Erwin Knautschke, Engel wider Willen, hat mir zusammen mit seinem Schöpfer Peter Paradeiser einige unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Schon nach ein paar Seiten hatte sich der brummige, aufbrausende Privatdetektiv in mein Herz geflucht und zauberte mir ein Dauergrinsen ins Gesicht.
Knautschke lässt sich nämlich von nichts und niemandem aufhalten, schon gar nicht von Gott, dem Herrn. Und den himmlischen Verwalter Johannes, der sich wirklich alle Mühe gibt, Erwin in die himmlische Familie zu integrieren, diskutiert er einfach in Grund und Boden. Erwin ist ein Dickkopf, wie er im Buche steht, aber so knautschig-knuddelig, dass man ihn einfach gern haben muss.
Die Grundidee des Buches ist nicht neu. Schon einige Autoren und Autorinnen ließen einen Verstorbenen seinen eigenen Mörder jagen. Zuletzt begegnete mir da z.B. der Geist Pascha aus Kühlfach 4, der in den Krimis von Jutta Profijt sein Unwesen und andere in den Wahnsinn treibt.
Glücklicherweise versucht Peter Paradeiser auch gar nicht, mit komplexen Wendungen und komplizierten Handlungssträngen mehr aus seiner Geschichte zu machen als sie ist. Er hat einen solide konstruierten Krimi zu Papier gebracht, der zwar fantastisch angehaucht und etwas schräg, aber zugleich gut durchdacht und spannend ist.
Es wird nie langweilig, die ausdrucksstarke Hauptfigur reißt einen einfach mit, genauso, wie sie im Buch den himmlischen und irdischen Alltag durcheinander wirbelt.
Die gut 300 Seiten lesen sich weg wie nix und am Ende des Buches gelang es Herrn Paradeiser, mich noch mal zu überraschen. Mit dieser Auflösung hätte ich nie gerechnet.
Kurzweilig, sehr lustig und sogar mit Happy End. Ein etwas anderer Krimi, bestens geeignet für einen gemütlichen Lesenachmittag.