Ich schließe mich vollinhaltlich dem Kunden und seiner Rezension vom 13. August 2005 an - wirkliche Sinnlichkeit vermisse ich in dem Buch. Frau Kaufmann bewegt sich ja ausschließlich in der dünnen Oberschicht, der lediglich ein Bruchteil der marokkanischen Bevölkerung angehört. Und sie macht recht deutlich, wie diese sich vom gemeinen Volk abschottet, ja, auf es herabschaut. Der marokkanische Otto Normalverbraucher jedoch lebt ein völlig anderes Leben. Eine einfache Tajine zusammen mit Berbern in einem Zelt am Rand der Wüste zu genießen - DAS ist für mich echte marokkanische Sinnlichkeit, so wie ich sie kennen gelernt habe, denn Marokko ist definitiv ein sinnliches Land! Dieser protzige Luxus der Oberschicht, den Frau Kaufmann beschreibt, mag ja ganz nett sein, ist aber für Marokko absolut nicht repräsentativ. Außerdem sind ihre Klischees über Rucksacktouristen in Marokko eine Frechheit (Stichwort kleine Engländerinnen, die ein Abenteuer suchen und sich dafür schmuddelige Unterschichtmänner aussuchen, oder junge europäische Männer mit leerem Blick, die nur aufs Kiffen aus sind - klar gibt es die, aber so sind doch nicht alle!). Ihrer Meinung nach sollten wohl nur reiche Leute dorthin reisen, um möglichst viel Geld dortzulassen (und beim Marokkaner den ohnehin schon vorhandenen Eindruck schüren, alle Menschen der westlichen Welt seien steinreich). Nee Frau Kaufmann, Ihr Marokko ist nicht mein Marokko - gottseidank.