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Produktinformation
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Willemsen hat ausführliche Interviews mit fünf ehemaligen Häftlingen geführt, die -- nachdem sich mancher von ihnen schon den Tod als Erlösung herbeigesehnt hatte -- alle wieder frei gelassenen werden mussten, weil man ihnen keinerlei Verstrickungen in die ihnen zunächst zur Last gelegten Terroraktivitäten hatte nachweisen können. Sie berichten von erlittenen Demütigungen, die jede für sich ein Schlag in das Gesicht eines jeden sind, der die Werte ernst nimmt, für die die USA ihren Kampf gegen den Terror doch (angeblich?) führen.
Ich fordere jeden Journalisten dringend auf, sich da unten selbst ein Bild davon zu machen, wie die Gefangenen behandelt werden, zitiert der Verlag im Umschlagstext US-Präsident Bush. Nach der Lektüre dieses Bandes klingt dies nicht nur wie Hohn, sondern ein irgendwie auch wie eine Drohung. -- Andreas Vierecke
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Dankenswerterweise hat nun Roger Willemsen mit Unterstützung einer Reihe von Menschenrechtsorganisationen, wie amnesty international, Human Rights Watch, American Civil Liberties Union, reprieve u.a., eine Sammlung von Aussagen ehemaliger Häftlinge herausgegeben, die einen bestürzenden Einblick in die Wirklichkeit von Guantánamo, Abu Ghraib und ähnlichen „Gefängnissen“ gewährt. Der Aufschrei der zivilisierten Welt angesichts dessen, was sich dort seit Jahren abspielt, kann gar nicht laut genug sein. Dass inzwischen auch die UNO das Ende von Guantánamo und Abu Ghraib fordert, ist zwar ein zarter Hoffnungskeim, aber leider im Blick auf die fast unbegrenzte Macht der USA ziemlich bedeutungslos.
In dem Buch „Hier spricht Guantánamo“ veröffentlicht Willemsen seine Interviews mit den ohne Gerichtsverfahren entlassenen Ex-Häftlingen Khalid Mahmoud al-Asmar, Hussein Abdulkader Youssef Mustafa, Timur Ischmuradow, Ravil Gumarow und Abdulsalam Daeef. Das Buch ist weder spannend noch unterhaltsam. Aber jeden Leser, der noch Menschlichkeit in sich spürt, packt die sachlich-nüchterne Faktenaufzählung zutiefst.
Ein Zitat aus dem Vorwort:
„Ein Sprecher des Pentagons kommentierte [die Kritik an Guantánamo], die Gefangenen würden human behandelt, ihr Glaube werde respektiert. Es sei das Terrornetzwerk Al Qaida, das die Häftlinge angewiesen habe, Foltervorwürfe gegen die amerikanischen Wachen zu erheben.
Weiter lässt sich die Infamie schwerlich treiben: Zwar wurde keinem der über zweihundert inzwischen entlassenen Gefangenen Zugehörigkeit zu Al Qaida nachgewiesen, aber jetzt sollen die Foltervorwürfe selbst auf das ‚Terrornetzwerk’ zurückgehen. Anders gesagt: Wer auf der Einhaltung der Menschenrechte besteht, bewegt sich schon damit in den Dunstkreis derer, die die Welt bedrohen. Drastischer und gedanklich schlichter ist man wohl selten gegen Menschenrechtsvertreter und Folteropfer vorgegangen.“ (S. 14)
Dem Buch ist eine möglichst weite Verbreitung zu wünschen. Vielleicht kommt doch noch einmal der Tag, an dem sich auch die amerikanische Administration zur Einhaltung der Menschrechte bequemt, die sie doch angeblich weltweit verbreiten will.
Schon sein vorzüglich komponiertes Buch "AFGHANISCHE REISE" lässt die... Lesen Sie weiter...
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