Ein Buch über die Knef- heraus gegeben von ihrem dritten Mann, Paul von Schell. Das hätte interessant und aufschlussreich sein können, ist es aber leider überhaupt nicht. Wie immer bei der Knef und ihrer Entourage haben stets die anderen Schuld, kein Wort über schlechte Konzerte oder diffuse Interviews. In diesem Buch wird alles so dargestellt, als sei die Knef immer super- erfolgreich und super- top gewesen. Auch ich möchte sicherlich keine "skandalösen Enthüllungen" in einem Buch über die Knef, aber ein bisschen differenzierter hätte man das Leben dieser Frau dann doch darstellen können. David Cameron, immerhin fast 16 Jahre der Ehemann der Knef, förderte sie als Schrifstellerin, Sängerin und als Schauspielerin. In diesem Buch findet er auf ganzen zwei Seiten statt. Aber schließlich heißt das Buch auch "Meine Hilde". Und es stimmt: man hat den Eindruck, dass Herr von Schell eifersüchtig fast alles und jeden unterschlägt, der vor seinem Auftauchen für die Knef wichtig gewesen ist. Die Bilder sind ganz nett, aber als Biographie kann man dieses Werk nicht durchgehen lassen. Alles, was die Knef anfasste, war diesem Buch zufolge Gold wert, dabei weiß wirklich jeder, dass es nach 1976 nur noch stetig bergab ging mit ihr, was den künstlerischen Output angeht. Aber in diesem Knef- Jahr (80. Geburtstag) darf man sowas ja gar nicht laut sagen- sonst läuft man Gefahr, sich ziemlich unbbeliebt zu machen. Faziz: es gibt sicherlich wesentlich bessere Bücher über Knef. Dieses hier scheint darauf zu schielen, den Mythos noch weiter zu erhöhen und damit noch schnell Geld zu verdienen. Denn der Informationswert ist ziemlich gering und Bilderunterschriften wie "Begeisterte Fans im Zug schneiden Hilde ein paar Haarsträhnen ab" eher lächerlich als spannend. Nicht sehr empfehleneswert.