Aus der Amazon.de-Redaktion
Dass der in der Eifel aufgewachsene Mario Adorf in seinem Leben auch sonst noch so allerhand Berichtenswertes erlebt hat, kann man sich denken. Und dass der Schauspieler auch als Erzähler einiges an Talent mitbringt, weiß man seit seinem schriftstellerischen Debüt Der Mäusetöter (1992). In Himmel und Erde (eigentlich Himmel un Äd, wie das rheinische Gericht aus Äpfeln und Kartoffeln), plaudert er in kurzen, pointenreichen Episoden von den kleinen und großen Wegmarken in seinem Leben -- von der Kindheit in den 30er-Jahren, über die Nazizeit, den Krieg und die ersten Bühnenerfahrungen danach und natürlich von mancher Station seiner Filmkarriere, die hoffentlich noch eine ganze Zeit dauern wird. Gelernt habe er das Schreiben ja eigentlich nicht, hat Adorf in einem Gespräch einmal gesagt, aber es habe ihm immer Freude gemacht. Diese Freude merkt man dem Buch auf jeder Seite an und hat deshalb auch selbst seine Freude daran. Lesenswert! --Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Mario Adorf, Deutschlands beliebtester Schauspieler, ist seit vielen Jahren auch ein erfolgreicher und viel gelesener Schriftsteller. Aber lange hat Mario Adorf aus guten Gründen gezögert, ein autobiographisches Buch zu schreiben. Die Zeit des Wartens ist nun vorbei. 'Himmel und Erde' ist ein überraschendes, erstaunliches Buch der Erinnerungen an ein unvergleichliches Leben zwischen den Tagen der Kindheit in einem kleinen Eifelstädtchen und der großen Welt des internationalen Films. Geschichten auf Geschichten rollen vor dem Leser ab, in denen sich das Nebensächliche und Zufällige oft als wichtiger entpuppt als die Darstellung 'offizieller' Lebensabschnitte und Karrierehöhepunkte. Und als unterhaltsamer sowieso. Das uneheliche Kind zwischen katholischen Nonnen und der Hitlerjugend, illegales Schweineschlachten in den Kriegsnächten, und: Was tun, wenn man 1944 als deutscher Junge im Wald plötzlich zwei amerikanischen Bomberpiloten gegenübersteht?
Später geht es um die ganze Welt, von Hollywood und Mexiko nach Moskau und Sibirien, und der Leser kann nur staunen - über kuriose Stunt-Katastrophen, über Partys mit russischen Kosmonauten, über bissige Eisbären am Set und warum eine wichtige Szene in der endgültigen Fassung der 'Blechtrommel' fehlt. Mit von der Partie: Brigitte Bardot und Sean Connery, Horst Buchholz und Billy Wilder, Caterina Valente, Michelangelo Antonioni und Sir Alec Guinness.
Klappentext
Mario Adorf
»Nein, Mario Adorf ist keiner von denen, die 'die Federn eines Kopfkissens numerieren und zu einem schönen Federkleid zusammenkleben.' Er ist ein 'unordentlicher Autobiograf'.«
Münchner Merkur
»Ein kurzweiliges Lesevergnügen für eingefleischte Fans und für solche, die Mario Adorf so kennen lernen wollen wie er leibt, lebt, arbeitet und liebt.«
BR-online
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
2006 wurde der Schauspieler und Schriftsteller mit dem "Bambi" geehrt. Deutschlands wichtigster Medienpreis ehrte den renommierten Schauspieler als Multitalent, dem die Verbindung zwischen Hochkultur, Handwerk und Popularität gelingt. Neben seinen Rollen engagiert er sich für die Kultur und den schauspielerischen Nachwuchs.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Ich beneide die Italiener um diese sprachlichen Möglichkeiten. Auf der Suche nach einem Titel für dieses Buch habe ich in unserer deutschen Sprache, die ich genauso liebe, vergeblich nach einem solchen poetischen Bild gesucht. Bei meinen Erinnerungen an die Kindheitsjahre fiel mir - gewiss viel prosaischer - ein volkstümliches Gericht ein. In der Eifel und im rheinischen Raum war 'Himmel und Erd' ein einfacher Eintopf der eher mageren Jahre, aus Äpfeln und Kartoffeln zusammengekocht. Die Äpfel wachsen auf den Bäumen, daher: Himmel, die Kartoffeln im Ackerboden, darum: Erde. Und so gemischt wie 'Himmel und Erd' stellen sich meine Erinnerungen ein, mal fallen sie vom Himmel, mal steigen sie aus der Erde und bevölkern den Bereich dazwischen, in dem es bekanntlich mehr Dinge gibt, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt..."