Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So, oder so ist das Leben..., 3. Oktober 2009
FILM
Hilde aus dem Jahr 2009 ist ein deutscher Spielfilm. Der Film entstand nach der Autobiografie "Der geschenkte Gaul" von Hildegard Knef. Mit einer Länge von 137 Minuten beansprucht er das Sitzfleisch ungemein, aber dieses Meisterwerk ist es mehr als wert! Einer der deutschen Lebenswege nach dem Zweiten Weltkrieg. Hildegard Knef war die Sünderin, ein Kinotraum, ein Weltstar, eine Ikone. Dies ist ihr Leben.
DARSTELLER
Heike Makatsch in der Rolle ihres Lebens. Makatsch glänzte schon immer, zum Beispiel in Filmen wie "Nackt" oder "Bin ich schön?". Auch international ist DIE deutsche Schauspielerin schon warm geworden ("Resident Evil", "Tara Road" oder "Love... Actually"). Angefangen als Moderatorin bei Viva hat Makatsch sich ganz nach oben gespielt. Als Hildegard Knef hat sie sich aber selbst übertroffen. Authentischer und bewegender hätte wohl niemand Hilde verkörpern können. Dazu kommt eine immense Ähnlichkeit mit Hilde. Super!
In weiteren Rollen: Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Roger Cicero, Johanna Gastdorf.
STORY
Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie sich selbst findet: Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur mehr das blanke Überleben. Nach Filmerfolgen und Fehlgriffen, falschen und richtigen Männern, lähmender Langeweile in Hollywood und einer turbulenten Hass-Liebe mit dem deutschen Publikum muss die Kämpfernatur Hilde lernen, dass manchmal andere Dinge zählen als der Ellenbogenkampf im Showbiz: In ihrer eigenen Geschichte und im Innerern ihrer Seele findet sie die Substanz für die "Hilde", auf die sie selbst, aber auch das deutsche Publikum immer gewartet hat.
DVD
Bild und Ton sind super. Der Film ist in der deutschen Originalfassung zu sehen / hören. Untertitel für Hörgeschädigte sind bei Bedarf einblendbar.
Als Extras gibt es den Kinotrailer und ein interessantes Spezial über die Entstehung des Films.
FAZIT
Sie ist "den weiten Weg gegangen". Ein Hindernislauf, doch von den Höhen und Tiefen füllt Regisseur Kai Wessel in seinem Film zum Glück nur wenige mit Kitsch. Der Krebs, das Morphium, die hemmungslose Liaison mit der Öffentlichkeit bis ins Alter, diese Sucht nach Rampenlicht, die Verschwendung, die Egozentrik, aber eben auch der Mut, die Stehaufmännchen-Qualität...
Alles, was Hildegard Knef zu einer einzigartigen Figur der deutschen Nachkriegszeit macht, wird reflektiert und schonungslos gezeigt.
Schade ist das der Film viel Zeit mit Kriegsbildern verschwendet als mit Hildes Kampf in dieser Zeit. Von der Kriegs-Gefangenschaft und den Strapazen während eben dieser, wird jedoch nichts gezeigt.
"Wenn das alles ist"... Anfang der 70er Jahre startet Hilde ihre Musikkarriere, die Beweggründe und der Weg dorthin werden glaubwürdig und interessant geschildert, aber das kann doch nicht alles gewesen sein! Was ist mit der Geburt ihrer Tochter, der Freundschaft zur Diva Marlene Dietrich? Es fehlen meiner Meinung nach einfach einige wichtige Stationen ihres Lebens.
Naja, das kann ich verzeihen, es ist ja schließlich ein Spielfilm und keine Dokumentation (da kann ich die grandiose Doku "Hildegard Knef: A Woman and a Half" empfehlen!). Außerdem ist der Film mit 137 Minuten wie gesagt schon sehr lang.
Alles in allem trotzdem ein fantastischer Film über eine fantastische Frau, der oftmals mehr als "17 Millimeter zum Glück fehlten", die das "Vergang'ne aber vergangen liess" und für die es am Ende doch noch "rote Rosen regnete". Hut ab vor Heike Makatsch, die alle Lieder selbst gesungen hat und eine unglaublich echte und nahe Hilde darstellt.
Unbedingt kaufen!
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32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Heike Makatsch in der Rolle ihres Lebens!, 23. September 2009
Heike Makatsch hat sich auf die Rolle der Hildegard Knef mehr als ein Jahr intensiv vorbereitet und ist so glaubwürdig in diese Figur geschlüpft, so das man als Kinozuschauer glatt vergessen kann, dass nicht die "echte" Hilde auf der Leinwand zu sehen ist.
Sie stellt Hildegard Knef in der Zeit von 1945 bis 1966 dar, dokumentiert also den Aufstieg, die Skandale und ihre ersten Erfolge als Chanson-Sängerin ebenso wie das Scheitern ihrer ersten Ehe, ihre Unzufriedenheit in Hollywood und ihren Hang zu intensiver Leidenschaft. Verletzlich und manchmal verzweifelt, dann wieder selbstbewusst mit einem Hang zum Größenwahn, an sich selbst fest glaubend und doch wieder zweifelnd, hat sich Heike Makatsch mit den schnell wechselnden Stimmungen in Hildegard Knefs Leben vertraut gemacht und alle diese Stimmungen auf sehr einfühlsame Art und Weise dargestellt.
Die junge Hilde erlebt die letzten, chaotischen Tage des 2. Weltkriegs in Berlin und weiß spätestens ab diesem Zeitpunkt, dass sie ihr Glück als Schauspielerin versuchen möchte. Fernab jeglichen Schönheits- und Besetzungsideals überzeugt sie durch Fleiß, Hartnäckigkeit und Talent.
Sie scheut weder Auseinandersetzungen noch Konflikte, wenn es darum geht, sich künstlerisch zu entwickeln. Als sie jedoch als "Sünderin" einen handfesten Skandal auslöst, erträgt sie den Rummel um ihre Person doch nicht unbeschadet. In Hollywood entwickelt sie sich zu einem international anerkannten Star, doch der Filmbetrieb dort erscheint ihr lieblos und bietet ihr wenig Entwicklungsmöglichkeiten. Doch Hildegard Knef "bastelt" bereits an einer "neuen Hilde". Obwohl nicht gerade mit einer Traumstimme ausgestattet, findet sie mit ihren Chansons ein großes Publikum und zu einer ganz neuen Bühnenpräsenz.
Ihre Fähigkeit, sich zu wandeln, sich immer wieder neu zu erfinden und doch Hilde zu bleiben, helfen ihr über die Brüche ihrer Karriere immer wieder hinweg.
Hildegard Knefs Erinnerungen "Der geschenkte Gaul" bildeten die Grundlagen für einen äußerst gelungenen biographischen Spielfilm. Dazu tragen die ebenfalls sehr präsenten Nebendarsteller - u.a. Monica Bleibtreu in einer ihrer letzten Rollen - ebenso bei wie das sehr sorgfältig und bis in die kleinsten Details stimmige Zeitkolorit in diesem Film.
Der Zuschauer kann sich hier auf eine wunderbare Zeitreise begeben und eintauchen in die glamourösen Seiten einer Aufbruchstimmung in Wirtschaftswunderzeiten!
Hildegard Knef, Weltstar mit unverkennbaren Berliner Wurzeln, wurde mit diesem Film und einer glänzenden Heike Makatsch ein wirklich würdiges, filmisches Denkmal gesetzt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wer kennt Hilde Neff?, 11. Oktober 2009
1925 geboren, 2002 gestorben, die deutsche Ikone war sie Ende der 50er bis in die 70er/80er Jahre hinein, was bedeutet, dass nach 1970 Geborene mit der Knef eigentlich nichts mehr anzufangen wissen.
Das grenzt den Bereich der an einem Film über die Diva Interessierten deutlich ein, wenn nicht, ja wenn nicht Heike Makatsch wäre, die Hilde nicht nur für die rechtzeitig Geborenen perfekt verkörpert, sondern eine unglaublich grandiose schauspielerische Leistung abliefert, womit der Film für den Geschmack aller Altersgruppen herhalten dürfte.
Nur, wer die Knef noch erlebt hat, hat den Vorteil zu vergleichen und zu erkennen, dass Aussehen, Bewegung, Körpersprache und Stimme von Heike Makatsch fast eins zu eins dem von ihr verkörperten Vorbild entsprechen. Selbst bei den von Makatsch gesungenen zwei oder drei Knef-Songs muss man schon genau hinhören, um den kleinen, verbleibenden Unterschied zu bemerken (von der CD mit Knef-Titeln, gesungen von Makatsch, habe ich erst später erfahren).
Inhaltlich geht es um einen Teil des Lebens der Knef, beginned als sie 17 Jahre alt war, das Deutsche Reich sich im Zusammenbruch befand, was Hilde aber nicht davon abhielt, ihrem unbändigen Wunsch nach einer Schauspielerinnenkarriere nachzugehen - und auch noch protegiert von Josef Goebbels - bis hin zu ihrem Konzert in der Berliner Philharmonie im Jahr 1966.
Dennoch, trotz aller großartiger schauspielerischer Leistung verliert der Film, der zunächst mit einem menschlichen Vulkan an Selbstsicherheit und Durchsetzungsbereitschaft für die eigenen Ziele beginnt, an Zugkraft, als Hilde nach ihrem Skandalfilm Deutschland verlässt und in den USA (wo man sie zur Neff gemacht hat) einige Jahre Zeit vergeudet, ohne irgendwie voranzukommen.
Bei einer Lebensgeschichte gehört das natürlich unbestreitbar dazu, nur fand ich, dass ab diesem Break etwas die Luft raus war, deshalb nur 4 Punkte.
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