Gut und spannend zu lesen, aber sehr suggestiv und von der (kunst-)historischen Forschung überholt. Über Bosch, seine Heimatstadt und seine Auftraggeber und die Symbolik seiner Bilder weiß man mittlerweile recht viel. Die von Fraenger anvisierten Ketzerbewegungen hatten zu Boschs Lebzeiten keine Bedeutung mehr. Bosch selbst gehörte einer von den Dominikanern betreuten geistlichen Bruderschaft an und war selbst Geistlicher niederen Ranges. Er schuf für seine Mitbrüder, die städtischen Eliten und den niederländischen Hochadel, aber nicht für eine Gruppe von Ketzern, die Fraenger frei erfunden hat. Trotzdem ist Fraengers Buch einfach so oder aus Interesse an der Forschungsgeschichte interessant.