Sie suchen den großen Anspruch? Dann lassen Sie lieber die Finger von "Hin und Weg".
Allerdings will ich um Gottes Willen nicht sagen, dass Ethan Hawke ein schlechtes Buch geschrieben hätte, nur muss man sich eben bewusst sein, dass man es mit Unterhaltungsliteratur zu tun hat - guter Unterhaltungsliteratur. Schließlich ist das auch kein Wunder, denn die meisten Liebesgeschichte sind nunmal schon erzählt, da nützt es auch nichts, wenn der Autor in sprachlicher Schönheit stirbt (und langweilt).
Moderne Liebesgeschichten brauchen interessante Charaktere wie William Harding, den Protagonisten. Ein verschrobener Kerl, der versucht sein Leben und seine erste Liebe zu ordnen. Das ganze ist ein wenig wie "High Fidelity" von Hornby nur ohne Pop-Musik, wenngleich von vornherein klar ist, dass es hier kein Happy-End geben wird - wäre ja auch vielleicht ein wenig unrealistisch bei der ersten Liebe.
Hawke erzählt auf 208 Seiten eine Geschichte, die man meint, schon zig mal gelesen zu haben. Nichtsdestotrotz ist man nicht gelangweilt, weil Hawke/Harding doch immer wieder überraschen. Auch die natürliche Sprache macht Spaß, denn sie ermöglicht ein entspanntes Lesen. Außerdem entspricht sie wohl der eines gebürtigen Texaners, der nun in NY wohnt.
Es ist doch immer wieder schön, wenn man sich in einen Charakter reinfühlen und mit ihm fühlen kann.