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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte
 
 
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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte [Gebundene Ausgabe]

Hiromi Kawakami , Ursula Gräfe , Kimiko Nakayama-Ziegler
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 8 (9. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446209999
  • ISBN-13: 978-3446209992
  • Originaltitel: Sensei no kaban
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 89.125 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hiromi Kawakami
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Kawakamis Kunst besteht in der erotischen Dehnung, im subtilen Spannungsaufbau und in der virtuosen Gegenläufigkeit." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 01.03.08 "Dass diese einfühlsam übersetzte Erzählung in all ihrer Burschikosität die schönste und subtilste Liebesgeschichte dieses Bücherfrühlings sein dürfte, liegt nicht nur an der Art, wie die ich-Erzählerin mit ihrer Unfähigkeit zum Erwachsenwerden kokettiert." Ulrich Baron, Süddeutsche Zeitung, 11.03.08 "Endlich ist einmal wieder ein herrlicher, höchst gegenwärtiger und dennoch somnambuler Roman aus dem Japanischen übersetzt worden." Susanne Messmer, Die Tageszeitung, 13.03.08 "Kawakami erzählt in einer lakonischen und aufmerksam-zärtlichen Sprache. Unter der flimmernden Aura des Noch-Nicht ist hier ein lebenserotisches Buch entstanden, das die Leserin und den Leser glücklich machen kann." Angelika Overath, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 27.04.08 "Dem Literaturgott, falls es ihn gibt, möchte der Mitteleuropäer auf jeden Fall mindestens eine kleine Räucherkerze anzünden, dafür, dass er dieses Buch möglich gemacht hat." Elmar Krekeler, Die Welt, 21.06.08 "Hiromi Kawakami ist eine Meisterin der Andeutung und Zurückhaltung (...) Der Roman hat das Zeug, zum Liebesroman des Jahres aufzusteigen." Hubert Winkels, Die Zeit, 21.05.08 "Ein Bezaubernd unterhaltsames Buch." Ruth Klüger, Die Welt, 27.12.08

Kurzbeschreibung

Eine selbstbewusste Frau, ein alter, weiser Mann, reichlich Sake, etwas Walfischspeck und immer wieder Lotuswurzel - Zutaten dieser stillen, faszinierend fremden Liebesgeschichte aus Japan. Tsukiko ist achtunddreißig und lebt allein. Zur Liebe, glaubt sie, sei sie nicht begabt. Da trifft sie in einer Kneipe ihren alten Japanisch-Lehrer wieder, den sie nur den Sensei nennt. Auch er lebt allein, in einer etwas verwahrlosten Wohnung, wo er merkwürdige Gegenstände sammelt. Einer sucht die Nähe des anderen und scheint gleichzeitig vor ihr zu fliehen. Selten wurde die Annäherung zweier Menschen so subtil und zugleich eindringlich beschrieben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hiromi Kawakami Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß Hanser ISBN 3446209999

Eine der schönsten Liebesgeschichten des Frühjahrs 2008 auf dem Büchermarkt kommt aus Japan.
Mit Leichtigkeit, Humor und unwiderstehlicher Neugier treffen sich Tsukiko und ihr ehemaliger Japanischlehrer zufällig nach langen Jahren in einer Kneipe wieder.
Sie sitzen an der Bar, essen und trinken Sake, japanischen Reiswein. Tsukiko ist 38 Jahre alt. Der neben ihr sitzende Mann spricht sie an, und erst da nimmt sie ihn als ihren ehemaligen Japanischlehrer wahr. Sensei ist der respektvolle Titel, mit dem sie ihn anredet. Der Name steht für Lehrer oder auch Meister.

Tsukiko erzählt in der Ichform. Sie spricht in kurzen Sätzen, trocken, amüsiert und sehr spontan in der Wahrnehmung und Äußerung ihrer Gedanken. Zuerst sieht sie in ihm nur den alten Mann, denn er ist dreißig Jahre älter als sie. Ein wenig schrullig und verrückt kommt er ihr vor in seiner diszipliniert geraden Haltung und mit seinen belehrenden Einlassungen.
Nach anfänglichem Zögern treffen sie sich häufiger und immer wie zufällig in ihrer Stammkneipe.
Unspektakulär kommt die Handlung daher. Essen und Trinken sind wesentliche Unterhaltungsmomente. Gespräche verlaufen gleichmütig über fast nebensächliche Begebenheiten des Alltags: dass man gerne Pilze sammelt, welcher Wein am besten schmeckt, und ob man noch in die Kneipe gehen will oder einen Ausflug zusammen plant.
Die Handlung zeigt eine zunächst unauffällige, lakonische und teilweise komische Annäherung. Herausragend ist die Diskretion und feine Abstinenz. Man trifft sich immer wieder in der gleichen Kneipe und kann sich lange nicht einigen, wer wem den Wein einschenken darf. Aufmerksam bemerken sie, dass sie die gleichen Neigungen haben. Sie essen und trinken das Gleiche, und sie mögen gerne eine gewisse Distanz, die unausgesprochen funktioniert,---und sie siezen sich die ganze Zeit.

Sensei lebt in einem beträchtlichen Sammelsurium von Töpfen, alten Batterien und sonstigen Liebhaberstücken, von denen er sich nicht trennen kann, weil es doch <herzlos sei, solche altgedienten Sachen auf den Müll zu werfen>.
Zuweilen zitiert er poetische Gedichte, über die sie spottet, und er tadelt sie, weil sie eine schlechte Schülerin war. Doch sie dichten auch zusammen Haikus! Das sind Kurzgedichte, in deren Mittelpunkt jahreszeitliche Impressionen stehen.
Bewunderung erfahren die japanischen Kirschblüten, die als Synonym für die Poesie der japanischen Dichtung stehen. Die zitierten Gedichte sind von ausgewiesener Schönheit.
Der Erzählstrom strahlt Ruhe aus. Tsukiko hat koboldige Züge, ist mal fröhlich, dann wieder traurig und einsam. Sensei scheint in seiner Abgeklärtheit eher das Gegenteil davon zu verkörpern: er ist weise, bedächtig und zurückhaltend.
Von der zaghaften Annäherung, die unter der Tarnkappe der Burschikosität daherkommt, ist man sofort gefangen und wartet gebannt, wie alles weiter gehen wird.
Der gelegentlich fast brüske Ton verdeckt nur unzureichend die wachsende Zuneigung zwischen den beiden ungleichen Partnern. Immerhin ist der Altersabstand beträchtlich.
Uns begegnet eine Form des Dialogs, in dem vieles ungesagt bleibt und hinter dem sich Anziehung, Scheu, Würde und magische Wünsche verbergen. In der verhaltenen Diktion spürt man die unterschwellig vorhandene erotische Spannung, die dem Buch einen sinnlichen Anstrich gibt.
Ausflüge und Spaziergänge gewähren uns Einblicke in das japanische Leben und die schöne, ruhige Landschaft. Die Erzählweise vermittelt Leichtigkeit und eine Art von Unverbindlichkeit und ist dabei locker und offen.
Selten empfindsam und tief ist die wachsende Liebe, die sich erst allmählich zeigen wird. Atmosphärisch still und begleitet von den schönsten Zeilen des Schweigens und der Ruhe in der Natur erlebt man eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Sexszenen auskommt und an die Gefühle der Leser rührt und ihn hoffen lässt, alles möge ein gutes Ende nehmen!
Man sollte diese ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen!

Das Buch liegt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Es ist verfilmt worden und erhielt einen japanischen Literaturpreis.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin, die 1958 geborene Naturwissenschaftlerin Hiromi Kawakami, erzählt in diesem wunderbaren Buch eine rührende Liebesgeschichte. Warum in der Deutschen Übersetzung dieser Titel gewählt wurde kann ich nicht verstehen, denn im Japanischen heißt er im Hinblick auf die Geschichte viel passender"Die Mappe des Lehrers".

Protagonistin und Erzählerin ist die achtunddreißigjährige Tsukiko. Sie arbeitet in einem Büro, oft auch an Wochenenden, lebt allein in ihrer kleinen Wohnung, kommt mit keinem Mann zu Recht, glaubt für die Liebe nicht geboren zu sein. Kurzum, sie kriegt ihr Leben und die Liebe nicht in den Griff. Abends geht sie oft in ihre Stammkneipe, ersäuft ihren Kummer im Alkohol. Dort trifft sie eines Tages ihren alten Japanisch-Lehrer. Die Schulzeit liegt lange zurück, aber beide erkennen sich wieder.

Nun erzählt die Autorin in eindringlicher, behutsamer und doch auch wieder subtiler Form, auf ungefähr 180 Seiten, wie die beiden sich langsam annähern. Sehr langsam, sehr umständlich, mal aufeinander zugehend, mal voreinander fliehend erlebt der Leser wie zwei Menschen sich langsam öffnen. Einer sucht die Nähe des anderen, der Altersunterschied von dreißig Jahren spielt nie eine Rolle. Beide möchten wieder ins Leben zurück, möchten Halt im Leben finden. Die Treffen werden häufiger. Sie entdecken ihre gemeinsame Freude an den unterschiedlichsten Dingen, an ausgefallenem Essen und Trinken, am Kirschblütenfest, am Pilze sammeln, am Haiku Dichten (kürzeste Gedichtform der Welt). Sie kommen sich näher, freunden sich zunehmend an, gewöhnen sich aneinander. Sie nennt ihn zärtlich Sensei. Beide bleiben aber beim Förmlichen Sie. Hier erinnert mich die Geschichte an die mittelalterliche Art die Gefühle auszudrücken, wie Yasushi Inoue es in seinem Roman "Das Jagdgewehr" (Siehe auch meine Rezension für das entsprechende Hörbuch 18.11.2005) zeigt.

In rührender Verklemmtheit bleiben sie auf Distanz wie man es aus dem alten, traditionellen Japan kennt und doch wird das Band zwischen der jungen Frau, die sich bisher so gar nicht im Leben zurechtfinden konnte und dem in der Vergangenheit lebenden älteren Mann spürbar zunehmend enger. Tsukiko merkt sehr deutlich, dass sie sich an Sensei gewöhnt hat, an seine Wärme und Güte und sie fängt an ihn zu lieben. Eines Tages besucht sie ihn in seiner etwas verwahrlosten Wohnung. Von seiner inzwischen verstorbenen Frau wurde er vor einiger Zeit verlassen. Sie hat einmal den Satz gesagt:"Leben heißt anderen Schwierigkeiten bereiten", aber die kann man minimieren, indem man entsprechende Distanz einhält. Und dieses Distanzierte findet in dieser ganzen zarten Liebesgeschichte durchgehend statt, so wie beispielsweise auch in der ganzen japanischen Kultur und Ästhetik.

In der Konstellation ist Tsukiko die treibende, drängende Kraft, sie will viel unternehmen, gemeinsam mit ihm verreisen. Es ist eine Wohltat, wie sich in diesem Buch, mit einer beeindruckenden Genauigkeit und einer erfrischenden Langsamkeit die Seelen der beiden Protagonisten annähern, irgendwann dann auch ihre Körper, sinngemäß nicht vergleichbar mit westlichem Liebesleben. Nachdem sie eines Tages:"Ich liebe Sie" gesagt hat, geht man zum "Du" über. Es folgen vier Seiten die uns ihr gemeinsames Leben zeigen, dann kommt das Ende.

Die Autorin schenkt den kleinsten Dingen ihre Aufmerksamkeit und sie verbindet das Rituelle des alten Japan mit dem ganz Modernen Großstadtleben im industriellen Zeitalter. Eine denkenswerte Metapher ist die "Mappe des Lehrers", die er immer bei sich trägt und die Tsukiko andächtig verehrt. Nach dem Tod des Sensei erhält sie die Mappe, öffnet sie vor den Augen des Lesers und es ist eine große Leere darin. Doch wir haben durch die Lektüre dieses Buches gelernt, dass diese Leere in Wahrheit prall gefülltes harmonisches Leben ist.

Das Buch kommt daher, wie aus einer anderen Zeit, die Rituale sind höflich und liebenswürdig, eine Wohltat. Ein wunderbares, zartes, ausgesprochen atmosphärisch arbeitendes Buch zunächst über die quälende Einsamkeit und dann über die filigrane Pflanze Liebe. Das Buch zeigt Geduld in Vollendung und es erfordert Geduld und es hat nur einen Makel, es ist leider zu schmal, man möchte immer weiter lesen, denn es stimmt so versöhnlich das doch noch Leben drin ist. Ich hoffe, es kommen noch mehr Bücher von dieser großartigen Autorin auf den deutschen Markt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dietrich Marquardt TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Wettbewerb um die schönste Liebesgeschichte der Welt ist noch offen und letztlich muss jeder Leser/jede Leserin in diesem Wettbewerb selbst den Preisrichter spielen. Ich finde aber, dass dieses Buch einer japanischen Autorin ganz vorne im Feld mitläuft.

Die Handlung ist eher bescheiden, ein paar wenige Personen treten auf. Aber gerade die Konzentration auf wenige Orte, Personen und Begebenheiten lassen jeden Satz, jedes Wort überlegt wirken. Es wird nicht zuviel gesagt - es wird eher die Kunst der Auslassung ausgeübt. Neben den lebenden Personen ist es die Frau des Lehrers (sensei), die anschaulich geschildert wird - ohne dabei die Rätselhaftigkeit ihres Verhaltens und Verschwindens aufzulösen.

Wunderbar wird deutlich, wie der große Altersunterschied eine Barriere bildet, die merkwürdigerweise vom älteren der beiden Liebenden (dem verwitweten Mann) als höher empfunden wird als vom jüngeren (der noch nicht einmal vierzigjährigen, ungebundenen Frau). In der Tat empfindet sie den sensei als weniger alt und vor allem als vertrauter als ihren etwa gleichaltrigen Verehrer. Ohne jeden Jugendkult ist der sensei (nur so nennt seine ehemalige Schülerin ihn) in vielen Aspekten trotz Disziplin und Kultiviertheit jungenhaft und albern geblieben. Tsukiko fühlt sich von ihm, der sie durchaus mal robust kritisiert, zutiefst ernst genommen.

Die japanische Kunst des haiku, des sehr kurzen, meistens naturbezogenen Gedichts, spielt eine wichtige Rolle im Buch. Wer noch gar nicht mit japanischer Literatur in Berührung kam oder eine Abneigung gegen japanisches Essen oder Getränke hat - hier hat er die Chance seinen Horizont in mehrfacher Hinsicht zu erweitern. Ich schlage vor das Buch an einem langen Abend in einem japanischen Restaurant zu lesen. Offenheit für etwas, was zunächst befremdlich wirken mag, ist freilich schon erforderlich. Diese wird dann, wie ich finde, sehr belohnt.

Die Ausgabe des Verlages besticht in jeder Hinsicht durch eine schöne und außerordentlich sorgfältige Gestaltung. Ein Glossar mit einigen, wenigen der vielen japanischen Begriffe ist angefügt. Ein Buch von Sehnsucht und Appetit - das nur einen einzigen Nachteil hat: Es vergrößert beides.
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