23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bildrepro super - aber..., 16. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Hieronymus Bosch. Das Gesamtwerk (Taschenbuch)
Eine wirklich umfassende Darsellung des Gesamtwerkes von Bosch, z.T. auch Detaildarstellungen in sehr guter Druckqualität auf großformatigem hochwertigem Papier.
Der Text macht auf mich an mancher Stelle den Eindruck eines unredigierten Entwurfs: sehr umständlich und kompliziert geschrieben, mit einer Fülle an Informationen, die schlecht untergliedert sind und die Lektüre ermüdend machen, wozu ein sehr enger Zeilensatz zusätzlich beiträgt.
Dazu kommt eine Systematik der Bildnummerierung, die ich bislang nicht durchblicke. Das ist ziemlich ärgerlich, denn was hilft mir das ärmliche und in winzigen Lettern gedruckte Register, wenn ich die Bilder dann nicht auffinden kann.
Brillenträger müssen mit der zusätzlichen Schwierigkeit rechnen, dass die Abbildungshinweise in ebenso winziger Schrift und in Grau gedruckt sind.
Fazit: Wer die Bilder kennt und eine gute Repro braucht, kommt auf ihre/seine Kosten.
Wer die Bilder mit Hilfe des Buches kennenlernen möchte, bringe Geduld, kriminalisisches Gespür und eine gute Lupe mit.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Garten der Lüste, 31. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Hieronymus Bosch. Das Gesamtwerk (Taschenbuch)
Der Maler Hieronymus Bosch ( um 1459- 1516) gehört zu den bedeutendsten und interessantesten altniederländischen Malern .
In seinen mit grandioser künstlerischer Kraft und ungewöhnlicher Phantasie geschaffenen, von großen grotesken Inhalten sinnbildlicher Bedeutung überquellenden Gemälden findet der Geisteswandel zwischen dem Ausgang des Mittelalters und dem Anbruch der Neuzeit einen einzigartigen, zu immer neuen Deutungen anregenden Ausdruck.
Im vorliegenden Buch wird nach einem einleitenden Vorwort von Professor Jos Koldeweiy das Gesamtwerk des Künstlers aus `s -Hertogenbosch näher besprochen.
Koldeweij , ein anerkannter Spezialist für Kunstgeschichte und Kunsthandwerk des späten Mittelalters und der Renaissance begleitet textlich durch das gesamte Buch und erläutert das Werk des großen Künstlers detaillert.
Das Heuwagen-Tryptichon ist die erste große satirische-moralische Allegorie Boschs, die vollständig erhalten ist.
Das Werk stellt einen Höhepunkt seiner Darstellung kleiner, dynamischer bewegter Figuren dar.
Inhaltlich greift Bosch auf die Mystiker des 14/15. Jahrhundert zurück: eine Betrachtung menschlicher Torheiten, die mit der Vorgeschichte beginnt, zur Gegenwart übergeht und in die Zukunft blickt.
Auf dem Tryptichon " Der Garten der Lüste" stehen Riesenerdbeeren neben kopflosen Menschen, Vögel werden zu Reittieren. Dies alles sind Symbole einer eigentümlichen, tief pessimistischen Weltschau, die sich auch in den dürren, hohlen, leeren und leblosen Formen ausdrückt, denen Zeugungssymbole beigestellt sind.
Nähere Erläuterung zu diesen Gemälden, aber auch u.a. zum " Narrenschiff", seinem Tryptichon " Das Jüngste Gericht", dem wundervollen Gemälde " Die gekreuzigte Märtyrerin" und dem von mir überaus geschätzen Gemälde" Der Gaukler" , die man im Grunde als gedankliche Bilder begreifen muss, verschaffen , neben der genauen Ausleuchtung seiner Person dem Leser ein Idee von diesem großen Künstler, dessen ausdrucksstarke Formensprache und ausschweifende Fantastik charakteristisch für ihn sind.
Sein Einfluss ist bis in die Malerei des 20. Jahrhunderts spürbar. Besonders der Surrealismus hat in dem radikal die kausalen Zusammenhänge zerstörenden Bosch eines seiner großen Vorbilder gefunden.
Ein tolles Buch!
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