"Dem Himmel so nah" - dieses Gefühl kann jeder erleben, der sein künstlerisches Interesse dem Buch "Himmel und Meer" von Ursula E. und Martin Benad schenkt. In dieser Anleitung zur kreativen Gestaltung von Wand- und Deckengemälden geben die beiden Autoren sowohl Laien als auch bereits erfahrenen Künstlern Tipps zur malerischen Verschönerung der eigenen oder auch fremden vier Wände. Himmel und Meer stellen dabei Motive mit einer Botschaft dar, "die von den meisten Menschen ähnlich erlebt wird. Der Himmel führt in die Weite, das Meer in die Ferne. Die Weite ist grenzenlos, man kann sich in ihr verlieren, auflösen. Die Ferne ist unendlich, man kommt nie an". Mit diesen ins Thema einleitenden Worten stellt das Ehepaar Benad die Wirkungen ihrer zu vermittelnden Illusionsmalerei dar.
In acht Kapiteln lernt der Leser Farbe und Pinsel so einzusetzen, dass nach Beendigung der Malerarbeiten die räumliche Begrenzung illusorisch aufgehoben wird und dem Betrachter einen Blick in die Ferne gewährt wird. Im ersten Kapitel widmen sich die Autoren der Farbgestaltung, indem sie die unterschiedlichen Wirkungen der Farbe Blau, die "Farbe der Ferne", vorstellen. Das darauf folgende Kapitel liefert dem Leser eine Erklärung zur Notwendigkeit eines Entwurfs. Hier wird unter anderem darauf aufmerksam gemacht wie wichtig es ist, die vorhandene Architektur aufzugreifen und den Stil des Hauses zu pflegen, um der Gefahr einer unpassenden Dekoration des Raumes zu entgehen. Im dritten Kapitel lernt der kunstinteressierte Leser etwas über die Raumwirkung und deren optimalen Nutzung, indem das Künstlerpaar Benad Kenntnisse über das perspektivische Raster sowie über Höhe, Breite und Tiefe vermittelt.
In den Kapiteln vier und fünf kommen die beiden "Illusionisten" schließlich auf das eigentliche Thema, "Himmel und Meer", zu sprechen. Diese beiden Kapitel enthalten zahlreiche von den Autoren angefertigte Illustrationen, die verschiedene Wolken- und Meeresformationen darstellen und dem Leser als Vorlage dienen. Die praktische Umsetzung steht dabei im Mittelpunkt dieser zwei Lektionen. Es werden sowohl Tipps zur formalen Gestaltung von Himmel und Meer als auch zur optimalen Farbauswahl gegeben. Das sechste Kapitel befasst sich schließlich mit besonderen Lichtstimmungen, die je nach Wirkungsabsicht variieren. Ob man eher einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang abbilden möchte oder sich für sonniges oder trübes Wetter entscheidet, hängt von der Vorliebe des jeweiligen Künstlers ab.
Im siebten Kapitel gehen die beiden Autoren konkret auf die Gestaltung von Deckenbildern ein und was dabei beachtet werden muss. "Schauplätze der Welt" ist der Titel des achten und somit letzten Kapitels des Buches "Himmel und Meer" aus der "Studienreihe Illusionsmalerei" und ermöglicht dem Leser einen Blick in fremde Umgebungen. In diesem Kapitel kann er sich, bevor er sich an die Arbeit macht, abgucken wie er seine eingrenzenden Wände als offenen kubanischen Pavillon, eine Unterwasserszene am Großen Barriereriff in Australien oder auch als traditionelle Stadtarchitektur in Casablanca in Erscheinung treten lassen kann.
Anders als den Räumen sind der Illusionsmalerei keine Grenzen gesetzt. Wer seinen Raum neu interpretieren möchte, findet in Ursula E. und Martin Benads Buch "Himmel und Meer" einen Lehrmeister auf dem Gebiet der Illusionsmalerei. Am Ende der Lektüre wird der Leser das Spiel von Schein und Sein annähernd perfekt beherrschen und seiner Wohnwelt neuen Glanz verleihen. Die stimmungs- und eindrucksvollen Abbildungen der Benads eignen sich zugleich als Vorlage und Ideengeber für eigene Fantasien. Das durch das Buch "Himmel und Meer" vermittelte fundierte Wissen erweitert nicht nur den visuellen Horizont, sondern trägt auch zu einem neuen Kunstverständnis bei.