Als 1979 das insgesamt 5. und letzte AC/DC - Studioalbum mit Bon Scott als Sänger erscheint, soll es ganze Generationen prägen und in die Musikgeschichte als das vielleicht genialste Werk, das je im Rock-Geschäft veröffentlicht wurde eingehen. Klar, die rede is von "Highway to Hell". Schon allein der Titelsong ist es wert, dieses Album zu erstehen. Der vielleicht bekannteste Song der AC/DC - und der Rockgeschichte allgemein eröffnet die etwas mehr als 40 Minütige musikalische Meisterleistung, auf der kein Song abfällt. Es folgt ohne Rücksicht Knaller auf Knaller, Zeit zum ausruhen gibt es nicht. Das unheimlich triebende Rif in "Girls got Rhythm" zwingt jeden dazu, sich irgendwie im Takt mitzubewegen. Wenn man sich wargetanzt hat, folgt das schwerfällige Intro zu "Walk all over you", welches sich in einem bombastischen Riff entlädt und kein T-Shirt trocken lässt. Nur bedingt ausruhen lässt "Touch too much", eine der 5 Singles des Albums, die sich in recht flottem Midtempo Rhythmus in das Gehirn eines jeden Rock-Fans einprägt. "Beatin' around the Bush" wartet mit dem wahrscheinlich schnellsten Riff der LP auf und knallt einem mächtig einen vor den Latz. "Shot down in flames" und "Get it hot" bilden den beeindruckenden Mitelteil und halten konstant das starke Niveau der anderen Songs. Aber dann..."If you want blood (you've got it)". Dieser Titel stellt für mich selbst den Titelsong in den Schatten. Euphorisch, dreckig, ekstatisch, bezaubernd und einfach nur genial rocken sich Cliff Williams (Bass), Phil Rudd (Drums), Angus Young (Lead Guitar), Malcolm Young (Rhythm Guitar) und Bon Scott (Vocals) auch durch diesen Track, dessen furioses finale mir regelmäßig Tränen in die Augen schießen lässt.
"Love hungry man" ist der schwächste Song des Albums, ist jedoch bei weitem kein Aussetzer und wäre für jede normale Band ein Meisterwerk. Und schließlich zum Abschluss folgt die Krönung. Bon Scott mutiert zum Herrscher der Dunkelheit und intoniert die Gänsehaut-Hymne "Night Prowler" in der ihm eigenen Art und Weise. Ein gigantischer Abschluss auf ein noch gigantischeres Album!
Die Digital Remastered Serie von Epic stellt alles in den Schatten, was es bisher an Remasters gibt, Ich habe selten einen so überragenden Sound von solch alten Werken gehört. Respekt dafür! Und der Preis stimmt auch, das Booklet ist mit einem Hintergrundbericht und vielen Fotos versehen. Also wer da nicht zuschlägt, ist verrückt.
Schussendlich möchte ich sagen dass mir zwar vielleicht die Objektivität etwas fehlt, es aber nicht zu verleugnen ist, dass "Highway to Hell" eines der angesehensten und genialsten werken der Musikgeschichte ist. Die Musikist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber das Kompositions Trio Young/Young/Scott schaffte es mit einem präzisen Riff ganze Generationen zu verzücken und dem gebührt großer Respekt. Schade, dass Bon Scott kurz nach Veröffentlichung der Platte gestorben ist, wer weiß, welche Meilensteine AC/DC mit ihm noch gesetzt hätte. Nichts gegen Brian Johnson, aber Bon Scott ist AC/DC. Ihn kann keiner ersetzen! R.I.P.