Aus der Amazon.de-Redaktion
Rob hat sich nie an das CD-Zeitalter gewöhnen können. In seinem kleinen Plattenladen verkauft er ausschließlich die guten alten Vinylscheiben. Auch ansonsten tut er sich schwer mit Veränderungen -- zum Beispiel mit dem Erwachsenwerden. Aber als er von Laura sitzen gelassen wird, versucht er sein bisheriges Leben zu resümieren. Er stellt eine Top-5-Liste seiner ärgsten Liebeskummmer-Erlebnisse auf und versucht sogar, diese Exfreundinnen zwecks Vergangenheitsbewältigung alle zu treffen. Robs Versuch, sein Scheitern auf ganzer Linie zu begreifen und in Worte zu fassen, folgt man begeistert bis zur letzten Zeile. Und spätestens beim mit viel Augenzwinkern erzählten Happy End, hat man diesen Typen richtig ins Herz geschlossen.
Wenn Robs größtes Talent -- wie er selbst sagt -- darin besteht, einem "Bündel Durchschnittlichkeit eine kompakte Form zu geben", dann liegt Nick Hornbys Stärke zweifellos darin, diese Durchschnittlichkeit ebenso sympathisch wie tragikomisch aufs Papier zu bringen. Die tiefen Einblicke auch in die letzten und seltsamsten Winkel der Männerseele, die High Fidelity gewährt, werden nicht nur Frauen interessieren und amüsieren. Der Roman ist auch ideales Lesefutter für Menschen, die in den 70er-Jahren aufgewachsen sind, Popmusikfans und Schallplattensammler, Männer mit oder ohne Liebeskummer, und natürlich alle, die auch leidenschaftlich gerne Top-5-Listen erstellen. --Christian Stahl
Amazon.de-Hörbuchrezension
Spieldauer: ca. 280 Minuten, 3 MCs. Erhältlich auch als CD. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
carpe.com
Der Roman beginnt mit einer Liste der fünf schlimmsten Trennungen, die Rob in seinem 35jährigen Leben bisher durchgemacht hat, und genau diese Struktur ("Was sind deine Top Five?") ist es auch, die den Leser die ganze Zeit begleitet. Da werden von Barry und Dick -- Robs Angestellten im Laden -- die "besten Fünf von... und aller Zeiten..." immer wieder neu aufgestellt; von der Fernsehserie bis zum Montagmorgensong ist alles dabei.
Daß sich jetzt seine Freundin Laura von ihm getrennt hat, ist wieder nur ein Beweis dafür, daß Frauen eben nicht die tieferen Dinge im Leben eines Mannes durchblicken können. Dazu gehören in Robs Welt die Plattensammlung -- mindestens 500 Stück sollte sie umfassen um ein ernstzunehmender Mensch zu sein -- und eben auch die jungenhafte Leidenschaft der ständigen Aktualisierung der ewigen Bestenliste.
Später stellt sich dann heraus, daß Rob doch nicht so ganz frei von Schuld ist, wie er dem Leser immer versucht klarzumachen, aber daß ist nicht verwunderlich, sondern macht ihn -- den durchschnittlichsten aller durchschnittlichen Menschen -- als Hauptfigur nur noch ein Stückchen sympathischer. Seine kläglichen Versuche, sich selbst unermüdlich einzureden, daß ihn die Trennung nicht berühre sondern ihm die Vorteile und Freiheiten eines Singles wiederverschaffe, sind im Prinzip schon von Anfang an hoffnungslos. Und als er dann geknickt feststellen muß, daß ihn auch der One-Night-Stand mit der amerikanischen Sängerin Marie nicht glücklich machen kann, bleibt ihm am Ende nur noch ein Ziel: Laura zurückerobern.
Dabei sollte ihn einfach jeder begleiten, der sich für Musik und witzige Zitate aus Film und Fernsehen begeistern kann. Hornby schafft es sogar, in manchen Szenen eine Komik wie bei Woody Allen zu kreieren, ohne dabei ein Plagiat zu schaffen, z.B. in einer Szene, in der Rob und Laura eine ihrer zahlreichen Aussprachen haben. Rob: "Es gibt immer noch eine Chance, daß wir wieder zusammenkommen?", "Ich weiß nicht.", "Na gut, wenn du es nicht weißt, müßte das heißen, daß es eine Chance gibt", "Ich weiß nicht, ob es eine Chance gibt.", [...] "Das sage ich doch. Wenn du nicht weißt, ob es eine Chance gibt, muß es eine Chance geben, oder? Es ist so, wie wenn jemand im Krankenhaus liegt und ernsthaft krank ist, und der Arzt sagt, ich weiß nicht, ob er eine Überlebenschance hat oder nicht, dann heißt das nicht, daß der Patient mit Sicherheit sterben wird, oder? Er könnte auch durchkommen. Auch wenn die Chance minimal ist."
Das Buch ist rasant und man will gar nicht mehr aufhören zu lesen, und der Guardian hat sicherlich recht wenn er schreibt: "High Fidelity zu lesen, ist wie einer guten Single zuzuhören. Du weißt, es ist von der ersten Minute an wunderschön, und sobald es vorbei ist, willst du es von vorn anhören."
Der Roman hat auf alle Fälle Filmqualitäten und soll noch in diesem Jahr in die Kinos kommen. Die Regie führt Stephen Frears, der schon mit der Joe Orton Biographie Prick up your ears (Das stürmische Leben des Joe Orton) mit Gary Oldman in der Hauptrolle, oder mit der Roddy Doyle Verfilmung The Van (Fisch und Chips) mit Colm Meany in der Hauptrolle auch in Deutschland einige Aufmerksamkeit erregte. Also: Buch lesen und (hoffentlich) auf den Film freuen. --Gunnar Michaelsen -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Klappentext
Hessischer Rundfunk
"... packende Lesung von Gerd Köster."
TV Movie
"... die auf CD gepresste Lesung ist ein großes Vergnügen..."
Deutsche Welle
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.