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Hülya Kandemir ist keine Politikerin, rhetorisch Differenziertes muss von ihr nicht erwartet werden und ihr privater Glaube sei ihr unbenommen. Wer aber angesichts Tausender von Terroropfern, Ehrenmorden, Selbstmordattentaten und Enthauptungen, ganz zu schweigen von der Stellung der Frau im Islam, solch blumige Verharmlosungs- und Erweckungssentenzen im Munde führt, muss mit Widerspruch rechnen. Die Geschichte der Sängerin aus der Oberpfalz gleicht dem fast schon klassisch ausgetretenen Pfad in den Fundamentalismus. Auf die Erkenntnis, in einer oberflächlichen und sinnentleerten westlichen Welt zu leben, unter Freunden, die dem Hedonismus und den Drogen frönen, folgt die Rückkehr zu den religiösen Wurzeln. Allah wird ihr geistiger Führer, das Kopftuch ihr Schutz.
Jenseits der Lebensgeschichte des Popstars, den, wie ein Amazon-Leser bemerkte, niemand so recht zu kennen scheint, liest sich das Buch wie eine Wegbeschreibung in den religiös kulturellen Konflikt. Vielleicht auch in den Fundamentalismus. Im Kleinen bekommt man so eine Ahnung davon, wie Unversöhnlichkeit im Großen entsteht. Hülya fühlt sich unverstanden und reagiert mit dem Rückzug in eine reinere Sphäre. Mohammed, Allahs Heil und Frieden mit ihm (wie jeder gläubige Muslim fügt auch Hülya stets die traditionelle Segensformel hinter jede Erwähnung des Propheten), wird zum großen Ansprechpartner. Statt Austausch und Diskussion gibt es streng befolgte Traditionen. Rechthaberei und Verhärtung haben Einzug gehalten.
Anders als geplant, könnte Hülya Kandemirs Lebensweg als ein sehr brisantes und aktuelles Dokument gegenseitiger Entfremdung gelesen werden. Dies wäre dann das wirklich Erhellende an ihrem Buch. Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
interessante Biographie,
Von Sonnenkicker (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Himmelstochter: Mein Weg vom Popstar zu Allah (Gebundene Ausgabe)
Hülya war in meiner Jugendzeit meine Lieblingssängerin in der Region. Ich kann mich gut daran erinnern, wie diese begabte Sängerin die Kneipe zum Platzen brachte und man nur schwer noch einen Platz bekommen hat.Als ich dann in der SZ las, dass sie 2005 ihre Musikkarriere beendete und nun mit Kopfbedeckung durchs Leben geht, war ich doch sehr erstaunt. Hülya versucht in ihren Buch - wie auch in ihrem Leben - Verständnis zwischen den Religionen zu erzeugen. Ein herzensguter Wunsch, vor allem in der heutigen Zeit von Terrorangst, aber auch wenn man sieht wieviel Vorurteile zwischen den Menschen herrschen. Sie steht für eine Welt ein in dem alle Menschen genauso entgegen getreten werden sollte. Und wenn sie erzählt, wie sie es mit ihrer offenen Art und ihrem Lächeln versucht, kann ich mir das sogar gut vorstellen. Hülya berichtet in ihrer Biographie, wie sie in der Oberpfalz aufwuchs, wie sie das Gitarrespielen für sich entdeckt, ihrer Karriere sowie weiteren privaten Stationen und welch ein Bezug sie jeweils zu Allah hatte. Es ist interessant zu lesen, wie sie im Bezug auf ihre Religion sich gewandelt hat. Man kann sicherlich streiten, ob Hülya die Welt nicht etwas zu spirituell sieht. Aber sie zeichnet ein positives und friedliches Bild des Islams. Interessant fand ich ihre Schilderungen ihren Mann kennen- und liebenzulernen ohne ihn auch nur die Hand gegeben zu haben oder privat allein mit ihm gewesen zu sein! Mich hat es zum Ende des Buches sehr gefreut, dass sie mit ihrer "Wandlung" zur Muslimin geschafft hat, was ihr als Sängerin nicht gelingen konnte, Einfluss auf die Welt zu nehmen, als sie in München eine erfolgreiche Friedensdemonstration veranstaltete und dafür vom Oberbürgermeister ausgezeichnet wurde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein besonderes Buch in einer besonderen Zeit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Himmelstochter: Mein Weg vom Popstar zu Allah (Gebundene Ausgabe)
Ein besonders Buch für eine besondere Zeit -Es mag abgedroschen klingen ist deshalb aber nicht weniger wahr: Seit dem 11 September hat sich vieles verändert, nicht zuletzt das Bild des Islams in den Medien, und das gewachsene Interesse an verwandten Themen. Gerade zu aktuellen Diskussionen über die Zukunft multikultureller Gesellschaften, Toleranz und Integration ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag, nicht zuletzt deshalb weil es eines der wenigen wenn nicht das einzige Buch auf dem deutschen Markt ist, das Lesern einen tiefen Einblick in Leben und Glaubenswelt junger Muslime in Deutschland, in Europa ermoeglicht. In diesem Fall ist das Persoehnliche gerade die grosse Staerke dieses Buches (entgegengesetzt zur seltsamen Amazon Rezension?) Eine besondere, junge und mutige Frau und ganz nebenbei ist es auch unglaublich interessant in diese Welt einzutauchen, absolut empfehlenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Realität,
Von Samsuni "guenar" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Himmelstochter: Mein Weg vom Popstar zu Allah (Gebundene Ausgabe)
Habe mir das Buch vom Hugendubel geholt und gelesen. Endlich mal ein Buch wo über den Islam objektiv, ohne Hintergedanken geschrieben wird. Klar wollen die meisten nur negatives über den Islam lesen und hören. Ich empfehle jeden dieses Buch. Und wünsche der Frau Kandemir alles gute auf ihrem Weg.
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