26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So, oder so ist das Leben..., 3. Oktober 2009
FILM
Hilde aus dem Jahr 2009 ist ein deutscher Spielfilm. Der Film entstand nach der Autobiografie "Der geschenkte Gaul" von Hildegard Knef. Mit einer Länge von 137 Minuten beansprucht er das Sitzfleisch ungemein, aber dieses Meisterwerk ist es mehr als wert! Einer der deutschen Lebenswege nach dem Zweiten Weltkrieg. Hildegard Knef war die Sünderin, ein Kinotraum, ein Weltstar, eine Ikone. Dies ist ihr Leben.
DARSTELLER
Heike Makatsch in der Rolle ihres Lebens. Makatsch glänzte schon immer, zum Beispiel in Filmen wie "Nackt" oder "Bin ich schön?". Auch international ist DIE deutsche Schauspielerin schon warm geworden ("Resident Evil", "Tara Road" oder "Love... Actually"). Angefangen als Moderatorin bei Viva hat Makatsch sich ganz nach oben gespielt. Als Hildegard Knef hat sie sich aber selbst übertroffen. Authentischer und bewegender hätte wohl niemand Hilde verkörpern können. Dazu kommt eine immense Ähnlichkeit mit Hilde. Super!
In weiteren Rollen: Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Roger Cicero, Johanna Gastdorf.
STORY
Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie sich selbst findet: Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur mehr das blanke Überleben. Nach Filmerfolgen und Fehlgriffen, falschen und richtigen Männern, lähmender Langeweile in Hollywood und einer turbulenten Hass-Liebe mit dem deutschen Publikum muss die Kämpfernatur Hilde lernen, dass manchmal andere Dinge zählen als der Ellenbogenkampf im Showbiz: In ihrer eigenen Geschichte und im Innerern ihrer Seele findet sie die Substanz für die "Hilde", auf die sie selbst, aber auch das deutsche Publikum immer gewartet hat.
DVD
Bild und Ton sind super. Der Film ist in der deutschen Originalfassung zu sehen / hören. Untertitel für Hörgeschädigte sind bei Bedarf einblendbar.
Als Extras gibt es den Kinotrailer und ein interessantes Spezial über die Entstehung des Films.
FAZIT
Sie ist "den weiten Weg gegangen". Ein Hindernislauf, doch von den Höhen und Tiefen füllt Regisseur Kai Wessel in seinem Film zum Glück nur wenige mit Kitsch. Der Krebs, das Morphium, die hemmungslose Liaison mit der Öffentlichkeit bis ins Alter, diese Sucht nach Rampenlicht, die Verschwendung, die Egozentrik, aber eben auch der Mut, die Stehaufmännchen-Qualität...
Alles, was Hildegard Knef zu einer einzigartigen Figur der deutschen Nachkriegszeit macht, wird reflektiert und schonungslos gezeigt.
Schade ist das der Film viel Zeit mit Kriegsbildern verschwendet als mit Hildes Kampf in dieser Zeit. Von der Kriegs-Gefangenschaft und den Strapazen während eben dieser, wird jedoch nichts gezeigt.
"Wenn das alles ist"... Anfang der 70er Jahre startet Hilde ihre Musikkarriere, die Beweggründe und der Weg dorthin werden glaubwürdig und interessant geschildert, aber das kann doch nicht alles gewesen sein! Was ist mit der Geburt ihrer Tochter, der Freundschaft zur Diva Marlene Dietrich? Es fehlen meiner Meinung nach einfach einige wichtige Stationen ihres Lebens.
Naja, das kann ich verzeihen, es ist ja schließlich ein Spielfilm und keine Dokumentation (da kann ich die grandiose Doku "Hildegard Knef: A Woman and a Half" empfehlen!). Außerdem ist der Film mit 137 Minuten wie gesagt schon sehr lang.
Alles in allem trotzdem ein fantastischer Film über eine fantastische Frau, der oftmals mehr als "17 Millimeter zum Glück fehlten", die das "Vergang'ne aber vergangen liess" und für die es am Ende doch noch "rote Rosen regnete". Hut ab vor Heike Makatsch, die alle Lieder selbst gesungen hat und eine unglaublich echte und nahe Hilde darstellt.
Unbedingt kaufen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hut ab vor Heike Makatsch!, 31. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Hilde [Blu-ray] (Blu-ray)
Irgendwie ist Hildegard Knef eine deutsche Legende für mich. ( Mitte 50 )Sie war bewundernswert offen bis unbequem und provokant - im Leben wie auch in ihren Filmen und Liedern. Oft jedoch habe ich mich gefragt, warum macht Die Knef sich das Leben so unnötig schwer? Bestimmt kann man Menschen auch aufrütteln ohne sich selbst zu schaden. Nein sie ging ihren Weg immer unbeirrt. In unserer inzwischen auch so angepassten Welt würde ich mir mehr Menschen mit soviel "Rückgrat" wünschen! Tja und ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand in der Lage ist, diese Persönlichkeit und diese einmalige Stimme auch nur halbwegs authentisch nachzuspielen. Doch welche Überraschung! Dank guter Maskenbildner sieht Heike Matsch wirklich wie Hildegard aus - nur etwas hübscher, aber genauso markant. Die Stimme kann auch sie nicht genau nachahmen, aber sie hat es auch wohl nicht wirklich versucht, ihr lieber einen eigenen Stempel aufgedrückt, ohne das Besondere zu ändern - wirklich genial. Mich haben die Gesangseinlagen wirklich begeistert, denn auch wenn die Stimme anders ist, so vermittelt sie dennoch genau das, was auch die Stimme von Hildegart Knef ausdrückt. In einigen Sequenzen gefiel mir der Ausdruck sogar einen Tick besser. Heike ist wirklich mit Haut und Haaren Hilde. Heike spielt ihre Persönlichkeit und ihr Talent voll aus und macht uns die große Deutsche verständlich. Ein Film, den ich mir mit meiner Tochter gerne öfter ansehen werde. Schauspielerisch und gesanglich von Heike Makatsch eine wirklich grandiöse Leistung!!!!!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Grandiose Heike Makatsch - beeindruckende Hilde Knef, 9. Mai 2010
Ich war mehr als begeistert über die darstellerische Leistung von Heike Makatsch in der Rolle der Hildegard Knef. Ich habe die Knef immer für ihren Lebenswillen, ihrer Stärke und ihren Mut, zu dem zu stehen, was sie war, bewundert. Für sie war es schwer, ihre roten Rosen zu bekommen. Zum Schluss erst bekam sie all das, was ihr zustand. Respekt, Anerkennung und - die Liebe ihres Publikums. Ob sie immer die Liebe ihrer Männer fand, wage ich zu bezweifeln.
Sie war eine der wenigen Künstler, die eben nicht so angepasst war und die immense Probleme hatte, sich selbst zu finden. Aber - sie ist ihn gegangen. Ihren Weg, auch wenn der mehr aus Dornen als aus Rosen bestand. Gegen allen Widerstand.
Eine grandiose Heike Makatsch die der Hilde aus dem Film all das einhaucht, was Hildegard Knef auch im wirklichen Leben war. Eine unglaublich schillernde und faszinierende Persönlichkeit. Mit allen Stärken und Schwächen. Nicht nur die Maske ist toll. Denn Heike Makatsch sieht nicht nur Hildegard Knef in der Maske unglaublich ähnlich, sie singt ja auch noch die Songs selber. Dieses Charisma, was die Knef ja hatte, lebt in der Darstellung der Makatsch wieder auf. Die Makatsch spielte nicht die Knef, sie WAR SIE. Für 137 Minuten. Zugegeben, etwas zu lang, hier hätte man vom Drehbuch her kürzen und die Plotpoints anders setzen können.
Schade war nur, dass der Film unglaublich viel Zeit mit den Kriegswirren vertrödelte. Jeder von uns weiß - auch wenn er den Krieg selbst Gott sei Dank nicht miterlebt hat - wie schlimm diese Zeit für viele von den Deutschen und restliche Europäer war. Dass die Knef immer wieder an die falschen Männer geriet ist zwar tragisch, aber es passiert vielen von uns im Leben so. Charismatische Frauen aus der Künstlerriege haben allesamt diese Probleme - siehe Marilyn Monroe.
Ich geben diesem Film 4 Sterne, weil ich beeindruckt war von der schauspielerischen Leistung einer Heike Makatsch. Würde der Film mehr vom Leben der Knef nach dem letzten Konzert zeigen, hätte er nicht nur 5 Sterne sondern 10 bei mir bekommen.
Trotzdem - ich bin begeistert!
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