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Produktinformation
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Gleichzeitig wird von Treefrog erzählt, einem Mann Mitte Dreißig, der in ebendiesen Tunneln unter New York lebt. Er ist obdachlos, hat sich in einer Nische im Tunnel ein Nest gebaut und dort beinahe häuslich eingerichtet. Er leidet unter verschiedenen Obsessionen, Zwanghaftigkeiten, und hat ein paar dunkle Punkte in seiner Vergangenheit. Er hatte einmal eine Familie, die hat ihn aber aus unbekannten Gründen, die erst zum Ende des Buches geklärt werden, verlassen. Auch von Treefrogs Leben handelt die Geschichte.
Angesichts des Elends, das in beiden Hälften der Geschichte eine große Rolle spielt, kann man das große Heulen kriegen. Diese Leute haben es unendlich schwer und schaffen es doch, irgendwie glücklich zu sein. Wenn sie es schaffen, zu überleben. Davon zu lesen, ist beklemmend, bedrückend, und in jedem Fall sehr beeindruckend. McCann hat einen sehr eigenen Stil, sehr eindringlich und klar, und kann mit wenigen Worten sehr viel ausdrücken. Absolut empfehlenswert!
Die heutige Zeitebene spielt 1991 in den Eisenbahntunneln New Yorks, wo Obdachlose eine provisorische Heimat gefunden haben - keine Erfindung des Autors, sondern amerikanische Realität. Über Obdachlosigkeit zu schreiben, dürfte eine sehr schwierige literarische Herausforderung sein. McCann löst sie ganz hervorragend. Es sind keine Helden, die dort unter der Stadt wohnen, und ein Himmel ist es auch nicht. Denn es herrscht Kälte (menschlich und klimatisch), Drogen, Gewalt ... und Wahnsinn. Treefrog, die Hauptperson, lebt in einer Wahnwelt, zusammengesponnen aus alten Erinnerungsfetzen eines besseren früheren Lebens und der trostlosen Realität. McCann schafft es, daß man diesen Wahnsinn nachvollziehen kann, ihn versteht, soweit dies überhaupt möglich ist.
In der zweiten Erzählebene, die vor dem zweiten Weltkrieg beginnt und sich chronologisch der ersten Ebene annähert, geht es auch um Menschen ganz unten. Dabei ist der Tunnelbau der 40er Jahre wieder nur eine Form von 'unten sein'. Die andere ist der Rassismus der Gesellschaft. Hier versucht McCann eine andere Stimmung zu erzeugen, die des harten, verschleißenden aber auch stolzen Arbeiterlebens. Es geht um das Familienleben, um 'gemischte' Ehen, Harlem. Kein glückliches, aber ein noch normales Leben. Hier gelingt dem Autor eine realistische Beschreibung allerdings nicht ganz so gut. Manchmal gleitet die Sprache in eine Arbeiterromantik ab, die sich mit dem sonst sehr einfühlsamen und genauen Stil nicht verträgt. Auch erscheint der Fortgang dieses Erzählstranges manchmal etwas zu stark konstruiert.
Dennoch hat McCann ein sehr lohnenswertes Buch geschrieben, daß sowohl durch sein interessantes Thema als auch durch die sehr genaue und gleichzeitig menschliche Perspektive fesselt. Kein Meisterwerk aber erheblich über dem Durchschnitt.
Nathan Walker ist tief unten beim Bau des Tunnels unter dem East River Anfang des letzten Jahrhunderts in New York und er ist schwarz. Treefrog (Clarence Nathan Walker) lebt tief unten in einem Eisenbahntunnel im heutigen New York, in einer Welt voller Geister aus der Vergangenheit umgeben von Odachlosen, Drogenjunkies, Gewalt.
Beide Leben werden abwechselnd Kapitelweise erzählt und charakterisieren amerikanische Realitäten, die weit entfernt von den uns täglich zudröhnenden Soaps sind. Colum McCann schafft es diese melancholischen Geschichten in einer knappen Sprache realistisch, eindringlich, klar, hart und doch voller Gefühl zu schreiben. Sie sind traurig, doch gibt es auch Lichtblicke, die Hoffnung geben. Die Liebe Nathans zur weißen Eleanor. Das Schweben Treefrogs auf den Eisenstützen beim Bau der Wolkenkratzer hoch oben über der Stadt.
Aus der Perspektive der tiefsten Tiefe gibt es einen Himmel auch unter der Stadt. Er muß nur Gesucht werden, wie es Nathan und Treefrog am Ende, als die Geschichtsebenen sich miteinander verweben, tun.
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