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Hinter blinden Fenstern: Roman
 
 
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Hinter blinden Fenstern: Roman [Taschenbuch]

Friedrich Ani
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423211679
  • ISBN-13: 978-3423211673
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 119.477 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Ani
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de – Redaktion

Unter dubiosen Umständen kommt der Gast eines Bordells ums Leben. Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Polonius Fischer hinter die graue Fassade eines Wohnblocks. Genau dorthin laufen auch die Spuren im Fall eines entführten Mädchens. Zufall? Fischer glaubt, nicht jedoch an Zufälle. Was ist in Friedrich Anis außergewöhnlichem Kriminalroman Hinter blinden Fenstern wirklich geschehen?

Selbstverständlich streitet Clarissa Weberknecht jede Schuld am Tod ihres Kunden Cornelius Mora ab, der in ihrem Etablissement durch die Einwirkung einer Peitsche zu Tode gekommen ist. Der ehemalige Mönch und jetzige Hauptkommissar Polonius Fischer ahnt, dass er belogen wird, dass Clarissa mehr weiß, als sie ihm erzählt. Doch er lässt sich Zeit, verzichtet auf vorschnelle Urteile. Als ein junges Mädchen verschwindet und der Kommissar bei seinen Nachforschungen erneut in dem trostlosen Wohnblock landet, den er im Fall Mora kennen gelernt hat, vermutet er einen Zusammenhang. Was wissen die Bewohner, besonders das Ehepaar Soltersbusch, das die „Aktion Achtsamer Mitmensch“, kurz AMM, gegründet hat, in Wirklichkeit aber nur intensiv die Nachbarn bespitzelt. Fischer beobachtet, befragt, bewahrt Geduld und spinnt sein Netz.

Nichts Spektakuläres geschieht in Friedrich Anis Roman und doch erfahren wir wieder einmal Unerhörtes. Der mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Autor setzt wie sein Protagonist Fischer auf Langsamkeit, Geduld, Genauigkeit in der Beobachtung. Ani geht sehr sparsam mit der Präsenz seiner Hauptfigur um, Fischer agiert wesentlich im Hintergrund, und richtet die Aufmerksamkeit des Lesers auf die in den Fall verwickelten Figuren. Denn das Verbrechen ist für Ani und Fischer nur relevant als Konsequenz einer komplizierten menschlichen Vorgeschichte, bedeutsam sind zwischen- und innermenschliche Vorgänge, die schließlich in einer Gewalttat kulminieren. Man muss sich als Leser einlassen auf Anis Psychogramme, auf seine akribische Beschreibung des schmalen Grats zwischen grauem menschlichen Alltag und dem allgegenwärtigen Grauen, das seine Figuren anfällt. Friedrich Ani gehört zu den großen Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Wir alle sollten ihm zuhören, obwohl oder gerade weil es nicht wirklich lustig ist, was er von uns zu erzählen weiß. Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Cornelius Mora, Besitzer eines kleinen Fotoladens, ist tot. Gefesselt und blutig hängt er an einem Kreuz im Hinterzimmer eines SMStudios. War es Mord? Die Bordellinhaberin Clarissa Weberknecht streitet jede Schuld am Tod ihres Kunden ab. Hauptkommissar Polonius Fischer ahnt, dass er belogen wird.
Ein Jahr später führen ihn neue Ereignisse zurück zu diesem Fall: Clarissa Weberknechts Lebensgefährte wird mitten auf dem Oktoberfest erstochen aufgefunden, wenig später wird im Hinterhof ihrer Sozialwohnungssiedlung ein zu Tode geprügelter Obdachloser entdeckt. Alles Zufall? Polonius Fischer glaubt nicht an Zufälle. Was hat die Bordellbesitzerin zu verbergen und was wissen die Nachbarn? Polonius Fischers kriminalistisches (und seelsorgerisches!) Fingerspitzengefühl ist gefragt ...

»Ani ist der Philosoph unter den deutschen Krimiautoren.« Volker Hage, Der Spiegel


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich wollte der Mann, der mit einem Dutzend engagierter Romane um den Münchner Kommissar Tabor Süden die deutsche Krimilandschaft entscheidend geprägt und um ein ganz eigenes Stilelement bereichert hat, keine Kriminalromane mehr schreiben. Doch Friedrich Ani kann es Gott sei Dank nicht lassen. Für ihn handeln Kriminalromane von Menschen in Not, und diesem Bekenntnis trägt er auch in seinen beiden neuen Serien Rechnung. Während bei DTV in diesem Sommer unter dem Titel "Wer lebt, der stirbt" eine neue Taschenbuchreihe mit dem Obertitel "Der Seher" begonnen hat, für deren Würdigung man noch den zweiten Band wird abwarten müssen, begann er kurz zuvor im Zsolnay Verlag mit "Idylle der Hyänen" eine neue Hardcover-Serie. So wie auch in seinen bisherigen Romanen stehen hier nicht der Thrill und die Action oder etwa gnadenlose Spannung im Vordergrund, sondern die Auseinandersetzung mit Menschen und ihrer Vergangenheit, der er mit ihren bisweilen bis in die Kindheit reichenden Wurzeln für die Bewältigung oder Nichtbewältigung der Gegenwart nachspürt. Das gilt sowohl für die Menschen, die er im Rahmen eines Falles als Täter, Opfer, Zeugen oder Rahmenpersonen auftreten lässt, als auch für die Menschen seines Polizeiteams im Münchner Dezernat 111, wo er dereinst auch Tabor Süden arbeiten ließ. Dabei hat er ausnahmslos interessante und sympathische Figuren ausgewählt, die für hoffentlich baldige Fortsetzungen der nunmehr schon zweiteiligen Reihe nur das Beste hoffen lassen.

Hauptfigur der neuen Zsolnay-Reihe ist Polonius Fischer. Im ersten Band war er mit dem Fall einer getöteten Nonne schon auf das Härteste mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert worden. Denn nachdem sich Polonius Fischer schon in jüngeren Jahren für eine Karriere bei der Polizei entschieden hatte, quittierte er irgendwann den Dienst und trat in ein Benediktinerkloster ein, wo er dreizehn Jahre lebte, bevor er, von Ani mit einer dichten und höchst ernsthaften Sprache beschrieben, aus dem Orden wieder austritt und den Dienst bei der Polizei fortsetzt.

Auch die anderen Polizistenpersönlichkeiten des Dezernats 111 (Kritiker haben sie schon "Die zwölf Apostel" genannt) haben ihr Päckchen aus persönlicher Geschichte zu tragen. Konnte man nach dem ersten Band noch vermuten, Ani würde es vielleicht so machen wie sein Kollege Arne Dahl, und in jedem Band eine andere Kollegenpersönlichkeit näher beleuchten und stärker in den Vordergrund stellen, hat er es im vorliegenden Buch so gemacht, daß er die Biographien, die er im ersten Band angedeutet hat, weiter verfolgt und, je nach Fallgeschichte, weiter vervollständigt. So wird das tragische Schicksal von Micha Schell beispielsweise deutlicher, der seine Tochter alleine großziehen muß, weil seine Frau bei einem Banküberfall getötet wurde, was für seine Einstellung zum Polizeidienst und seine Meinung zum Stand der inneren Sicherheit in Deutschland heftige Auswirkungen hat, die auch im neuen Buch zu spannenden, politisch höchst aktuellen und engagierten Diskussionen mit den Kollegen führen, die Friedrich Ani sehr geschickt und ohne als Autor direkt Stellung zu beziehen durch die ganze Ermittlungsarbeit hindurch beschreibt.

Polonius Fischer jedenfalls, seit Jahren befreundet mit Ann-Kristin Seliger, einer ehemaligen Journalistin, die ausgestiegen ist aus einem Metier, dessen Heucheleien sie nicht mehr ertragen konnte und nun Taxi fährt, ist ein Kommissar, wie ihn nur Friedrich Ani erfinden konnte, dessen Vorliebe für philosophische Reflexionen und theologische Debatten wir aus früheren Büchern kennen und schätzen. Der Schlüssel für die Aufklärung von Verbrechen sind für ihn die Menschen, Menschen in Not" (Ani), ihr Innerstes mit seiner oft brutalen Geschichte, ihre Beweggründe und Lebenshoffnungen und nicht etwa eine lückenlose Indizienkette.
Polonius Fischer hat sich seine Privilegien ausbedungen, als er in den Dienst zurückkehrte. Zum Beispiel verhört ( er nennt es Gespräche führen) er in einer kleinen Kammer, die seiner ehemaligen Klosterzelle ähnelt, allein mit einem Kruzifix an der Wand und einer Kollegin, die schweigend alles mitschreibt. Er zitiert lange Bibelstellen aus dem Kopf, zum Trost für die Opfer und zur Konfrontation für Verdächtige, und in Besprechungspausen liest er seinen Kollegen vor, Texte von enormer Dichte und hohem intellektuellem Anspruch. Oft führen diese Texte, über die nicht diskutiert wird, im Unterbewußtsein des Polizeiteams zur entscheidenden Idee für die Lösung des Falles.

In seinem neuen, zweiten Fall begegnet Fischer bei der Lösung eines Mordes ähnlich wie im ersten Buch einem Teil seiner Biographie wieder. Um den Lesegenuß nicht zu schmälern, soll hier von der Handlung über den Klappentext hinaus gar nichts verraten werden.

Friedrich Ani hat einen weiteren wunderbaren und anspruchsvollen Krimi geschrieben, der mit Sicherheit unterschiedlich aufgenommen werden und die Geister scheiden wird. Mit seiner Tiefe und seinem immerwährenden Versuch, die Abgründe menschlichen Lebens und gesellschaftlicher Realität zu beschreiben, ohne in platte Formeln abzugleiten, zeugt er von wahrhaft großem Können, das ihn zweifellos in die allererste Reihe der deutschen Kriminalschriftsteller stellt. Wer Ani liest, muß viel aushalten können an Aporie, Sinnlosigkeit, aber auch umgehen können mit einer bedingungslosen Hoffnung auf das Leben, er muß sich konfrontieren lassen mit Glauben und Zweifel, Philosophie und Theologie, darf sich aber auch an Menschen freuen, die versuchen, aufrecht und aufrichtig gerne und froh zu leben und ihrem Leben einen kleinen, bescheidenen Sinn zu geben.

Und man kann sich freuen an wunderbaren Wortschöpfungen. Am Ende dieses sehr empfehlenswerten Buches, als der Fall gelöst und Ann-Kristin Seliger zusammen mit dem Leser wieder ein neues Mosaikstückchen aus Polonius Fischers Leben erfahren hat, schreibt Ani folgenden Satz:
"Als sie den Miniwirt in der Senftlstraße erreichten, dachte er- wie seine Mutter damals im offenen Auto im Sommerlicht - was für ein Glück er habe, daß ein Mensch seine Nähe bewohnte, an dessen Seite er nie verloren gehen würde, ganz gleich, ob es einen gnädigen Gott gab oder nicht. Und bevor sie eintraten, sagte er es ihr."
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das war toll!!! 11. September 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Dichter, düster, packend und ungeheuer menschlich - eo empfand ich das neueste Werk und Krimi-Meister Ani, und ich muss sagen, seine vielen Fans haben wirklich recht. Dieses Buch beschreitet mutige Bereiche, spart nichts aus, aber erspart sich jegliche Geschwätzigkeit. Ein starkes, mutiges Stück Literatur, das mich sehr berührt hat!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dies ist das erste Buch, das ich von Friedrich Ani gelesen habe. Der Krimi ist eher schwere Kost und liest sich nicht mal so eben zwischendurch.
Im Rahmen der Handlung werden die einzelnen Charaktere und - was Ani wohl auszeichnet und besonders macht - das Zusammenwirken von ihnen, sehr genau beschrieben.

Ich kann gar nicht wirklich sagen, dass mir der Krimi "gefallen" hat, aber beeindruckend war er jedenfalls. Durch die recht packende Beschreibung menschlicher Abgründe fiel es mir schwer, den Handelnden Positives abzugewinnen - und das hat sich dann für mich wohl auch auf den Krimi an sich übertragen...
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