Jetzt eintauschen
und EUR 0,10 Gutschein erhalten
Eintausch
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Hin und Weg [Taschenbuch]

Alan Warner
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch --  

Produktinformation

  • Taschenbuch: 220 Seiten
  • Verlag: Goldmann (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442437105
  • ISBN-13: 978-3442437108
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.794.373 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er hatte sich mit dem Messer die Kehle durchgeschnitten. Er hatte sich mit dem Hackebeil fast die Hand abgetrennt. Er konnte nichts mehr dagegen sagen, also zündete ich mir eine Silk Cut an. Etwas wie ein seltsamer Schauder durchlief mich. Angst — auch, aber in meinen Tagträumen hatte ich mir schon ausgemalt, wie es wäre.
Nackt und tot lag Er da, mit dem Gesicht auf dem Küchenboden, rundherum alles voll Blut. Die Lichterkette am Christbaum ging an und aus, an und aus. Man konnte die Geschwindigkeit des Blinkens stufenweise einstellen. Wieder und wieder sah man Ihn da hingestreckt, und im Dunkeln zwischendurch nur Seinen Computerbildschirm, der noch angeschaltet war.
Ich fing an zu heulen wegen all dieser Geschenke unter unserm Baum und Ihm da so mausetot. Unnütze, kleine Geschenke haben mich schon immer deprimiert. Also heul ich denn erst mal ein bißchen für mich und dann für die ändern, wenn mir all das Traurige hochkommt. Die aus der Corran Road, deren Söhne beim Fischen ertrunken sind. Die hatte so lange geflennt, bis sie ein Auge verlor. Ich heulte stoßweise, und meine Nase lief.
Ich ließ die Silk Cut fallen, und sie brannte auf dem versiegelten Dielenboden bis auf den Filter runter. Ich hörte auf zu heulen, weil ich keine Luft mehr kriegte und jämmerlich fror. Ich stellte das Blinken der Lichterkette auf die niedrigste Stufe. Ich machte das Küchenlicht an, dann den Boiler, dann das elektrische Kaminfeuer. Musik legte ich keine auf.
Ich grübelte wohl auch, ob ich zu der Zelle an der Garage gehen sollte, um die Polizei oder die Rettung oder sonstwen anzurufen, der alles weitere erledigen würde. Doch dann wüßte es bald der ganze Hafen. Sie würden ein Bild in die Zeitung setzen. Und sein alter Daddy, der irgendwo auf dem Land wohnte, müßte benachrichtigt werden. Mein Pflegevater und die bei der Bahn und all die im Supermarkt würden es erfahren.
Der Boiler brauchte eine halbe Stunde zum Aufheizen, und es war schon beinah acht Uhr auf dem Video. Ich mußte einen Kessel Wasser heiß machen, um den Schmierfilm vom Gesicht zu kriegen nach der ganzen Heulerei und so.
Ich kam nicht an Ihm vorbei, ohne in Sein Blut zu treten, und mir grauste davor, als ich meine Sachen aus dem Schlafzimmer holte. Ich schluckte die letzte Pille in dem Zyklus.
Auf dem Weg zurück in die Küche sprang ich mit Anlauf über die Leiche. Die Spüle stand voll mit schmutzigem Geschirr, und das wollte alles erst noch gründlich gespült werden. Sein Gesicht war ganz dicht neben meinem nackten Fuß. Ich hielt die Tülle des Wasserkessels unter den Hahn. Dann zog ich meine Unterhose über die Tülle und spannte das Gummiband fest um den Kesselrand. Als das Wasser kochte, zog ich die mollig warme Buxe an. Ich sprang wieder über Ihn rüber mit dem Wasserkessel, den ich schnell weggeschleudert hätte, falls er schwappte, man will sich ja schließlich nicht die Beine verbrühen. Mein Fuß landete voll im Blut. Ich trat einen Schritt vor und fluchte. Ich wischte mir den Fuß am Teppich ab.
Ich wusch mir das Gesicht mit dem Wasser aus dem Kessel, das irgendwie angebrannt roch, dann mußte ich aufs Klo.
Während ich da saß, fiel mir plötzlich auf, daß ich die Tür abgesperrt hatte, obwohl Er tot war. Wie immer achtete ich penibel darauf, nach rückwärts abzuwischen. Und obwohl Er tot war, benutzte ich den Frischluftspray.

Um irgendwas zu tun, verstaute ich all die Geschenke für Ihn, für Red Hanna, für Vanessa Depressa und für Lanna im Wandschrank. Ich steckte mir eine Silk Cut an. Die Geschenke von Ihm für mich legte ich schön in eine Reihe und riß sie dann eins nach dem anderen auf wie die Apfelkisten im Job: Zum Vorschein kam eine glänzende Motorradjacke, ein Paar hauchdünne gelbliche Strümpfe, ein Feuerzeug, das nach echtem Gold aussah, ein irre seidiges Bustier-Dings und ein toller Walkman mitsamt Batterien. Ich fing wieder an zu heulen, als ich in das Blut trat und mich zu Ihm hinkniete. Aber dann streichelte ich Ihm bloß übers Haar, weil der Rest so kalt war. Das ganze Blut auf dem Boden war mit einer Art Haut überzogen. Als ich sah, daß die Silk Cut runtergebrannt war, stippte ich die Kippe ins Blut, und es zischte, als sie ausging.
Ich hatte so lange geheult, daß der Boiler inzwischen heiß sein mußte. Als ich aufstand klebten mir Fetzen von der Bluthaut an den Beinen, und frische rote Tropfen rannen an ihnen herunter. Meine nackten Füße hinterließen schwärzliche Abdrücke auf den Dielen. Mit dem schimmernden Geschenkpapier verwischte ich die Fußspuren zu Schlieren.
Ich kniete mich in die Badewanne, schrubbte mir die Beine ab und wusch mich innendrin. Als ich keine Gänsehaut mehr hatte, rasierte ich mir die Schienbeine. Dabei schnitt ich mich ein bißchen, eine kleine Blutblase quoll auf und wurde schnell zu einem fadendünnen Rinnsal. Ich tat einen Klacks Schaumbad ins Wasser und ließ die Wanne vollaufen. Prompt wurde es zu heiß, und ich mußte kaltes Wasser dazulaufen lassen.
Die Wohnung war jetzt gut eingeheizt, richtig gemütlich. Ich benutzte jedes saubere Handtuch, das ich finden konnte. Im Schlafzimmer rieb ich mich von oben bis unten mit Feuchtigkeitslotion ein und stieg wieder in die Buxe. Ich stellte die Träger an dem Bustier auf die passende Länge und zog eins von Seinen Oberhemden drüber, das ich halb aufgeknöpft ließ. Dann ein bißchen lila Glitzerlidschatten, zartrosa Puderrouge, weinroten Lippenstift. Als ich das Kleenex zum Abtupfen straff zog, riß es. Ich atmete tief durch und zupfte noch eins aus der Schachtel. Meine Fingernägel sahen wie üblich schlimm aus, also hockte ich noch eine Weile da und blies sie trocken, nachdem ich eine neue Schicht kirschsaftfarbenen Lacks aufgetragen hatte.
Ich band mir den rötlichen Schal ins Haar und zog die grünen Socken an. Ich hatte erst gezögert, ob ich das neue Paar Strümpfe unter der Samthose tragen sollte, was sich ziemlich geil anfühlt, oder die Jeans mit den zerfetzten Knien und den ganzen Rissen bis zum Hintern, mit einer Strumpfhose drunter. Am Ende entschied ich mich für die Samthose pur. Ich schnürte die Baseball-Stiefel zu und hielt das goldene Feuerzeug an eine Silk Cut. Die steife Motorradjacke roch intensiv nach Leder und knirschte, als ich sie anzog. Ich schob den Walkman in die Tasche und die Stöpsel in die Ohren, nachdem ich mir die langen Ohrringe angefriemelt hatte. Dann noch ein paar Kassetten eingesteckt: neuen Ambientsound, Acid Jazz, darkside Hardcore, und die mit dem Pablo Casals, wo er immer die gleichen einsamen Grooves auf seinem Cello runterschrammelt.
Hinter abgesperrter Tür hockte ich auf’m Klo und hörte mir das alles im Walkman an; Auto-Reverse drehte die Kassetten um, ohne daß man sie rausnehmen mußte! Ich probierte das goldene Feuerzeug an meinen Silk Cuts aus. Ab und zu hob ich den Klodeckel, um die Kippen reinzuschnippen.
Als ich wieder rauskam, war es auf der Video-Zeitanzeige so gegen zwölf. Alle die aus den unteren Etagen, die zur Arbeit gingen, mußten inzwischen weg sein, so daß jetzt weniger mit Gaffern zu rechnen war, wenn die Ambulanz oder die Polizei Ihn abholen kam.

Auf dem Monitor stand:
NACHRICHT AUF DISKETTE
xxxx

Ich drückte auf die Taste, um die Diskette rausspringen zu lassen, nachdem ich die Zeile auf dem Bildschirm gelöscht hatte, dann zog ich den Stecker raus. Die Floppy ließ ich in die Jackentasche gleiten. Ich schnappte mir zwei Päckchen Silk Cuts aus dem Karton und stopfte mir ein paar von den Kassetten in die Taschen. Was noch? Christbaumkerzen ausknipsen, dito das Kaminfeuer und den Boiler, und im Geldbeutel das Kleingeld für die Telefonzelle zählen. Bis zum Zahltag würde es nicht reichen. Auf der Fußmatte lag ein Modellkatalog, den schmiß ich in den Müll, schloß sorgfaltig hinter mir ab und machte mich auf den Weg die Treppe hinunter, an anderen Wohnungstüren vorbei.
Draußen war weit und breit niemand zu sehen. Die Pfützen waren gefroren, das Eis von Gören auf dem Schulweg eingetreten. Ein...

Auszug aus Hin und Weg von Alan Warner. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er hatte sich mit dem Messer die Kehle durchgeschnitten. Er hatte sich mit dem Hackebeil fast die Hand abgetrennt. Er konnte nichts mehr dagegen sagen, also zündete ich mir eine Silk Cut an. Etwas wie ein seltsamer Schauder durchlief mich. Angst — auch, aber in meinen Tagträumen hatte ich mir schon ausgemalt, wie es wäre.
Nackt und tot lag Er da, mit dem Gesicht auf dem Küchenboden, rundherum alles voll Blut. Die Lichterkette am Christbaum ging an und aus, an und aus. Man konnte die Geschwindigkeit des Blinkens stufenweise einstellen. Wieder und wieder sah man Ihn da hingestreckt, und im Dunkeln zwischendurch nur Seinen Computerbildschirm, der noch angeschaltet war.
Ich fing an zu heulen wegen all dieser Geschenke unter unserm Baum und Ihm da so mausetot. Unnütze, kleine Geschenke haben mich schon immer deprimiert. Also heul ich denn erst mal ein bißchen für mich und dann für die ändern, wenn mir all das Traurige hochkommt. Die aus der Corran Road, deren Söhne beim Fischen ertrunken sind. Die hatte so lange geflennt, bis sie ein Auge verlor. Ich heulte stoßweise, und meine Nase lief.
Ich ließ die Silk Cut fallen, und sie brannte auf dem versiegelten Dielenboden bis auf den Filter runter. Ich hörte auf zu heulen, weil ich keine Luft mehr kriegte und jämmerlich fror. Ich stellte das Blinken der Lichterkette auf die niedrigste Stufe. Ich machte das Küchenlicht an, dann den Boiler, dann das elektrische Kaminfeuer. Musik legte ich keine auf.
Ich grübelte wohl auch, ob ich zu der Zelle an der Garage gehen sollte, um die Polizei oder die Rettung oder sonstwen anzurufen, der alles weitere erledigen würde. Doch dann wüßte es bald der ganze Hafen. Sie würden ein Bild in die Zeitung setzen. Und sein alter Daddy, der irgendwo auf dem Land wohnte, müßte benachrichtigt werden. Mein Pflegevater und die bei der Bahn und all die im Supermarkt würden es erfahren.
Der Boiler brauchte eine halbe Stunde zum Aufheizen, und es war schon beinah acht Uhr auf dem Video. Ich mußte einen Kessel Wasser heiß machen, um den Schmierfilm vom Gesicht zu kriegen nach der ganzen Heulerei und so.
Ich kam nicht an Ihm vorbei, ohne in Sein Blut zu treten, und mir grauste davor, als ich meine Sachen aus dem Schlafzimmer holte. Ich schluckte die letzte Pille in dem Zyklus.
Auf dem Weg zurück in die Küche sprang ich mit Anlauf über die Leiche. Die Spüle stand voll mit schmutzigem Geschirr, und das wollte alles erst noch gründlich gespült werden. Sein Gesicht war ganz dicht neben meinem nackten Fuß. Ich hielt die Tülle des Wasserkessels unter den Hahn. Dann zog ich meine Unterhose über die Tülle und spannte das Gummiband fest um den Kesselrand. Als das Wasser kochte, zog ich die mollig warme Buxe an. Ich sprang wieder über Ihn rüber mit dem Wasserkessel, den ich schnell weggeschleudert hätte, falls er schwappte, man will sich ja schließlich nicht die Beine verbrühen. Mein Fuß landete voll im Blut. Ich trat einen Schritt vor und fluchte. Ich wischte mir den Fuß am Teppich ab.
Ich wusch mir das Gesicht mit dem Wasser aus dem Kessel, das irgendwie angebrannt roch, dann mußte ich aufs Klo.
Während ich da saß, fiel mir plötzlich auf, daß ich die Tür abgesperrt hatte, obwohl Er tot war. Wie immer achtete ich penibel darauf, nach rückwärts abzuwischen. Und obwohl Er tot war, benutzte ich den Frischluftspray.

Um irgendwas zu tun, verstaute ich all die Geschenke für Ihn, für Red Hanna, für Vanessa Depressa und für Lanna im Wandschrank. Ich steckte mir eine Silk Cut an. Die Geschenke von Ihm für mich legte ich schön in eine Reihe und riß sie dann eins nach dem anderen auf wie die Apfelkisten im Job: Zum Vorschein kam eine glänzende Motorradjacke, ein Paar hauchdünne gelbliche Strümpfe, ein Feuerzeug, das nach echtem Gold aussah, ein irre seidiges Bustier-Dings und ein toller Walkman mitsamt Batterien. Ich fing wieder an zu heulen, als ich in das Blut trat und mich zu Ihm hinkniete. Aber dann streichelte ich Ihm bloß übers Haar, weil der Rest so kalt war. Das ganze Blut auf dem Boden war mit einer Art Haut überzogen. Als ich sah, daß die Silk Cut runtergebrannt war, stippte ich die Kippe ins Blut, und es zischte, als sie ausging.
Ich hatte so lange geheult, daß der Boiler inzwischen heiß sein mußte. Als ich aufstand klebten mir Fetzen von der Bluthaut an den Beinen, und frische rote Tropfen rannen an ihnen herunter. Meine nackten Füße hinterließen schwärzliche Abdrücke auf den Dielen. Mit dem schimmernden Geschenkpapier verwischte ich die Fußspuren zu Schlieren.
Ich kniete mich in die Badewanne, schrubbte mir die Beine ab und wusch mich innendrin. Als ich keine Gänsehaut mehr hatte, rasierte ich mir die Schienbeine. Dabei schnitt ich mich ein bißchen, eine kleine Blutblase quoll auf und wurde schnell zu einem fadendünnen Rinnsal. Ich tat einen Klacks Schaumbad ins Wasser und ließ die Wanne vollaufen. Prompt wurde es zu heiß, und ich mußte kaltes Wasser dazulaufen lassen.
Die Wohnung war jetzt gut eingeheizt, richtig gemütlich. Ich benutzte jedes saubere Handtuch, das ich finden konnte. Im Schlafzimmer rieb ich mich von oben bis unten mit Feuchtigkeitslotion ein und stieg wieder in die Buxe. Ich stellte die Träger an dem Bustier auf die passende Länge und zog eins von Seinen Oberhemden drüber, das ich halb aufgeknöpft ließ. Dann ein bißchen lila Glitzerlidschatten, zartrosa Puderrouge, weinroten Lippenstift. Als ich das Kleenex zum Abtupfen straff zog, riß es. Ich atmete tief durch und zupfte noch eins aus der Schachtel. Meine Fingernägel sahen wie üblich schlimm aus, also hockte ich noch eine Weile da und blies sie trocken, nachdem ich eine neue Schicht kirschsaftfarbenen Lacks aufgetragen hatte.
Ich band mir den rötlichen Schal ins Haar und zog die grünen Socken an. Ich hatte erst gezögert, ob ich das neue Paar Strümpfe unter der Samthose tragen sollte, was sich ziemlich geil anfühlt, oder die Jeans mit den zerfetzten Knien und den ganzen Rissen bis zum Hintern, mit einer Strumpfhose drunter. Am Ende entschied ich mich für die Samthose pur. Ich schnürte die Baseball-Stiefel zu und hielt das goldene Feuerzeug an eine Silk Cut. Die steife Motorradjacke roch intensiv nach Leder und knirschte, als ich sie anzog. Ich schob den Walkman in die Tasche und die Stöpsel in die Ohren, nachdem ich mir die langen Ohrringe angefriemelt hatte. Dann noch ein paar Kassetten eingesteckt: neuen Ambientsound, Acid Jazz, darkside Hardcore, und die mit dem Pablo Casals, wo er immer die gleichen einsamen Grooves auf seinem Cello runterschrammelt.
Hinter abgesperrter Tür hockte ich auf’m Klo und hörte mir das alles im Walkman an; Auto-Reverse drehte die Kassetten um, ohne daß man sie rausnehmen mußte! Ich probierte das goldene Feuerzeug an meinen Silk Cuts aus. Ab und zu hob ich den Klodeckel, um die Kippen reinzuschnippen.
Als ich wieder rauskam, war es auf der Video-Zeitanzeige so gegen zwölf. Alle die aus den unteren Etagen, die zur Arbeit gingen, mußten inzwischen weg sein, so daß jetzt weniger mit Gaffern zu rechnen war, wenn die Ambulanz oder die Polizei Ihn abholen kam.

Auf dem Monitor stand:
NACHRICHT AUF DISKETTE
xxxx

Ich drückte auf die Taste, um die Diskette rausspringen zu lassen, nachdem ich die Zeile auf dem Bildschirm gelöscht hatte, dann zog ich den Stecker raus. Die Floppy ließ ich in die Jackentasche gleiten. Ich schnappte mir zwei Päckchen Silk Cuts aus dem Karton und stopfte mir ein paar von den Kassetten in die Taschen. Was noch? Christbaumkerzen ausknipsen, dito das Kaminfeuer und den Boiler, und im Geldbeutel das Kleingeld für die Telefonzelle zählen. Bis zum Zahltag würde es nicht reichen. Auf der Fußmatte lag ein Modellkatalog, den schmiß ich in den Müll, schloß sorgfaltig hinter mir ab und machte mich auf den Weg die Treppe hinunter, an anderen Wohnungstüren vorbei.
Draußen war weit und breit niemand zu sehen. Die Pfützen waren gefroren, das Eis von Gören auf dem Schulweg eingetreten. Ein Auto fuhr vorbei, mit einer Qualmwolke um den Auspuff. Miles Davis dübelte mir nach Get Up With It, He Loved Him Madly in die Ohren. Meine Hände staken in den Jackentaschen, die Kälte zwickte mich in die Nase; in der einen Tasche hielt ich die Diskette umklammert, und wahrend ich auf die Telefonzelle zuging, spürte ich in der anderen Tasche die laufende Kassette unter den Fingern, es war gerade die Stelle, wo die Trompete zum zweitenmal einsetzt: Und ich lief glatt an der Telefonzelle vorbei. Nichts zu machen, die Musik trieb mich einfach weiter.
Es war ein eisiger, glasklarer Tag mit blaßblauem Himmel, silbriger Sonne; man konnte jeden Atemhauch sehen. Ich lief am Phoenix und am Bayview vorbei. Am anderen Ende der Bucht, zwischen St. John's und dem Videoshop, sah man Schnee auf den Bergen der Insel, wo meine Pflegemutter begraben lag. An der Uferbrüstung entlang hasteten Leute über die Straße in die Läden. Alle Autos und Busse hatten Qualmwolken um den Auspuff. Ein Mann in einem Auto auf der anderen Straßenseite hob kurz die Hand m meine Richtung. Ich winkte zurück; es war bloß Ramraider, mein Fahrlehrer, bei einer Fahrstunde. Ein Fischkutter lief in die Bucht ein, mit einem Licht am Mast. Ich blieb stehen und sah zu, wie er zum Eisenbahnpier hinüberfuhr. Ich sog die frische, kalte Luft tief in mich ein und hielt das goldene Feuerzeug an eine Silk Cut.
Am Bahnhof wechselte ich die Kassette und sah zur Uhr hoch. Ich wußte, daß mein Pflegevater mit dem Frühzug weg war, also überquerte ich den Bahnhofsplatz. Am Christbaum waren die bunten Glühbirnen noch eingeschaltet. Hier gab's die nächsten Telefonzellen; also bog ich um die Ecke, wie jeden Arbeitstag seit acht Jahren.
Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt blieb ich stehen, um die Silk Cut zu Ende zu rauchen, und als das Schlagzeug nach dem Baßsolo in Bodytalk einsetzte, ging ich durch die breite Glastür und geradewegs zur Präsenzliste. Klar, daß Creeping Jesus, unser Oberschnüffler, schon bereitstand, um mich blöd anzuschwallen. Er zupfte mir einen der Ohrstöpsel raus. Du bist 'ne Dreiviertelstunde zu spät dran, jetzt mach aber, daß du raufkommst, kriegte ich in seinem südlichen Akzent zu hören. Wohl schon Bescherung gehabt, wie? grinste er noch und zeigte auf die Lederjacke und den Walkman. Ich steckte den Stöpsel wieder ins Ohr und nahm den Aufgang zum Umkleideraum fürs weibliche Personal.
Lanna aus der Bäckerei stand da und schleckte sich die Finger ab. Sie waren ganz zuckrig vom Krapfenstapeln. Wo hast du denn die irre Jacke her? staunte sie. Ich legte sie ihr um die Schultern, sie strich über das Leder und wollte wissen, ob mein Freund sie mir geschenkt hat. Sie nannte Ihn beim Namen. Ich schloß meinen Spind auf und holte den Nylonkittel, die Schürze, die zusammengerollte Strumpfhose und die Halbschuhe raus. Als ich die Arbeitsuniform sah, hätte ich mich beinah umgedreht und Lanna gesagt, daß Er tot war. Sie spielte mit dem Walkman, druckte die Vorlauftaste, so daß der Sound von Music Revelation Ensemble wie aus weiter Ferne rüberkam. Lanna beklagte sich, daß die in der Bäckerei sie über fünf Stunden lang ohne Pause hatten malochen lassen, gegen so was gab es doch Gesetze. Hast du alle seine Geschenke dabei? sagte sie. Ich nickte, streifte die Samthose ab und knöpfte das Hemd auf. Man konnte den Bustier sehen. Ich zog die ollen, bräunlichen Strumpfhosen an, dann den Kittel und die Schürze, während Lanna mir die obersten Knöpfe zumachte und das aufgeladene Nylonzeug an mir glattstrich. Sie nahm mir behutsam die Ohrringe ab und biß sich auf die Lippe. Schmucktragen war in der Abteilung verboten. Wieso hast du dir denn überhaupt die Mühe gemacht, die anzustecken, Morvern? sagte sie. Ich legte die Jacke und den Walkman in den Spind. Sie sind wunderschön, und dieses Büstendingsda auch, meinte Lanna. Und da wir jetzt dann drei Tage frei hätten, ob ich nach der Schicht ins Mantrap mitkäme auf 'ne volle Dröhnung? Sie würde mir 'n paar Sachen in 'ner Badetasche mitbringen: Schuhe und das schwarze Mini, obwohl es ein Kiffloch vorne an der Schulter hatte; ich könnte mich ja in dem Klohäuschen am Nordpier umziehen. Ich nickte, sie sagte mir, wo und wann wir uns treffen sollten und zeigte mir die halbe Flasche Southern Comfort, die sie in ihrem Spind gebunkert hatte. Sie steckte sich eine Regal an, und ich nahm einen Zug und nickte. Lächelte sogar.

Unten herrschte das Chaos. Smugslug hatte nicht gerafft, daß die Kartoffeln zu hoch aufgeschichtet waren. Jetzt lagen sie haufenweise am Boden und wurden von den Kunden durch die Gegend gekickt. Ich kniete mich hin, um sie aufzulesen, und schob den ganzen Kartoffelberg dann weiter nach hinten ins Regal. Bei dem Job konnte ich mir nie die Nägel wachsen lassen: meine Hände waren andauernd voller Erde.
Im Tunnel zu den Kühlräumen versuchte dieser Smugslug doch glatt, mir wegen meiner Verspätung 'ne Standpauke zu halten. Ich hatte zuviel Hunger, um mir den Seich anzuhören. Ich ließ ihn stehen. Klaute mir ein paar Eierpflaumen aus einem Kühlraum und rieb sie an meiner Schürze ab. Beim Reinbeißen beugte ich mich vornüber, so daß der Saft auf den Boden tropfte. Ich lud einen Stapelkarren voll mit losen Karotten, abgepackten Tomaten, Champignons, Eisbergsalaten, Lollos, Kresseschachteln.
Smiler kam mit einer Palette leerer Verpackungen aus dem Tunnel. Er fing an, die Kartons für die Entsorgung in Stücke zu reißen. Gehst du heute abend aus? wollte er wissen. Mmm, machte ich. Mantrap, was? sagte er. Und ich: hmm-hm.

Ich schob meine Ladung den Tunnel entlang zwischen den Kunden durch. Als ich gerade die losen Karotten rauskippte, kam Smiler lässig mit einem turmhoch bepackten Karren voller Südfrüchte angekurvt. Er rief Shadow, dem Regalstapler in der nächsten Abteilung, irgendwas über das letzte Wochenende im Mantrap zu. Ich schaffte meine leeren Kisten und Kartons zurück. Die Kisten stellte ich neben den Lastaufzug, die Kartons fetzte ich auseinander und achtete darauf, mir nicht die Hände an den Drahtklammern aufzureißen. Ich hievte die Pappstöße in die Presse und drückte den Knopf. Als Smiler ankam, gab ich ihm die Liste, die ich auf ein Stück Karton notiert hatte:

3 Golden Delicious
3 Granny Smith
2 Braeburn
Zitronen (lose/abgepackt)
Orangen (Dutzend + Halbd.)
Knoblauch (lose)
Avocados

Smiler meinte, nicht Smugslug, dieser Lahmarsch, sondern ich hätte hier von Rechts wegen Sektionschef werden sollen. Mmm, machte ich bloß, denn bei meiner ellenlangen Liste von Verstößen, und der Art, wie Creeping Jesus mich auf dem Kieker hatte, konnte ich mir jede Hoffnung auf Beförderung sowieso abschminken.
Smiler fing an, seinen Karren neu zu beladen. Und sobald ich seine leeren Kartons auch noch entsorgt hatte, würde es so sicher wie das Amen in der Kirche mit weiteren Gemüsekästen weitergehen, und er würde zur Abwechslung die Kartoffeln aufsammeln. So hielten wir die Abteilung in Schuß.

Nach genau vier Stunden verzog ich mich in die Kantine. Mit dem Goldfeuerzeug hatte ich mir schon eine Silk Cut angesteckt, ehe ich die Treppe rauf war. Ich griff mir zwei Brötchen, tat Ketchup drauf und setzte mich neben Tequila Sheila von der Kassenfront.
Neue Jacke, hab dich mit reinkommen sehen, sagte sie.
Hmm-hm, machte ich.
Was hast du Weihnachten vor, feierst du bei Red Hanna?
Mmm.
Hast du heut Schicht bis Ladenschluß?
Mmm.
Mantrap?
Hmm-hm.
Mist, ich muß bis abends bleiben. Seh euch dann später.

Tequila Sheila und ich waren in dieser Clique vom Sozialwohnungskomplex, genannt die Komplexmiezen. Aber die Lästermäuler verstummten, als ich anfing, mit Ihm zu gehen, und Ihm zusah, wie er sein Modell auf dem Speicher baute. Weil ich lang aufgeschossen war, hatte ich schon mit dreizehn einen Halbtagsjob im Supermarkt gekriegt, praktisch gleich nachdem er neu aufgemacht worden war. Was mein Alter betraf, drückten die da ein Auge zu; je eher sie anfangen können, einen auszubeuten, desto besser. In der Schule versaut man sich alle Chancen, wenn man abends und am Wochenende immer jobben geht. Der Chef ködert einen mit Bargeld auf die Kralle, alles schwarz natürlich, null Versicherung, und wenn man fünfzehn oder sechzehn ist, rutscht man von den Sommerferien an ganz von selbst in den Ganztagsjob und geht nie wieder zurück zur Schule.

Am Nachmittag war's wie immer, aber als in der Abteilung alles tipptopp lief, mußte ich laut Befehl von Creeping Jesus bei Seekuh an der Kasse aushelfen, anstatt mit Smugslug die frisch gelieferte Ware zu sortieren.
An der Kasse stopfte ich Plastiktüten mit den Weihnachtseinkäufen der Leute voll. Eine Frau mit dem Akzent der Besserverdienenden wies mich an, mir die dreckigen Pfoten zu waschen, bevor ich ihre Geschenkkärtchen anfaßte. Manche Rechnungen beliefen sich auf mehrere hundert Pfund. Und alle zahlten mit Kreditkarten. Ich stellte die Tüten in Einkaufswagen und schob sie zu den Volvos raus. Bei einer dieser Familien der Besserverdienenden machte der Wein den größten Posten auf der Rechnung aus, ein ganzer Einkaufswagen nur für die Flaschen. Eine Tochter in meinem Alter sah seelenruhig zu, wie ich ihnen den Kofferraum vollpackte. Da sie mit Kreditkarte zahlten, gab's kein Wechselgeld, also auch kein Trinkgeld. Fröhliche Weihnachten, sagte der Familienvater.

[Leseprobe, S. 7-15]


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
2.8 von 5 Sternen
2.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hin und weg...mit diesem Buch 31. Dezember 2004
Format:Taschenbuch
Wahrscheinlich hätte ich mir dieses Buch auch nie gekauft, aber es war über die „bookcrosser"-Vereinigung von einem Mitglied auf unserem Hauptbahnhof freigelassen worden. Es sah so einsam aus; da haben wir uns seiner angenommen. Ich muss sagen, dass der Tag der Wieder-Freilassung kein Trauertag sein wird...
Morvern Callar findet den Leichnam ihres Freundes (Selbstmord durch Kehle-Aufschneiden und Hand-Abhacken...na danke!) gleich zu Anfang des Buches. Zunächst habe ich gedacht, sie handelt irgendwie in einer Schockhandlung, als sie nach einigen hysterischen Tränen sämtliche Weihnachtsgeschenke vorzeitig auspackt, einsteckt, anzieht, benutzt und damit einfach zur Arbeit geht. Doch der Roman geht so weiter. Morvern ist eine melancholische junge Frau, die in ihrem schottischen Kleinstadt-Leben nach dem Abgang ihres Freundes nur ihren Pflegevater, ihre Freundin Lanna und deren Großmutter wirklich gern haben kann. Alle anderen Menschen um sie herum werden von ihr ohne Tiefe beschrieben, wie Fotos in irgendeinem Flohmarkt-Album. Die Figur scheint also kalt angelegt. Morvern schläft mit anderen Jungs, schickt den vollendeten Roman ihres Freundes unter ihrem eigenen Namen an diverse Verlage und wird tatsächlich hofiert. Sie entledigt sich der Leiche erst nach mehreren halbherzigen versuchen, sie einfach aus ihrem Sichtfeld zu bringen. Sie bedient sich des Geldes des Toten und des Vorschusses für das Buch, reist nach Spanien, feiert wild und schläft mit anderen Jungs...
Dieses Buch ätzt... aber nicht auf eine Weise, wie andere junge Autoren das gerne nutzten. Es ätzt und es bleibt nichts. Es bleibt keine außergewöhnliche Lese-Erfahrung, es bleibt keine tolle Story, derer man sich erinnert.
Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk, abgesehen von dem leider etwas schwachen Ende. Sprachlich wie auch inhaltlich steckt der Author alle deutschen Kollegen der gleichen Altersklasse spielend in die Tasche.
Dass das Buch in Deutschland offensichtlich nicht gut ankommt, kann nur zwei Gruende haben.
Erstens sprachlich: die deutsche Uebersetzung muss miserabel sein; ich habe das Buch bloss im Original gelesen, und dort zieht einen die Sprache der Protagonistin von der ersten Seite aus in ihren Bann.
Zweitens inhaltlich: man muss sich im Klaren sein, dass sich die angelsaechischen Laender (also USA, UK und ganz besonders Schottland)historisch-kulturell in einer ganz anderen Phase befinden. Waehrend hierzulande die Literaturszene haeufig politisch motiviert ist und verzweifelt versucht, unsere deutsche Vergangenheit zu bewaeltigen (Grass)oder irgendwie eine Kontinuitaet/Identitaet herzustellen (Zonenkinder/Generation Golf (?) ), stellen junge Autoren in den o.g. Laendern die sinnentleerte Gegenwart dar, die die dortige Jugend/Menschen erfaehrt, deren einzige Lebensfreude im Konsum besteht (z.b. Fight Club, Rules of Attraction).
So auch Morvern: geschiedene Eltern, aus der Schule geflogen, 630-Mark Job etc, in einem grauen, schottischen Kuestenkaff ohne Perspektive oder Inspiration. Warner stellt einfach meisterhaft dar, wie dies bei seiner Protagonistin zu einer totalen Entfremdung von der eigenen Gefuehlswelt (beim Anblick des toten Freunds:"a sortof wave of something went thru me"), zur Flucht in den Hedonismus und letztendlich zur Abwesenheit jeder Moral fuehrt.
Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1.0 von 5 Sternen Hin und weg? Finger weg! 5. Dezember 2004
Format:Taschenbuch
Wahrscheinlich hätte ich mir dieses Buch auch nie gekauft, aber es war von einem Mitglied der „bookcrosser"-Vereinigung auf unserem Hauptbahnhof freigelassen worden. Es sah so einsam aus; da haben wir uns seiner angenommen. Ich muss sagen, dass der Tag der Wieder-Freilassung kein Trauertag für mich sein wird...
Morvern Callar findet den Leichnam ihres Freundes (Selbstmord durch Kehle-Aufschneiden und Hand-Abhacken...na danke!) gleich zu Anfang des Buches. Zunächst habe ich gedacht, sie handelt irgendwie in einer Schockhandlung, als sie nach einigen hysterischen Tränen sämtliche Weihnachtsgeschenke vorzeitig auspackt, einsteckt, anzieht, benutzt und damit einfach zur Arbeit geht. Doch der Roman geht so weiter. Morvern ist eine melancholische junge Frau, die in ihrem schottischen Kleinstadt-Leben nach dem Abgang ihres Freundes nur ihren Pflegevater, ihre Freundin Lanna und deren Großmutter wirklich gern haben kann. Alle anderen Menschen um sie herum werden von ihr ohne Tiefe beschrieben, wie Fotos in irgendeinem Flohmarkt-Album. Die Figur scheint also kalt angelegt.
Dieses Buch ätzt... aber nicht auf eine Weise, wie andere junge Autoren das gerne nutzten. Es ätzt und es bleibt nichts. Es bleibt keine außergewöhnliche Lese-Erfahrung, es bleibt keine tolle Story, derer man sich erinnert. Ich habe mich beim Lesen wie unter einem grauen Schleier gefühlt und es hat mich angenervt. Es war nicht so schlimm, dass ich es abbrechen musste, aber es war definitiv eines der langweiligsten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich habe das Gefühl, Warner hat mal Bret Easton Ellis gelesen und glaubt nun einen auf „Unter null"-light machen zu können.
Lesen Sie weiter... ›
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen einfach klasse...
also, ich fands gut. Ich kann mich nicht lange drüber auslassen.. es war irgendwie krank.. und man denkt immer wieder WOW... ich würde nie so handeln.. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Juni 2004 von "das_tripel"
5.0 von 5 Sternen es ist ein sehr gutes buch
die hauptperson ist sehr gut und ich habe mich in ihr heinein versetzt . es wurde sehr gut geschrieben . vielleicht bin ich erst 15 aber ich finde es super gut . Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Januar 2004 von petra urlass
1.0 von 5 Sternen Wieso? Warum? Wozu?...
sind die Fragen, die einen beim Lesen dieses Buches ständig begleiten. Mit Erstaunen habe ich gelesen dass der Autor für dieses Buch sogar einen Preis gewonnen hat. Lesen Sie weiter...
Am 9. August 2002 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.......-bloß nicht...
Die 21-jährige Morvern, die Hauptdarstellerin des Buches findet am 24. Dezember ihren Freund in ihrer gemeinsamen Wohnung mit durchgeschnittener Kehle und fast abgetrennter... Lesen Sie weiter...
Am 1. September 2001 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine absurde Reise
Morvern, so heisst sie doch, ist stark und cool und traurig. Die Gründe für ihre Handlungen bleiben ungeklärt, der Leser sieht nicht in sie hinein, sieht nur die... Lesen Sie weiter...
Am 26. Juli 2001 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen überflüssig
Die Handlung von "Hin und Weg" klingt in der Beschreibung auf dem Buchrücken sehr interessant - der Grund, warum ich dieses Buch bestellt und gelesen habe. Lesen Sie weiter...
Am 8. August 2000 veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar