Männer ticken anders und Männer die verlassen werden ticken auch schon mal aus. Was sich da an Frust, Rache Trauer, Selbstmitleid und Wut aufstaut, muss irgendwie raus und die beste Weise dies zu kanalisieren findet man in der Musik.
Welch glücklicher Umstand, dass Rob Gordon (John Cusack) der frisch verlassen wurde, einen ganzen Plattenladen sein eigen nennen kann und so nicht nur eine gewaltige Auswahl für den Soundtrack seiner Melancholie zur Verfügung hat, sondern auch noch eine Unmenge an Zeit, um darüber zu philosophieren.
So besteht ein großer Teil des Film darin, dass John Cussack direkt in die Kamera spricht und dem Zuschauer seine Gedanken zu Themen wie Frauen, Liebe, bester Popsong aller Zeiten oder dem Führen der perfekten Beziehung mitteilt. Dazwischen trifft er sich mit ExFreundinnen, schläft mit neuen Bekanntschaften, pflegt seine Neurosen, streitet sich mit Angestellten wie Kunden und kämpft um seine Verflossene, die sein Leben so aus der Bahn geworfen hat und ihm scheinbar doch nicht so gleichgültig ist, wie er sich verzweifelt versucht einzureden.
Zugegeben, das klingt nicht besonders aufregend, hat aber seine Qualität. Eben diese philosophischen Momente enthalten unglaublich viel Wahrheit, sind urkomisch formuliert, mit reichlich Selbstironie serviert und grandios auf dem Punkt gebracht. Männer wollen möglichst mit allen schönen Frauen ins Bett, sehnen sich aber insgeheim doch nach der großen Liebe (wobei das eine, das andere ja nicht unbedingt ausschließen muss). Aber wehe sie bringt die Ordnung seiner Plattensammlung durcheinander oder wäscht am Tag eines Heimspiels das Trikot seiner Lieblingsmannschaft.
Auch auf dem schwierigen Sektor der Literaturverfilmung macht der Film eine vergleichsweise ansprechende Figur und ist eine ordentliche Umsetzung des Romans. Da auch im Buch die eigentliche Handlung überschaubar ist, wird man bei der Verfilmung nichts wesentliches vermissen. Die Charaktere und der Geist der Geschichte wurden ebenfalls adäquat auf die Leinwand übertragen. Der Roman ist selbstverständlich intensiver, tiefer gehender und um so manchen köstlichen Monologe reicher, aber dass man 400 Seiten Buch nicht 1:1 in 90 Minuten Film pressen kann, sollte jedem klar sein und darf man dem Film nicht vorwerfen.