Diesmal entführt uns das Gezeitenwelt-Team, namentlich Hadmar von Wieser, auf den Kontinent Serkan Katau und von dort um die halbe Gezeitenwelt.
Wiedereimal fällt die äußerst gelungene Gestaltung des Buches als erstes ins Auge. Es wird der schöne Stil von "Der Wahrträumer" weiter geführt, so dass hier nicht nur das "geistige Auge" auf seine Kosten kommt.
Die Kultur der Kataueken ist an den fernöstlichen Kulturen der Realität angelehnt und sehr schön ausgearbeitet, manchmal sogar etwas zu detailliert geschildert, was meiner Meinung nach die Geschichte etwas verschleppt. Leider merkt man häufig, dass der Autor der Rollenspiel-Szene entstammt. Erinnern seine Ausführung bisweilen doch an die Beschreibungen einer Regional-Box aus "Das Schwarze Auge". Jedoch muss man ihm zu Gute halten, dass viel Liebe in der Ausarbeitung steckt - was der geneigte Leser auch merkt. Besser wird das Buch, als die Helden Serkan Katau verlassen und in Ajuna an Land gehen.
Das absolute Highlight dieses Buches ist der Blaue Gott "Fünfarm" mit seiner dumm-rüpelhaften Art. Hier hat der Autor echten Einfallsreichtum beim Erdenken von Schimpftiraden bewiesen - habe ich gelacht. Ansonsten sind die Charaktere eher etwas unsympathisch, was allerdings in Verbindung mit der Geschichte zumindest nachvollziehbar ist. Und wer weiß, vielleicht begegnen sie uns ja später noch einmal in der Rolle eines "Bösewichts".
Es bleibt festzuhalten, dass man im 2. Band der Gezeitenwelt wiedereinmal unterhaltsame Fantasy geboten bekommt, gelegentlich aber eben zu detailliert und langatmig. Weniger wäre hier manchmal mehr gewesen... "Himmlisches Feuer" ist nicht so gut wie "Der Wahrträumer" und lange nicht so gut wie die Folgeromane "Das Weltennetz" und "Die Purpurinseln". Für das Gesamtbild der Gezeitenwelt sollte man es aber gelesen haben und schlecht ist was anderes - daher 4 Sterne!