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Hieronymus Bosch, Garten der Lüste
 
 
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Hieronymus Bosch, Garten der Lüste [Gebundene Ausgabe]

Hans Belting
2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Prestel (April 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791326449
  • ISBN-13: 978-3791326443
  • Größe und/oder Gewicht: 28,4 x 24,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 505.574 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die rätselhaften Bilder des niederländischen Malers Hieronymus Bosch (ca. 1450-1516) üben bis heute eine ungebrochene Faszination auf ihre Betrachter aus. Dies gilt besonders für das großartige dreiteilige Altarbild, das nach seinem Mittelbild "Der Garten der Lüste" benannt wurde, und schon zu Lebzeiten des Malers berühmt (und wohl auch berüchtigt) war. Eine ganz eigentümliche Bilderwelt tritt hier dem Auge entgegen, überaus reich bevölkert mit bizarren Gestalten und monströsen Erscheinungen, die wie eine seltsame Mischung aus mittelalterlicher Fantastik und dem Surrealismus moderner Künstler wie Salvatore Dali oder Max Ernst anmuten. In feinsten Details und intensiven Farben malt Bosch Fabelwesen zwischen Tier und Mensch, lässt Früchte auf Beinen wandeln oder baut ätherische Paläste aus gläsernen Röhren. Der ungewöhnlichste Aspekt liegt jedoch in der freizügigen Darstellung nackter Körper und sich liebkosender Paare im dominierenden mittleren Teil des Triptychons, wo Menschen jeder Herkunft friedlich und im Einklang mit der Natur sich in einer Art Paradies recht irdischen Wonnen hingeben. Verständlich, dass der "Garten der Lüste" nie den Altar einer Kirche schmückte, sondern zunächst im Brüsseler Palast der Grafen von Nassau das Auge seines Auftraggeber erfreute, bis es später nach Spanien gelangte, wo es heute im Prado in Madrid zu sehen ist.

Der "Garten der Lüste" ist so unkonventionell, so beispiellos in seiner ungezügelten Bildfantasie und ein so offenkundiger Bruch mit den Konventionen des Altarbildes, dass ganze Generationen von Kunstkennern und -liebhabern nach einem tieferen, geheimen Sinn des Bildes gesucht haben. Während die einen die Kunst Boschs als Rebellion gegen die Sinnenfeindlichkeit der Kirche und den "Garten der Lüste" als häretisches Meisterwerk feierten, vermuteten andere verdeckte Botschaften aus Mystik und Alchemie. Hans Belting, renommierter Kunsthistoriker und Professor am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), betont dagegen die künstlerischen Ambitionen des Malers, der die Fiktion einer Welt ohne Sündenfall bildhaft umsetzt -- nicht als vergangenes, verlorenes Paradies, sondern als vorstellbare Utopie. Beltings Interpretation besticht gerade durch die Darstellung der vielfältigen Bezüge von Boschs eigenwilliger Fantasiewelt zu kulturellen und politischen Vorstellungen im Zeitalter der Entdeckungen und des Humanismus. Im Zusammenspiel mit den neuen Einsichten, die man so bei der Lektüre gewinnt, laden besonders die zahlreichen exzellenten Detailabbildungen des Bandes immer wieder zu einem Besuch im "Garten der Lüste" ein. --Peter Schneck

Kurzbeschreibung

Hans Belting sieht in den phantasievollen, rätselhaften Tafeln des Triptychons äGarten der Lüste von Hieronymus Bosch (entstanden um 1505) im Gegensatz zu den bisherigen Interpretationen eine gemalte Utopie der paradiesischen Welt, die nur aus dem äZeitgeist heraus entstehen konnte. Eine überraschende, spannende neue Sicht auf ein vielgedeutetes Kunstwerk, anschaulich und nachvollziehbar! Lust, Glück, Schmerz und Qual liegen in den Bildern von Bosch eng beieinander und wurden im Laufe der Jahrhunderte vielfach gedeutet. Hans Belting interpretiert den ÜGarten der Lüste‹ nicht als Illu-stration der Schöpfungsgeschichte, sondern als eine gemalte Utopie des Paradieses ohne den Sündenfall und setzt sie in Beziehung zu den humanistischen Theorien von Thomas Morus und Willibald Pirckheimer. Auch ist es ihm gelungen, den weltlichen Auftraggeber und den Verwendungszweck des Triptychons zu bestimmen.

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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der populäre und angesehene Kunsthistoriker Hans Belting bringt seinen Ruf (zumindest in Wissenschaftskreisen) durch Vielschreiberei zusehends in Gefahr. Das Buch über Boschs vielgedeuteten „Garten der Lüste" enthält zwar neue und qualitätsvolle Abbildungen, die etwa zwei Drittel der Publikation einnehmen, der Text referiert jedoch altbekannte Forschungsergebnisse, die zudem an entscheidender Stelle unvollständig sind. So gelangt Belting zu der irrigen Annahme, der „Garten der Lüste" zeige die Utopie einer Menschheit, wie sie Wirklichkeit geworden wäre, wenn Adam und Eva nicht den Sündenfall begangen hätten. Die Mitteltafel von Boschs Gemälde zeigt aber die Parodie des Paradieses, eine verkehrte Welt voller Sünde und Torheit, so wie sich die Zeitgenossen Boschs die Menschheit nach dem Sündenfall und vor der Sintflut vorstellten. Diese Vorstellung tradieren die verbreiteten spätmittelalterlichen Weltchroniken (z.B. Dirc van Delf). Die Ikonographie (wilde Leute, schwarzhäutige Menschen, Männer die um Frauen kreisen, Früchte, etc.), die Köpersymbolik (akrobatische Nacktheit=Sünde und Torheit)und die Bildstruktur (Verkehrung der symbolischen Schöpfungsordnung) stützen diese Bedeutung. Belting widmet sich jedoch nicht der Analyse von Boschs Triptychon als Kunstwerk, um darauf eine fundierte Interpretation aufzubauen, sondern schildert in bunten Zügen die höfische Welt eines Heinrich III. von Nassau, indessen Besitz sich der „Garten der Lüste" befand, um so die Eigenart des Werks zu erklären. Von der Utopie-These ausgehend, die ja in der kunsthistorischen Forschung längst ad acta gelegt ist, knüpft Belting an Thomas Morus' berühmtes Buch „Utopia" an. Das hat zwar mit Boschs Kunst nicht viel zu tun, klingt aber gut. Statt dem Betrachter bzw. Leser die Ästhetik und Bildmotive von Bosch näher zu bringen und verständlich zu machen, begnügt sich Belting mit der Darlegung von Theorien auf Basis unreflektierter Prämissen. So behauptet der Autor unsinniger und clicheehafter Weise, der „Garten der Lüste" hätte wegen seiner erotischen Freizügigkeit und künstlerischen Autonomie vor der kirchlichen Autorität bzw. der Inquisition verheimlicht werden müssen. Dabei sahen zwei reisende Geistliche (de Beatis, Kardinal d'Aragon) das Triptychon ohne Anstoß zu nehmen. Ferner finden sich im Sakralraum durchaus mit Boschs Bild vergleichbare Darstellungen obszöner und/oder grotesker nackter Körper. Die Inquisition spielte zu Boschs Zeiten in den Niederlanden überhaupt keine Rolle. Die Gleichsetzung von Kirche mit Sexualfeindlichkeit und Adel mit libertärer Sinnenfreundlichkeit ist m.E. falsch und eine moderne Projektion. Beltings Buch ist ein Schnellschuss, wie man ihn von einem Kunsthistoriker seines ‚Kalibers' eigentlich nicht erwarten würde. Letztlich reiht es sich in die spekulativen und oft auch spektakulären Deutungen des „Gartens der Lüste" ein, die mit Wilhelm Fraenger 1947 ihren Anfang nahmen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Katrin K.
Ich kann mich Wombelfisch nur anschließen. Selbst wenn es gerechtfertigt wäre, von der Darstellung eines Utopia auszugehen, ist das noch lange kein Grund die Entstehungsgeschichte von Morus' Utopia -das, wie Belting uns erklärt, ein Jahr nach Boschs Tod erschien!- in derart epischer Breite zu schildern. Ganz zu schweigen von einem langen, meiner Meinung nach völlig deplatzierten Exkurs über die Freundschaft zwischen Thomas Morus, dem Verleger Gillis und Erasmus von Rotterdam.
Fast alle Thesen, die Belting aufstellt sind extrem schlecht bis gar nicht am Bild belegt und zum Teil absolut nicht nachvollziehbar. So erklärt er uns kurz, dass die Früchte im Mittelteil keine tiefere Bedeutung haben, weil es sich um einen Raum ohne Sünde handelt, sieht aber in einer Maus (in einem Bild voller Tiere) die Ruhe gestört.
Ebenso ist er angesichts Siguenzas Interpretation der Erdbeeren als Symbol der Vergänglichkeit der Meinung, Boschs Zeitgenossen haben gar nicht so genau hingeschaut und der Inhalt sei für Bosch eher Mittel, nicht Ziel.
Trotzdem ergeht er sich später in endlosen Ausschweifungen über die Ausser-Örtlichkeit von Morus' Utopia und die Ausser-Zeitlichkeit von Boschs Garten der Lüste.
Beltings kleine erdachte Szenen, wie etwas wohl abgelaufen sein könnte zeigen, dass in diesem Buch wohl die Begeisterung für Bosch und seine Zeit mit ihm durchgegangen ist. Was nicht in sein herausgefühltes Bild passt wird passend gemacht. So schreibt er über den geschlossenen Altar, hier sei nicht die Schöpfung dargestellt, geht aber mit keinem Wort darauf ein, warum nicht.
Ich möchte so weit gehen, zu sagen, Belting ist hier für keinen Deut objektiver als Fraenger.
Da ich auch schon andere Sachen von Belting gelesen habe, die mich allesamt sehr beeindruckt haben, hat mich dieses Buch völlig vor den Kopf gestoßen. Es ist als würde Belting versuchen, all sein bisher unbenutztes kulturgeschichtliches Wissen auf Biegen und Brechen noch in ein Buch zu packen, das, wie ich annehmen möchte, der seltsame Ausrutscher in seiner Karriere bleibt.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Darstellung beinhaltet ausgezeichnetes Bildmaterial in hervorragender Detailwiedergabe,schon ein Augenschmaus ohne die
Hintergründe der Bildentstehung zu kennen!Die Erklärung der Bild=
inhalte ist knapp,aber durchgehend schlüssig,da auf das Prinzip
der Utopie reduziert.Dies basiert auf der Zuordnung zum Erstbe=
sitzer Hendrik von Oranien.Leider werden die hochinteressanten
Forschungsergebnisse von Fraenger relativ knapp abgetan.Dies ist
der eigentliche Wermutstropfen,da zum Bildverständnis auch die
alchemistischen,religiösen und zeittypischen Gedankengänge bedeutsam sind.Auch Fraenger hat in seinen Darstellungen schlüssige Anmerkungen zur Bildenstehung(religiöser Hintergrund)
mit der Verknüpfung zu den Adamiten dargelegt.Trotzdem ist das Buch ohne Einschränkung zu empfehlen,eine Augenweide und ein für
den interessierten Leser lohnender Zeitvertreib.
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