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Himmelskörper [Gebundene Ausgabe]

Tanja Dückers
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

1. Februar 2003
Drei Frauen, drei Generationen: Zwischen Berlin und Polen ist eine junge Wolkenforscherin einem Familiengeheimnis auf der Spur.

Tanja Dückers ist mit ihrem neuen Roman mehr als ein vielschichtiges Familienporträt gelungen: In nachhaltigen, bildkräftigen Szenen stößt sie zum Kern von Beziehungen und Erinnerungen vor. »Es gibt so viel Ungeklärtes in unserer Familie, das mir plötzlich keine Ruhe mehr läßt. Als hätte eine Art Wettlauf mit der Zeit begonnen ... vielleicht ist es ein unbewußter Drang, zu wissen, in was für einen Zusammenhang, in was für ein Nest ich da mein Kind setze ...« Freia, die junge Meteorologin aus Berlin, ahnt mehr und mehr, daß es in ihrer ach so normalen Familie nicht nur ein Geheimnis gibt, weswegen vertuscht, gelogen, verdrängt wird. Was immer Freia erfragt oder vermutet, alles scheint 1945 begonnen zu haben - an jenem bitterkalten Morgen im Krieg, als die Großmutter mit Freias Mutter, damals ein Mädchen von fünf Jahren, auf einem der letzten Schiffe aus Westpreußen über die Ostsee fliehen wollte. Freia, die jetzt selbst ein Kind erwartet, muß dieser Geschichte auf den Grund gehen, um sich von der Vergangenheit zu befreien.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 1. (1. Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • ISBN-10: 3351029632
  • ISBN-13: 978-3351029630
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 83.369 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Tanja Dückers wurde 1968 in Westberlin geboren. Sie studierte Nordamerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte. Neben Prosa und Lyrik schreibt sie Essays, Hörspiele und Theaterstücke. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, die sie u. a. nach Kalifornien, Pennsylvania, Gotland, Barcelona, Prag und Krakau führten. Sie lebt in Berlin. Wichtigste Veröffentlichungen: Spielzone (Roman, 1999, AtV 1694); Café Brazil (Erzählungen, 2001, AtV 1359); Luftpost. Gedichte Berlin-Barcelona (Tropen Verlag 2001); Himmelskörper (Roman, 2003, AtV 2063); Stadt Land Krieg. Autoren der Gegenwart erzählen von der deutschen Vergangenheit (Herausgabe mit Verena Carl, 2004, AtV 2045) und Der längste Tag des Jahres (Roman, 2006). -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Verschwundene Zöpfe
Wenn ich geradeaus schaute, konnte ich verfolgen, wie meine Mutter mir einen Scheitel zog.
Im Spiegel sah ich mein Gesicht zwischen meinen dünnen, erhobenen Armen und darum, wie
ein weiterer, größerer Rahmen, die Arme meiner Mutter. Ich trug hüftlange Haare, die meine
Mutter mir flocht. Und ich fand es komisch, daß sie einerseits die Frisur bestimmte,
andererseits aber auch ein bißchen in der Rolle meiner Dienerin war; daß sie meinen
Kommentaren: »Hier ziept's!«, »vorsichtiger«, »da wird's schief!« gehorchte und sich im
wahrsten Sinne des Wortes die Finger wund flocht. Manchmal hatte ich das Gefühl, daß
Renate meine Haare viel länger bürstete, als es nötig gewesen wäre. Längst fielen meine
Haare glänzend und glattgebürstet herab, und doch hob und senkte meine Mutter ihren Arm
immer wieder. Meine elektrisierten Haare stellten sich in der Dämmerung auf und sanken
langsam nieder. Mein Haar war mir dann unheimlich, fremd. Es war ein verlängertes
Körperteil, etwas, das noch ich und nicht mehr ich war. Etwas, das abbrechen und zu Boden
fallen konnte, ohne daß ich Notiz davon nahm, etwas, das mich zum Aufschreien bringen
konnte. Meine Mutter streichelte meine Haare, und ich wußte nicht, ob sie damit mich meinte
oder nicht. Wenn ich in unseren aufgeklappten Alibert-Spiegel guckte, sah ich uns beide
unendlich oft gespiegelt. Dann fragte ich mich, ob Jo Renate, als sie klein war, auch die Haare
gebürstet und Zöpfe geflochten hatte. Und ob meine Urgroßmutter Jo Zöpfe geflochten hatte.
Im Spiegel meinte ich all unsere Gesichter, all unsere langen glatten Haare wiederzuerkennen.
Einmal, als Renate mir die Zöpfe flocht, stand Jo plötzlich hinter uns. »Das erinnert mich an
früher«, meinte meine Großmutter sehnsuchtsvoll. Als sie mich später ins Bett brachte und
mir einen Gute-Nacht-Kuß gab, zeigte sie mir ein Foto, das sie immer in ihrer Handtasche bei
sich trug: Es zeigte sie mit ihren beiden Schwestern. Sie standen in hellen, ärmellosen
Sommerkleidern der Größe nach hintereinander, mit langen Zöpfen. Irgendeine größere Feier
fand im Hintergrund statt, eine prunkvolle Kutsche wurde von Spalieren junger Männer
flankiert. Meine Großmutter war jedoch nicht diejenige, die mit keckem Blick neugierig den
Kopf wendete, wie ich zuerst annahm, sondern jenes kleine Mädchen, das schüchtern die
Augen vor dem Fotografen niederschlug. In den nächsten zwei Wochen löste meine
Großmutter oft meine Mutter beim Kämmen und Flechten meiner Haare ab. Meine Mutter
wollte aber ihre Aufgabe nicht an ihre Mutter abtreten, so daß regelrechte Kräche entstanden,
wer mir denn nun die Zöpfe flechten durfte. Wenn Jo sich durchgesetzt hatte, erzählte sie mir,
wie sie ihrer Schwester Lena die Haare geflochten hat und wie sie dann gemeinsam zu Festen
oder Sportveranstaltungen, deren Namen ich nicht im Kopf behalten konnte, gegangen sind.
Jo hatte lustige Geschichten aus dieser Zeit parat, die sie mehr als einmal »die glücklichste in
meinem Leben« nannte. Ausflüge, Ferienlager - meine Zöpfe brachten Jo dazu, von früher zu
erzählen, ohne daß Paul und ich drängeln mußten: »Erzähl mal, als du Kind warst.« Aber
wenn man Jo später, beim Essen, beim Spazierengehen oder beim Patiencen-Legen, noch
einmal zu diesen Erlebnissen befragte, dann schüttelte sie den Kopf und meinte nur dumpf:
»Ach, darüber habe ich schon viel zuviel geredet. Lassen wir das.« Insofern war es mir lieber,
wenn Jo meine Haare flocht, weil sie dann zum Beispiel die Geschichte von dem Mädchen
erzählte, das nicht singen konnte: Jo war mit ihrer Schwester Lena und vielen anderen
Mädchen in ein Feriencamp gefahren. Jeden Abend sangen sie am Lagerfeuer Lieder. Aber
eines dieser Mädchen fing immer an zu weinen, wenn die anderen sangen, ohne daß sie das
irgendwie erklärte. Erst am Ende des Ferienlagers, als die anderen Mädchen ihm versichert
hatten, daß alles gut würde, daß die besten Zeiten für dieses Land anbrächen, die es je gesehen
hätte, ob sie das denn nicht merken würde? Erst am Ende, als Jo und Lena diesem Mädchen
Mut gemacht hatten, erzählte es, daß sein Vater im Krieg, gerade als er mit zwei Kameraden
singend eine Landstraße entlangmarschiert war, von einem Schuß in den Rücken
niedergestreckt worden war. Der Kamerad, der überlebt hatte, hatte dies ihrer Mutter
berichtet, um sie zu beruhigen: Ihr Mann hatte nichts geahnt, nicht gelitten, keinen
Todeskampf ertragen, sondern war mitten »im Vergnügen«, wie durch einen plötzlichen
Herzschlag, aus dem Leben gerissen worden. Manchmal redete mich Jo sogar aus Versehen
mit »Lena« an, wenn sie so etwas erzählte. Wer von beiden, Jo oder Renate, hinter mir stand,
um meine Haare zu flechten, merkte ich auch bei geschlossenen Augen sofort an der Art, wie
sie dies taten: Jo setzte zwei grobe Kämme gleichzeitig an meinem Scheitel an und zog sie in
beide Richtungen fest nach unten. Binnen kürzester Zeit hatte ich einen millimetergenauen
Scheitel, und meine Kopfhaut brannte von den Zinken der Kämme. Meine Mutter hingegen
faßte erst einmal vorsichtig in mein Haar, warf es auf und sortierte es vor. Dann legte sie sanft
mit beiden Zeigefingern einen Scheitel, den sie langsam, kaum spürbar mit einem Kamm
immer feiner nachzog. Ich konnte auch merken, in welcher Verfassung sie waren, wenn sie
sich über meinen Kopf beugten. Manchmal konnten Jo nur gellende Aufschreie davon
überzeugen, daß sie ihren Ärger über Mäxchen, der ihr wieder zu langsam, zu begriffsstutzig
oder zu faul war, an meinen Haaren ausließ. Wenn sie mit dem grobzinkigen Kamm über
meine Ohren kratzte, war der Beweis eindeutig erbracht, daß meine Großeltern gerade im
Clinch miteinander lagen. Wenn wiederum Renate gar nicht aufhörte, meine Haare zu
streicheln, und versuchte, mit ihren Fingern statt einem Kamm den Scheitel zu ziehen, wenn
ihre Finger nicht nur über meine Haare, sondern auch über meine Ohren strichen, dann wußte
ich, daß Peter zu oft nachts weggefahren und sie zuviel allein gewesen war. Als Jo und Renate
sich wieder einmal kurz angifteten, wer denn jetzt das Kämmen übernehmen sollte, stellte
sich Paul zu ihnen und sagte, daß er auch gerne Zöpfe haben würde. Diese Idee war
keineswegs abwegig, denn er hatte, der damaligen Mode entsprechend, schönes, volles,
schulterlanges Haar. Tatsächlich widmete sich Renate dann Pauls Haar, mit dem Unterschied,
daß sie Paul nicht zwei, sondern fünf in alle Richtungen abstehende Zöpfe flocht, die ihn sehr
drollig aussehen ließen. Er konnte sich auf der Straße oder beim Einkaufen bald gar nicht
mehr vor entzückten älteren Damen retten, und ich wurde eifersüchtig wegen der vielen
Bonbons, die sie ihm zusteckten. Renates und Jos Verhältnis entspannte sich deutlich, als
dieser zweite Kopf in ihr Visier geraten war, und Pauls Zöpfchen wurden ein gewohnter
Anblick bei uns am Stadtrand. Peter hatte dem Theater, das Renate und Jo um meine Haare
machten, von Anfang an verständnislos gegenübergestanden; auch Jos abenteuerliche
Geschichten schienen ihn nicht weiter zu interessieren. Aber die geckenhaften Zöpfchen
seines Sohns wurden ihm irgendwann zuviel. Eines Nachts kam er in unser Zimmer und
kitzelte Paul aus dem Bett. Dies war die geschickteste Methode, die vorgab, gewaltfrei zu
sein, um meinen Bruder zu irgend etwas zu bewegen. Paul wand sich und schnappte nach
Luft; als er erschöpft war, trug Peter ihn auf den Armen hinaus. Ich wunderte mich ein wenig
und beschloß, den beiden heimlich zu folgen. Peter trug Paul quer durchs Haus, durch den
Waschmaschinenraum, an der Kellertür vorbei und schließlich in die Garage. Ich war
alarmiert: Wollte er mit Paul wegfahren? Wohin? Wollte er Paul stehlen und mit einer Elfe
ein neues Leben anfangen?...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lügen und Geheimnisse 3. April 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Beinahe märchenhaft geht es zu in Tanja Dückers neuestem Roman: Da lebt ein Geschwisterpaar am Waldesrand, da fährt man Schlittschuh am Bleichen See und fabuliert über ein Monster, das dem Großvater den Unterschenkel abgebissen haben mag, da schaut man verständnislos auf Klassenkameraden, die sich im Eiscafe vergnügen und ein zeitgemäßes Kinder- und Teenagerleben führen. Doch bald schon wird die Idylle getrübt: Nicht nur die Waldgeister des Vaters stellen sich als durchaus reale Wesen heraus, mit denen er die Mutter betrügt, auch die Großeltern sind nicht die gütigen, leicht skurrilen Märchenwesen, sondern ein Paar mit einer düsteren, schuldhaft verstrickten Vergangenheit in die Nazidiktatur. Wie die Erzählerin Stück für Stück die Lebenslügen einer ganz normalen disfunktionalen Familie lüftet (ihr Interesse dafür rührt auch daher, dass sie selbst schwanger ist und wissen möchte "in welches Nest sie ihr Kind setzt") und dabei transparent macht, wie Schuld und Scham, Verstrickung und Verdrängung aus der düstersten Zeit deutscher Geschichte auch heute noch Lebensläufe beeinflussen, das hat eine ganz eigene Poesie. Eine hochaktuelle Familiengeschichte, mit der die Autorin beweist, dass sie nicht nur Szene-Gestalten aus Berlin Mitte, sondern auch weniger "nahe liegende" Personen und Schauplätze zu literarischem Leben erwecken kann - dank Einfühlung, Sprachkunst und akribischer historischer Recherche. Groß!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von amazone
Format:Taschenbuch
Die Ich-Erzählerin ist Geowissenschaftlerin, forscht über Wolken und erwartet von einem kürzlich in ihr Leben getretenen Freund ein Kind. Sie erzählt in Rückblicken von ihrer Kindheit und ihrem Leben als Jugendliche, von ihrem Bruder, ihren Eltern und - ganz zentral - von ihren Großeltern. Die Großeltern flüchteten 1945 mit ihrer kleinen Tochter aus Pommern (Gotenhafen), auf einem Schiff, das etwa zeitgleich wie das später versenkte Flüchtlingsschiff "Wilhelm Gustloff" ablegte. Die Geschichte dreht sich zunächst um Ausflüge der Erzählerin in den Wald hinter ihrem Elternhaus in Berlin-Zehlendorf, um die sich wandelnde Beziehung zu ihrem Zwillingsbruder, um die nächtlichen Treffen ihres Vaters mit holden "Waldgeistern", um die Behandlung des Themas "Drittes Reich" in der Schule in "Geschi", um die erste Liebe, um eine heimliche Jugendliebe der Mutter und um eine Reise nach Krakau auf den Spuren eines verstorbenen Onkels.

Anlässlich eines Ereignisses auf der Flucht der Großeltern, das erst gegen Ende des Buchs und kurz vor dem Versterben der Großmutter von dieser offenbart wird, zeigt sich die tatsächliche Verstrickung der Großeltern in das Unrecht des Dritten Reichs. Durch einige Andeutungen war sie zuvor schon allmählich erahnbar geworden. Das Verhalten der Großeltern scheint klein, harmlos und fast nachvollziehbar - aus heutiger Sicht aber dennoch als kaum verzeihliche Schuld.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Man wartet vergeblich auf die große Enthüllung 13. Juli 2004
Von Judith
Format:Gebundene Ausgabe
Der Klappentext dieses Buches klingt vielversprechend. Das junge Mädchen würde im Laufe des Romans das große Familiengeheimnis bzw. Trauma lüften. Dass die Großeltern des Mädchens Mitglieder der NSDAP waren und sie diesen Umstand nach dem Krieg leugneten, ist doch nun wirklich nichts Neues bzw. Aufregendes. Da gibt es Familien, die weitaus mehr Leichen im Keller haben. Auch die Lobpreisungen auf die Recherche der Autorin zur "Gustloff" kann ich nicht verstehen. Die Daten und Fakten, die sie in ihre Geschichte eingebaut hat, sind sicher schnell im Internet nachzulesen. Alles in allem fand ich diesen Roman in seiner Handlung sehr fade; nichts, was in Erinnerung bleibt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grübelmonster und zweiter Weltkrieg 2. Juni 2005
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Freia ist Meteorologin, liebt es, in den Himmel zu starren, sammelt Wolkenbilder wie andere Briefmarken. Sie hat einen Zwillingsbruder und wuchs am Stadtrand von Berlin auf, mitten im Grünen, mit Wald und einem Teich vor dem Haus, dem „Bleichen See". Futterneidhaie, Grübelmonster und Silberlügenaale lebten dort und ihr Vater traf im Wald nachts Feen.
Manchmal kamen die Großeltern zu Besuch, Jo und Mäxchen, und Mäxchen hat ein Holzbein. „Wie ist das passiert", fragten die Kinder, aber mehr als „der Krieg" erfuhren sie nie. Hat ein Grübelmonster Mäxchen das Bein abgebissen?
Die Großmutter dagegen erzählt oft vom Krieg, von der Flucht aus Ostpreussen, wie sie anderthalb Tage am Kai bei zwanzig Grad Minus warten mussten und hatten dann doch Glück - aufgrund von Beziehungen nahm ein Minensucher sie mit und nicht die „Gustloff", die bald darauf mit siebentausend Menschen an Bord im eiskalten Wasser der Ostsee versinken wird.
Großmutter Jo ist eine beherrschende Frau, die Ehemann Mäxchen wie auch Tochter Renate fest im Griff hat. Renate sagt wenig oder gar nichts und Freia nimmt ihre Mutter als Kind kaum war, um so mehr ihren Vater Peter, immer zu Witzen aufgelegt, aber nie will er erwachsen sein. Doch wenn Großmutter das Elend der Flucht „dem Russen" in die Schuhe schiebt, wird sie plötzlich redselig, erzählt, wie die Nazis die Flucht erst verboten hatten, solange, bis sie nur noch über See möglich war.
Als Freia schwanger wird, als sich ihr Lieblingsonkel Kasimierz in Warschau umbringt möchte sie wissen, wie es damals wirklich war, was es mit den Beziehungen auf sich hatte, die die Familie im Winter 45 gerettet hatten.
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