Ich habe "Highlander: Endgame" seinerzeit im Kino gesehen und ich muß zugeben: ich war damals unheimlich enttäuscht von diesem Film. Warum? Wahrscheinlich weil es mal wieder das alte Fortsetzungs-Problem ist, es kann nur einen (Film) geben, Fortsetzungen sind aufgrund der ursprünglichen Highlander-Storyline ausgeschlossen.
Aber: die McLeods sind ein zähes Völkchen und ihre Fans haben schon über einiges (z.B. die erste Kinofortsetzung) den Mantel des Schweigens gebreitet und auch über so manche Unstimmigkeit hinweg gesehen und so sollte man auch diesen Film sehen.
"Endgame" verbindet die beiden Highlander-Universen (Filme und Serie) und sollte daher vielleicht doch eher als Serien-Special denn als eigenständiger Kinofilm betrachtet werden. Dann funktioniert er nämlich auf wunderbarste und tatsächlich sollte man als Zuschauer ein gewisses Vor-Wissen mitbringen, da man ansonsten vielleicht ein wenig verwirrt vor dem Fernseher sitzt. Es macht Spaß, auf "alte Bekannte" aus dem ersten "Highlander"-Teil (Rachel, Heather) zu treffen und dabei auch noch einige vertraute Gesichter (Joe, Methos) aus der Serie zu sehen. Leider bleibt vor allem die Rolle des Joe Dawson und der "Beobachter" ein wenig blass, was weniger an der schauspielerischen Leistung von Jim Byrnes als eher an einem nicht immer ganz ausgefeilt wirkenden Drehbuch liegt. Auch die Liebesgeschichte Duncan/Faith wirkt zumindest in der Gegenwarts-Handlung nicht ganz ausgearbeitet.
Man sollte sich vor allem vor dem Anschauen dieses Films den ersten Teil und am besten gleich einige Staffeln der TV-Serie anschauen, um "Endgame" nicht soooo schlecht zu machen, wie einige Rezensenten ihn auf dieser Seite sicherlich finden. "Endgame" ist sicherlich in erster Linie ein Film für Fans und in zweiter Linie einer für Action/Fantasy-Fans, die es mit der Logik nicht allzu ernst nehmen.
Der Film bietet gute Action, toll choreographierte Kampfszenen (sowohl mit dem Schwert als auch Martial Arts), einen anständigen Soundtrack (obwohl mir die "Bonny Portmore"-Fassung von Loreena McKennitt im 3.Teil wesentlich besser gefällt als diese billig produzierte Synthie-Version...) und nicht zuletzt ein Wiedersehen mit zwei Angehörigen des Clan der McLeods, die man über die Jahre kennen- und liebengelernt hat.
Das Bonusmaterial auf der zweiten DVD präsentiert neben einem DVD-ROM-Teil auch ein etwa einstündiges Making-of, das man sich entweder am Stück oder in kleinen Häppchen à ca 5 Minuten ansehen kann. Dieses Making-of ist sehr umfangreich und informativ und bietet einen anständigen Blick hinter die Kulissen, wenn man auch offensichtlich erkennen kann, das einige Interviewbeiträge arg gekürzt bzw. zusammengeschnitten wurden. Auf die verpatzten Szenen hätte man gut verzichten können, da sie nicht wirklich lustig sind, (unfreiwillig) komisch sind hingegen Lisa Barbuscias Äußerungen zum Film und ihrer Rolle als Kate/Faith (Hat diese Frau überhaupt eine Ahnung davon, was sie in diesem Film überhaupt macht?). Christopher Lambert sieht man in diesem Making-of durchaus an, daß er mit der Rolle des Connor McLeod allmählich abschließt, während Adrian Paul noch vollständig in der Rolle des Duncan McLeod drin zu sein scheint. Beide Hauptdarsteller kommen aber sehr sympathisch rüber und man sieht ihnen zumindest im Making-of an, daß sie unheimlichen Spaß an den Dreharbeiten hatten.
Fazit: Auch wenn dieser Film sich sicherlich nicht mit dem ersten Teil vergleichen lässt, so ist er doch für viele Fans einer der besten Teile der Reihe. "Highlander: Endgame" ist ein Film für all diejenigen, die nach 3 Kinofilmen und 6 Serienstaffeln nicht genug von den McLeods bekommen können, ein Fan-Film, der beide Highlander-Universen miteinander verbindet. Wer damit nichts anfangen kann, der sollte es besser gleich lassen. Für alle anderen ist es einfach eine Art von Zauber... ;-)