Wie so etwas zur Kunst erhoben werden kann, ist mir ein Rätsel.
Die durchweg völlig weltfremden und irrealen Personen bestechen bestenfalls durch ihre Absurdität. Die Sprache, vielleicht durch die Übersetzung verfremdet, überzeugt ganz und gar nicht. Wenn ich lese "Die Straßen zögerten aufzuhören", rollen sich mir die Fußnägel hoch. Ist es eine Sache der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, dass das Ganze so schauderhaft wirkt?
Für mich ist gute Literatur solche, die eine Botschaft hat und die schön geschrieben ist. Hier fehlt mir beides. Nur zwei Sterne, weil ich nicht sicher bin, ob das ein Simmel-Phänomen ist (den ich auch nicht lesen kann, der aber gleichwohl von Vielen für gut befindet wird) oder ob das Buch wirklich so schlecht ist, wie es auf mich wirkt. Verglichen mit Fitzgerald jedenfalls schneidet Bowles wirklich schlecht ab. Fitzgerald ist wenigstens bei seinen Charakteren so abgedreht, dass klar ist, worum es geht. Bowles hingegen gibt dem ganzen einen realistischen Touch, der von der ersten bis zur letzten Seite unglaubwürdig bleibt. Sollte es solche Menschen wirklich geben, wären wir echt am Ende.