Natürlich ist ein Großteil der Bilder älter und entspricht der klassischen Kunst. Aber gerade das macht die Abwechslungsfähigkeit der Abbildungen so überraschend. Viele der Darstellungen wirken überraschend modern, einige moderne Bilder erstaunlich konservativ.
Das Einfügen von Fotographien im letzten Kapitel ist dabei genauso gelungen wie die eher ungewöhnlichen Heiligendarstellungen von Edvard Munch und Max Ernst.
Auch die Sinnlichkeit, die in vielen Bildern zu erkennen ist, mag verwundern und faszinieren.
Heilige Frauen in einen Kontext aus Sinnlichkeit und Sexualität darzustellen, scheint zuerst zu überraschen. Wer aber einen Blick in dieses äußerst gelungene Buch wirft, wird feststellen, wie logisch dieser Schritt war.
Das Buch mag zwar das Motto "Sex sells" augenscheinlich etwas nutzen, sein Inhalt ist aber weder zu frech noch in irgendeiner Weise unangebracht.
Vielmehr bekommt der Leser neben schönen Bildern einen interessanten Einblick sowohl in die Welt der heiligen Frauen und ihrer Verehrung, aber auch in die Moralvorstellungen der jeweiligen Zeiten. Es wird nicht nur über das Motiv, sondern auch über den Künstler berichtet.
Ein lehrreicher und schöner Genuss in der vom Verlag gewohnten, hohen Qualität.