Petr Bem zieht von Prag nach Berlin. Er ist auf der Flucht vor der Verantwortung einer schwangeren Freundin und auf der Suche nach einem normalen Leben in neuen, alten Berlin.
In der Berliner U-Bahn, dem "Himmel unter Berlin" spielt er Gitarre um Geld zu verdienen, er trift dort Katrin, seine neue Freundin und auch Katrins Vater, den U-Bahnfahrer.
Noch nie habe ich ein so faszinierende Beschreibung vom Leben der U-Bahnfahrer gelesen, wie in diesem Buch. Am Kiosk, wo sich alle U-Bahnfahrer treffen wird über den neuesten Selbstmord in der U-Bahn diskutiert. Wer mal wieder vom Psychologen einen Urlaub auf Rügen verordnet bekommt und dass die Augen der Selbstmörder manchen U-Bahnfahrer auf seinen täglichen Fahrten durch die Dunkelheit verfolgen. Dazu kommen die Sticheleien gegen die S-Bahnfahrer, die so arrogant wäre, nur weil ihre Züge überirdisch fahren.
Neben seinen Abenden am U-Bahn-Kiosk, gründet Petr mit seinem besten Freund Pancho Dirk eine Punkband, mit dem bedeutungsschweren Namen: "U-Bahn.Musik für Lebende und Tote".
Der Leser kann Petr durch sein Leben in Berlin verfolgen, dass so typisch für diese Stadt ist. Es ist ein besonderes Portrait einer Stadt, in dessen Untergrund die U-Bahn pulsiert und die Stadt am Leben hält. Das Buch wird niemals irreal oder kitschig, es beschreibt so klar und eingängig den Alltag, dass man als Leser das Gefühl hat, man könnte Petr Bem zufällig in Berlin in der U-Bahn treffen oder auf einem Konzert seiner Punkband landen.
Ein tolles Buch voller Berliner Lebensgefühl und ein toller Schluß, der aber natürlich an dieser Stelle nicht verraten wird.