"Doug Jay hält sich mehr und mehr in den Staaten auf und ein neues Album mit den Doug Jays ist auch nicht in Sicht und außerdem wurde es sowieso mal Zeit für etwas eigenes." O-Ton Jimmy Reiter.
Ich habe mir das Album einige male angehört, und es gefällt mir jedesmal besser. 12 Titel sind insgesamt daruf und mit einer Spielzeit von etwas über 51 Minuten ganz ordentlich.
Das Line-Up des Albums liest sich wie das who is who der Osnabrücker/Münsteraner Blues Szene.
Jimmy Reiter - Gitarre und Gesang auf allen Tracks
Jasper Mortier - Bass (2,3,4,8,12)
Björn Puls - Drums (2,3,4,5,8,12)
Mo Fuhrhop - Keyboards (2,3,4,5,8,12) & Bass (1 & 9)
Christian Ranneberg - Piano (1,6,7,9,10,11)
Sax Gordon Beadle - Tenor Sax (1,4,5,6,7,9,11)
Tommy Schneller - Baritone Sax (1,6,7,9,10)
Andre Werkmeister - Drums (1,6,7,10,11)
Olli Gee - Bass (6,7,10,11)
Alex Lex - Drums (9)
Jan Karow - Backing Vocals (3,10) Percussions (3)
Marcus Praed - Backing Vocals (3) percussions (1,
Produziert hat Jimmy zusammen mit Marcus Praed.
Ich finde das Album erste Klasse. Es kommt nie Langeweile auf, jedes Stück hat etwas für sich, mal Chicago Blues mit allem drum und dran, dann wird es Funky oder auch mal richtig groovy, es shuffled und ein Jump Blues ist auch dabei. Osnabrück klingt wie Chicago, in manchen Titeln auf jeden Fall. Jim-Plosion! (Track 6) ist ein Instrumental geworden und Track 12 sollte erst überhauptnicht auf das Album (8 Minuten slow blues) aber genau der Titel durfte nicht Fehlen. Die Atmosphäre des Stücks ist einfach nur Klasse gemacht und nicht nur "just another Nail".
2 Cover Versionen sind auf dem Album aber auch die wurden mit bedacht ausgewählt und sind nicht oft zu hören und wahrscheinlich kennen es die wenigsten. "Get down to the Nitty-Gritty" ist ein ersteklasse Stück von Luther "Snake Boy" Johnson und wurde hier sehr gekonnt interpretiert. Es ist das passende Stück für einen Gitarristen wie Jimmy Reiter und der Gesang passt auch wunderbar.
Das zweite Cover Stück stammt aus der Feder von Jody Williams und wurde schon oft von der Band Live gespielt, "what kind of Gal is that?" ist in dieser Interpretation mit Saxophon zu hören und das gibt dem Stück einen ganz neuen Glanz, Klasse Jungs.
Auf meine Frage hin, ob der Titel "City of Rain" etwas mit seiner Heimatstadt Osnabrück zu tun hat sagte Jimmy mir, das er sehr wohl dabei an OS dachte. Andere Musiker schreiben Songs über ihre Heimatstadt, Chicago ist oft zu hören. Die Songs handeln meistens von den Schönheiten der jeweiligen Städte. Also was schreibt man über OS? Es gibt Fußball und Regen. Über Fußball fällt einem nichts ein und OS ist gerade abgestiegen also bliebt Regen. City of Rain ist ein sehr gelungener Beitrag zur Heimatgeschichte.
Das ganze Album ist sehr gut aufgenommen, viel Lob an das Team. Die Bandmitglieder kennen sich alle schon seit Jahren und haben in gemeinsamen Bands gespielt oder man trifft sich bei diversen Jam-Sessions am Montag im Lagerhaus zu Osnabrück oder Dienstags im Bunten Vogel zu Münster u.s.w. Daher klingt und spielt die Band wie aus einem Guss. Das Tommy Schneller und Sax Gordeon Beadle zur ersten Garde der Saxophonisten gehören ist klar, Christian Rannenberg ist das Aushängeschild der Deutschen Blues-Pianisten und Mo Fuhrhop ist überall dort mit seinen Keyboards (Hammond B3) zu finden wo erste Klasse Blues gespielt wird (z.B. Henrik Freischlader, 5 Live). Olli Gee am Bass ist der Tieftöner der Nation (Blues Company) Jasper Mortier und Andre Werkmeister waren schon bei den Doug Jays zusammen und Björn Puls kennt man u.a. auch von Gregor Hilden's Band.
Ich kann das Album nur jedem empfehlen.