... fragt der aufgebrachte Willy Millowitsch, nachdem der unfreiwillige Besuch durch die Familie Griswalds geendet ist. Tja, die Deutschen haben wohl das Klischee inne, gastfreundlich zu sein. Die Ami-Familie rund um Familienvater Clark (zum Schießen: Chevy Chase) hat jedenfalls in einer schweinisch guten TV-Show eine Reise quer durch Europa gewonnen. Clark und seine Frau Ellen (Beverly D'Angelo) sind aber eigentlich die einzigen, die sich darüber freuen. Ihre Kids, die inmitten der Pubertät stecken, werden einfach mitgezogen, obwohl sie sich gegen den Trip ausgesprochen haben. So sind sie also dabei, während ihr Dad in jedes noch so kleine Fettnäpfchen in Großbritannien, Italien, Deutschland und Italien tritt, gar den grandiosen Zusammenprall US-amerikanischer und europäischer Kultur demonstriert.
Neben Willy Millowitsch absolvieren noch andere bekannte Gesichter des Euro-Kinos einen Kurzauftritt in HILFE DIE AMIS KOMMEN! Zum Beispiel gibt sich ein in den Mittachtzigern noch recht junger, aber damals schon recht beleibter Robbie Coltrane die Ehre. Der britische Schauspieler dürfte dem breiteren Publikum vor allem als Hagrid in den HARRY POTTER-Filmen ein Begriff sein.
--- Zur Blu-ray ---
Katalogtitel nur dürftig mit Extras auszustatten, HD-Sound lediglich dem O-Ton zu gönnen und an ein Wendecover gar nicht erst zu denken: Das ist das traurige Image, dass sich der Vertrieb Warner über die Jahre angeeignet hat. HILFE DIE AMIS KOMMEN! bestätigt dieses auf seiner Blu-ray-Auswertung leider nur allzu deutlich. Würde sich doch wenigstens das Bild von seiner besten Seite präsentieren... Löblich erscheint nur der Fakt, dass Warner nicht auf Biegen und Brechen versucht, die Bildqualität mit Filtern zu verschlimmbessern, welche meistens mit dem Verlust der Grundschärfe einhergehen. Allerdings liegt diese gerade einmal in wenigen Momenten vor. Das Ausgangsmaterial muss wirklich schmutzig gewesen sein, das Bild schwimmt in sichtbaren Filmkorn vor sich hin. Für die einen ein Genuss, für die anderen ein Hindernis in Bezug aufs HD-Feeling. Das lässt konsequent auf sich warten, auch wenn es um den Ton geht. Alle Spuren (!) kommen nur in Mono daher, selbst das englischsprachige Original. Dieses hat zwar noch ein HD-Master erhalten. Bei 1.0-Sound kann man da jedoch nicht mehr viel herausholen. Stimmen und Hintergrundmusik verlassen den Center-Lautsprecher nicht. Der Rest (Deutsch, Spanisch und Französisch) ist nicht einmal der Rede wert. Zumindest handelt es sich um die original deutsche Synchronisation. Diese kann aber auch nicht über den beinahe völligen Mangel an Sonderausstattung hinwegtrüben. Gerade einmal ein Audiokommentar von Chevy Chase liegt obendrein vor.
--- Fazit ---
Die Griswalds: Sie bilden neben den Bradys und den Flodders wohl eine der verrücktesten Filmfamilien, die es gibt. Sie stehen für eher zahmen Slapstickhumor der Achtziger. Vorzüglich zünden die Gags aufgrund der grenzenlosen Unbeholfenheit des Familienoberhaupts, das von Comedian Chevy Chase eingenommen wird. Wobei hierzu noch hinzugefügt werden muss, dass man es sich schon damals mitunter nicht nehmen konnte, Dekolletees in all ihrer nackten Pracht zu präsentieren. Frivolität fand eben in moderater Dosis Einzug in diese Komödie der alten Schule. Für Fans von Chevy Chase ist dieser Teil der NATIONAL LAMPOON-Reihe unverzichtbar, vor allem zur Einstimmung auf die Urlaubszeit. Zu Weihnachten tut's dann traditionell die SCHÖNE BESCHERUNG.
Wer jedoch schon die DVD sein Eigen nennt, benötigt kein Update, obwohl der Dauer-Dumping-Preis zum Kauf verführen kann. Die Blu-ray zeugt allerdings von Lieblosigkeit in jedem Pixel. (Ein weiterer Hinweis zur Lieblosigkeit: Die Griswalds wurden im Klappentext falsch geschrieben...) Deshalb ist eine schlechte Bewertung von zwei Sternen durchaus angebracht.