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Himmelssucher: Roman [Broschiert]

Ayad Akhtar , Karl-Heinz Ebnet
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Oktober 2012
Eine Geschichte von Verblendung, Schuld und der Hoffnung auf Versöhnung

Milwaukee, Ende der siebziger Jahre: Hayat ist zehn Jahre alt, als Mina, die Jugendfreundin seiner Mutter, aus Pakistan nach Amerika kommt. Zwischen der schönen wie klugen Frau und dem verschlossenen Jungen entsteht eine innige Beziehung. Mina ist ihrem neuen Leben gegenüber aufgeschlossen, fühlt sich ihrer Kultur und ihrem Glauben aber weiter eng verbunden. So ist sie es auch, die Hayat mit dem Koran vertraut macht. Doch niemand, am allerwenigsten Mina selbst, ahnt, welch tiefgreifenden Einfluss dies auf den Teenager hat.

Als Mina sich in Nathan Wolfsohn verliebt, sieht Hayat seine Welt und alles, was ihm wichtig scheint, bedroht. Aus Eifersucht und Angst begeht er einen ungeheuerlichen Verrat. Zu spät begreift er, welche Katastrophe er damit über diejenigen heraufbeschwört, die er am meisten liebt.

Mit diesem bewegenden Familiendrama ist Ayad Akhtar ein überaus beeindruckender Debütroman gelungen. Klar und einfühlsam zeichnet er seine Figuren, ihre innere Zerrissenheit, ihre Sehnsüchte und Enttäuschungen. Er erzählt von Verblendung und Schuld, ohne zu verurteilen – und von der Hoffnung, dass Versöhnung möglich ist.



Produktinformation

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: carl's books (1. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570585166
  • ISBN-13: 978-3570585160
  • Originaltitel: American Dervish
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 40.399 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Roman über das Erwachsenwerden passt in eine Zeit, in der die Welt darüber diskutiert, ob man einen Propheten beleidigen darf oder nicht, ob die Meinungsfreiheit oder die Achtung religiöser Gefühle wichtiger sind. "Himmelssucher" wirkt dem Irrglauben entgegen, Muslime seien sich in diesen Fragen einig." (Spiegel Online)

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Glimmerfee TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Hayat bereut die Fehler seiner Vergangenheit, denn er stürzte die Frau ins Unglück, die er liebte. Als ihn die Nachricht über den Tod seiner geliebten ‚Tante‘ Mina erreicht, beginnt er seiner Geschichte zu erzählen, in der er keinesfalls der Held ist.

Dieser Roman hat mich sehr bewegt und mich zum Denken angeregt.
Hayat erzählt von der Ehe seiner Eltern, die sich damals in Pakistan kennenlernten und zusammen in die USA auswanderten. Er erzählt von seiner Tante Mina, die zusammen mit ihrem Sohn in die USA flüchtet, weil man ihr in ihrer Heimat das Kind wegnehmen will, sobald der Junge sieben Jahre alt ist. Er berichtet von der Scheinheiligkeit die vorherrscht, wenn ein Mann den Ton angibt und alle ihm folgen wie die Schafe. Er berichtet von seiner Suche nach dem Glauben und er berichtet von der Eifersucht die einen innerlich zerfressen kann.
Das Buch fängt langsam und leise an, doch es steigert sich immer mehr.
Der Autor Ayad Akhtar schaffte es die Personen vor meinen inneren Augen lebendig werden zu lassen und sie so realistisch zu erschaffen, dass man gar nicht glauben kann, dass sie nicht existieren. Sie sind keinesfalls Helden. Sie alle haben ihre Stärken und ihre Schwächen. Die Mutter von Hayat, die immer nur an ihrem Mann rumkritisiert und Hayats Vater, der sich kaum in den USA, in die weißen Frauen verliebte und nur an die Wissenschaft glaubt. Tante Mina, die wunderschön ist und alles für sich neu interpretiert. Nathan, der für die Frau die er liebt sogar seinen Glauben aufgeben würde und der kleine Imam, der einen weißen Vater nicht akzeptieren will.
Besonders der Erzähler Hayat buhlt nicht um die Sympathien des Lesers und begeht grobe Fehler, die fatale Folgen haben.

‚Himmelssucher‘ konnte mich restlos überzeugen und bewegen. Für mich ist dieses Buch ein Highlight meines Lesejahres.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen den Welten 9. Januar 2013
Von HeikeM TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Nach dem Tod seiner Tante Mina, Hayat ist längst ein reifer, erwachsener Mann, erzählt er rückblickend seine Geschichte. Dabei schildert er die Geschehnisse immer aus der Sicht eines 10-jährigen Jungen. Eine Wertung durch den erwachsenen Hayat habe ich ein wenig vermisst. Die Konflikte, in die der Junge geriet, waren die eines Kindes, dem ein echtes Zugehörigkeitsgefühl fehlt. Die Eltern lebten ihr (amerikanisches) Leben, Mina unterwies ihn im Koran. Er war hin- und hergerissen und wusste nicht mehr, was und wem er glauben sollte. Somit ist der im Klappentext beschriebene Verrat eher die Folge der inneren Zerrissenheit des Jungen und keine vorsätzliche Tat. Zwar spielt eine gewisse Eifersucht auch eine Rolle, aber die Folgen seines Handelns konnte Hayat noch nicht abwägen. Er wurde von ihnen förmlich überrollt. Hayat ist in einem gewissen Sinne Sympathieträger, wenn auch kein strahlender Held. Er hat einen groben Fehler begangen, der ihm zeitlebens nachhängt.

Mit dieser Romanhandlung hat der Autor grundlegende religiöse Bezüge verknüpft. Er gibt einen Einblick in das religiöse Leben der pakistanischen Einwandererfamilie und spannt den Bogen vom Islam hin zum Judentum und Christentum. Dieser Roman wird sicher die Gemüter ob des großen Raums, der religiösen Fragen eingeräumt wird, spalten. Immer wieder werden Suren aus dem Koran zitiert. Dabei ist der Autor keineswegs unkritisch, er glorifiziert nicht. Ich hätte mir an dieser Stelle jedoch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Durch die Erklärungen Minas versucht der Autor zwar die Sicht eines Erwachsenen zu verdeutlichen, kommt dabei über das Niveau eines guten Jugendbuches nicht hinaus und das meine ich keineswegs despektierlich.
Sehr gut und eindringlich beschrieb er die Situation der Frau im Islam. Er thematisiert die Anwendung von Gewalt gegenüber Frauen und bezieht dazu Stellung.

Schaut man in die Biografie des Autors, von der der Verlag nur sehr wenig preisgibt, kann man schon einige Parallelen zum Protagonisten erkennen. Ayad Akhtar weiß, wie sich ein Einwandererkind fühlt, dass in einer neuen Kultur Fuß fassen muss und hat dies auch hervorragend in seinem Roman zum Tragen gebracht.

Für mich öffnete sich mit diesem Buch wieder einmal ein Fenster in eine mir nicht so vertraute Welt. Allerdings halte ich Vergleiche zu Husseinis „Drachenläufer“, wie es sie auf dem Umschlagtext zu lesen gibt, für zu weit hergeholt. Jeder Roman sollte für sich gesehen und gelesen werden.
Mir hat dieser Roman gut, aber nicht sehr gut, gefallen. Er hat mich auf der emotionalen Ebene nicht so angesprochen, wie ich es von einem sehr guten Roman erwarte. Er war aber flüssig zu lesen, vermittelte einiges an Informationen für mich und wird mir in Erinnerung bleiben. Auf weitere Werke des Autors warte ich gespannt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambitioniert, aber bemüht... 27. November 2012
Von B. Preuschoff TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
...und nicht wirklich tiefgehend.

Ehrlicherweise hatte ich mir von dem Buch viel erwartet, denn die Kombination einer engen, vertrauten Beziehung und dem, was sie aushält, wenn sie mit Religion konfrontiert wird, schien mir spannend. Leider haben sich diese Erwartungen nicht erfüllt:
Die innige Beziehung zwischen der Hauptperson Hayat und seiner Tante bleibt leider sehr an der Oberfläche eines kleinen, ein bißchen in die Tante verliebten Jungen. Das eine oder andere Klischee wie z.B. dem der harten Eltern, vor denen man an wicher Schulter Trost findet, wird bedient, bis hin zu leicht erotischen Anspielungen, die den Jungen betören und auch nicht fehlen durften. Aber bis in die Tiefe einer menschlichen Nähe gelangt das Buch meines Erachtens damit nicht, es bleibt an der Oberfläche.
Was die Religion angeht, so sind manche Anmerkungen interessant und erlauben dem nicht-muslimischen Leser einen Einblick in den Koran und seine Interpretation - aber auch hier hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht, um mehr zu lernen, mehr zu verstehen und daraus den inneren Konflikt mehr greifen zu können.
Leider bleibt damit dann auch der "schreckliche Verrat", der auf dem Einband zitiert wird, ein Lappalie - eine, die ihre Konsequenzen hat, aber schlussendlich auch nichts mit Religion, sondern mit dem beleidigten Stolz eines Jungen zu tun hat. Gerade hier hatte ich anderes erwartet.

Sprachlich plätschert das Buch dahin, teilweise auf dem Niveau eines Jugend-Buches, das es mir mehr zu sein scheint als tatsächlich eine tiefe inhaltliche Auseinandersetzung mit Religion und Menschen. Das wäre auch mein Fazit:
Ein Buch, das sicher gut ist für Jugendliche, um einen ersten Einblick in ihnen fremde Welten und Gedanken zu erhalten - aber definitiv nicht "souverän und mühelos erzählt" ist und schon garnicht dem "Drachenläufer" gleich kommt - was die Versprechung auf dem Einband war. Schade.
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