Aus der Amazon.at-Redaktion
Doch plötzlich geschieht Merkwürdiges und dieser Idylle: Da verrichtet jemand in der Nacht seine Notdurft vor der Eingangstür des Gemeindeamtes. Gleich anschließend gibt es einen Brand, der im Zeughaus der Feuerwehr ausbricht. Er wird aber so schnell gelöscht, dass darüber nicht einmal ein Gerücht entstehen kann. Kleinigkeiten nur, doch dann ist plötzlich die Pfarrersköchin tot. Vermutlich hat sie jemand mit ihren eigenen Heilkräutern umgebracht, wie Zyniker vermelden.
In einem kleinen Ort wird nach einem Mord jeder noch eine Spur verdächtiger, als er es vielleicht immer schon war. Wenn dann noch jemand aus Wien auftaucht, der sich schon als Weinkritiker nicht besonders beliebt gemacht hat, dann ist den Gerüchten und Verdächtigungen Tür und Tor geöffnet. Der Landgendarm Simon Polt mutiert notwendigerweise wieder zum Kommissar und klärt den Fall mit Gelassenheit und Menschenkenntnis auf -- nach Polt muss weinen und Blumen für Polt immerhin schon seinen dritten.
Immer wieder vergisst man bei der Lektüre die Quintessenz jeden Krimis, dass nämlich das Leben lebensgefährlich ist. Zu verlockend sind einfach die Gegenangebote wie Wein, Geselligkeit, Landschaft und Landleben, die Komarek mit leichter Hand entwirft. So löst sich der Fall in dieser Kriminalidylle in sich selbst auf, und als Leser bekommt man als Draufgabe noch ein Stück Lebensweisheit mitgeliefert. --Helmuth Schönauer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Simon Polt ermittelt diesmal nicht nur in Wirtshäusern und Kellergassen, sondern auch an einem Ort, den er bislang nur mit respektvoller Scheu betreten hat, dem Pfarrhaus. Konfrontiert wird er unter anderem mit einer bildschönen Pfarrköchin mit bewegter Vergangenheit. Einem verliebten Mesner. Einer Menge abgewiesener Verehrer. Einem zynischen Weinkritiker, der so manche Karriere auf dem Gewissen hat. Einem gescheiterten Lehrer - enttäuschter Idealist und Spezialist für tödliche Säfte. Einem Pfarrer, der eine erstaunliche Beichte ablegt.
Und Polt wäre nicht Polt, würde er am Ende nicht mit dem Übeltäter, den er nach vielen Umwegen dann doch noch stellt - erst noch mal einen trinken gehen...