"Mehr als eine Frau" ist wohl ein schöner Titel für ein Buch über Hildegard Knef, das mehr sein will, als eine Biographie, eine Bilder- oder Textsammlung, mehr als eine Erinnerungsbuch an eine so außergewöhnliche Künstlerin. Dieses Buch will einen facettenreichen Ein- und Überblick über diese Persönlichkeit bieten, wie es nur durch diese Mischung von Bild und Text möglich ist.
Roman Kuhn und Marieke Schroeder haben eine Zusammenstellung herausgegeben, die weniger auf Vollständigkeit aus ist, sondern den Charakter Hildegard Knefs herausstellen möchte.
Dies ist hier vollends gelungen. Denn es sind nicht die üblicherweise verwendeten Hochglanzfotos, welche diesen Band prägen, sondern zusätzlich werden noch viele Hintergrund- und Zufallsaufnahmen für diesen Band verwendet. Bezeichnend sind so Bilder, wie "die Knef" per Video aufgenommen wird, sie im großen Saal im Rampenlicht steht oder sich im Sonnenlicht sonnt oder mit ihrer Tochter zusammen ist.
Die Fotographien wirken immer echt, nicht beschönigend, nicht dramatisierend, sondern vielmehr ausßergewöhnlich authentisch.
Viele eher unbekannte Aufnahmen wurden berücksichtigt wie auch eine Menge an Fotographien, die während der Dreharbeiten zu dem Film "A Woman And A Half" im Jahre 2000 gemacht wurden.
Hildegard Knef in verschiedenen Kontinenten, im privaten und öffentlichen Leben, mal klar konturiert, mal verschwommen, kaum vernehmbar.
Der Band gleicht einer Hymne und vermag das Leben und Wirken, ihre Botschaft sehr gut zu transpotieren.
Mögen viele Menschen, viele Freunde und Freundinnen sich von den großzügigen Aufnahmen berühren lassen. Denn wie schon die angehängten biographischen Daten bezeugen: hier lebte eine Frau, die viel ihrer Zeit voraus hatte und leider später wenig Beachtung und oftmals noch weniger Achtung erhielt. Möge man anhand des Bandes wenigstens nun "Deutschlands letzter Diva" (Der Spiegel)die ihr gebührende Ehre zu kommen lassen. Diesen Respekt hat sie nicht nur verdient, er gehört ihr geschenkt!