppte Julia eine Tüte in die Küche. Olli hatte es plötzlich gar nicht eilig, die Treppe runterzukommen.
„Wo ist euer Vater?“
„Der hat sich nach der Arbeit hingelegt.“
„Hm.“ Ihre Mutter nickte und zog dich die schneenassen Sachen aus. Sie schüttelte die letzten Schneeflocken aus ihrem kurzen dunklen Haar und putzte sich die rote Nase. „So!“ sagte sie dann und rieb sich die Hände. „Jetzt mach´ ich mir erst mal einen Kaffee. Wollt ihr Kakao?“
Julia suchte mit den Augen die Taschen ab. „Mama, bitte! Wo ist der Kalender?“
Ihre Mutter ging zur Kaffeemaschine und goss Wasser hinein.“ Eigentlich sollt ihr sie ja erst morgen bekommen“, sagte sie. Julia warf Olli einen verzweifelten Blick zu.
Der schaute grinsend zurück. Er verstand es meisterhaft, ihre Mutter um seinen klitzekleinen Finger zu wickeln. Und das wusste er. „Ach, Mama, bitte!“ sagte er. „Wir haben uns schon so darauf gefreut!“
Große bittende Augen. Schiefgelegter Kopf. Breites – oberbreites Lächeln. Absolut unwiderstehlich!
Ihre Mutter drehte sich um , sah Olli an – und musste Lachen. Er hatte mal wieder gewonnen. Mama griff in die größte Tüte, zog vorsichtig zwei Kalender heraus und legte sie nebeneinander auf den Küchentisch.
Der eine sah fast genauso aus wie der, den Julia letztes Jahr bekommen hatte. Mit einem dickem Nikolaus und kleinen Engeln und Tieren und Tannenbäumen und einem Schlitten voller Geschenke. Na ja, eben wunderschön. Eindeutig ein dicker, fetter, herrlicher Schokoladenkalender.
Aber der andere – Julia runzelte die Stirn – der andere sah komisch aus. Erstens war weit und breit nichts von einem Nikolaus zu sehen. Und es gab auch keine Engel oder Tiere. Es gab nur ein großes Haus. Irgendein blödes, dunkles Haus mit ein paar blöden Bäumen drumrum. Sonst nichts. Absolut nichts. Und zweitens – das war das Schlimmste, der Kalender war zu dünn. Julia fasste prüfend die Kante an. Keine Frage. Da passte nicht mal das klitzekleinste Schokoladentäfelchen rein.
„So, der ist für dich“, sagte Mama. Strahlend nahm Olli den dicken, fetten Schokoladenkalender entgegen.
Sie hatte es gewusst. Schon als Mama den komischen Kalender auf den Tisch gelegt hatte. Julia kniff die Lippen zusammen und warf ihrer Muter den finstersten Blick zu, den sie zustande brachte.
„Und der hier ist für dich, Julia“, sagte Mama und lächelte dabei auch noch stolz.
„Das ist ja überhaupt kein Schokoladenkalender“, sagte Julia und verschränkte die Hände hinter dem Rücken. „Den will ich nicht.“ Ihre Mutter guckte furchtbar enttäuscht. „Aber ich dachte…“ sie hob ratlos die Augenbrauen, „ich dachte , du bist jetzt schon zu groß für diese…“
„Ich bin doch erst neun!“ sagte Julia empört und warf ihrem Bruder einen hasserfüllten Blick zu. Aber der strahlte sowieso bloß seinen Schokoladenkalender an.
„Ach Julia“, sagte Mama tröstend und strich ihr übers Haar, „Ich wollte dir doch eine Freude machen, ich …“
„Ich wollte aber einen Schokoladenkalender“, sagte Julia und starrte auf ihre Füße. „Er hat ja auch einen gekriegt!“
„Olli ist ja auch kleiner als du, und außerdem -, ach was!“ Ihre Mutter drehte sich um und ging zur Kaffeemaschine, schaufelte Massen von Kaffeepulver in den Filter und machte sie an. Das Ding fing fast sofort an zu blubbern und zu glucksen.
„Gib mir bitte mal den Becher aus dem Schrank.“ Julia ging zum Schrank und holte den Becher. Am liebsten hätte sie ihn auf dem blöden Kalender zerdeppert.
„Sieh ihn dir doch wenigstens mal an!“ sagte Mama. Julia schüttelte den Kopf. „Na, dann nicht!“ sagte Mama und knallte den leeren Becher auf den Tisch. Ihre Stimme klang überhaupt nicht mehr freundlich. „Dann hast du dieses Jahr eben keinen Kalender. Glaub bloß nicht, dass ich dir noch einen kaufe.“
„Mama, hängst du jetzt meinen Kalender auf?“ fragte Olli und grinste dabei triumphierend zu seiner großen Schwester hinüber. „Ja, ich komme“, sagte ihre Mutter und ging zur Tür. „Und du, Julia , gehst jetzt wohl besser nach oben in dein Zimmer und kühlst dich ab.“ Und mit diesen unfreundlichen Worten drehte sie sich um und verschwand mit Olli in seinem Zimmer. Julia und der Kalender waren allein. „Du blödes, hässliches Pappding!“ zischte sie und schubste ihn ein Stück über den Tisch. Dann rannte sie die Treppe hinauf in ihr Zimmer.
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