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Produktinformation
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Willemsen hat ausführliche Interviews mit fünf ehemaligen Häftlingen geführt, die -- nachdem sich mancher von ihnen schon den Tod als Erlösung herbeigesehnt hatte -- alle wieder frei gelassenen werden mussten, weil man ihnen keinerlei Verstrickungen in die ihnen zunächst zur Last gelegten Terroraktivitäten hatte nachweisen können. Sie berichten von erlittenen Demütigungen, die jede für sich ein Schlag in das Gesicht eines jeden sind, der die Werte ernst nimmt, für die die USA ihren Kampf gegen den Terror doch (angeblich?) führen.
Ich fordere jeden Journalisten dringend auf, sich da unten selbst ein Bild davon zu machen, wie die Gefangenen behandelt werden, zitiert der Verlag im Umschlagstext US-Präsident Bush. Nach der Lektüre dieses Bandes klingt dies nicht nur wie Hohn, sondern ein irgendwie auch wie eine Drohung. -- Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Bericht über die Übertretung humanitärer Übereinkünfte und juristische Willkür,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hier spricht Guantánamo: Roger Willemsen interview mit Ex-Häftlingen (Broschiert)
Seit Jahren schon widersteht die US-Regierung der massiven Kritik am Gefangenenlager Guantánamo, das sich humanitärer Kontrolle entzieht. Roger Willemsen hat sich auf die Suche nach ehemaligen Häftlingen gemacht und ausführliche Informationen über Folter, Ungerechtigkeit, Verhörtechniken, Koranschändungen, Isolationshaft, undurchsichtige Medikamenten-Verabreichungen oder kollabierende Wachen bekommen. Erschütternd sind dabei die Lebensgeschichten der einzelnen Ex-Häftlinge: von einfachen Arbeitern oder den ehemaligen Botschafter Afghanistans in Pakistan. Interessant dabei ist: Unter den gut 200 inzwischen freigelassenen konnte bisher keinem eine terroristische Verbindung nachgewiesen werden. Dieses Buch ist ein Bericht über die Übertretung humanitärer Übereinkünfte und juristische Willkür. Das hierbei der Hass muslimischer Völker auf den Westen immer größer wird, ist dabei eine unerschütterliche Konsequenz.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Innenansicht von Guantánamo,
Rezension bezieht sich auf: Hier spricht Guantánamo (Taschenbuch)
Befremdlich muten die Bilder an, die in den seltenen Fernsehspots über Guantánamo zu sehen sind: Mühevoll schleppen sich die Häftlingsgestalten in orangeroter Todeskandidatenkleidung, gestützt und weitergezerrt von GIs, durch die Käfiggänge. Alles Behinderte? – Allerdings! Mehr als behindert durch die verbrecherische Praxis einer größenwahnsinnig gewordenen Administration, die für die Rechtfertigung ihrer völlig verfehlten Antiterrorpolitik vor dem eigenen Volk „Erfolge“ vorweisen können muss. Dazu dient Guantánamo – wobei es für die Verantwortlichen unerheblich ist, dass damit alle Menschenrechtskonventionen mit Füßen getreten werden. Dass dort (wie auch an anderen Orten) seit mehr als vier Jahren Unschuldige unter unbeschreiblicher Folterwillkür zu leiden haben, interessiert nicht. Dankenswerterweise hat nun Roger Willemsen mit Unterstützung einer Reihe von Menschenrechtsorganisationen, wie amnesty international, Human Rights Watch, American Civil Liberties Union, reprieve u.a., eine Sammlung von Aussagen ehemaliger Häftlinge herausgegeben, die einen bestürzenden Einblick in die Wirklichkeit von Guantánamo, Abu Ghraib und ähnlichen „Gefängnissen“ gewährt. Der Aufschrei der zivilisierten Welt angesichts dessen, was sich dort seit Jahren abspielt, kann gar nicht laut genug sein. Dass inzwischen auch die UNO das Ende von Guantánamo und Abu Ghraib fordert, ist zwar ein zarter Hoffnungskeim, aber leider im Blick auf die fast unbegrenzte Macht der USA ziemlich bedeutungslos. In dem Buch „Hier spricht Guantánamo“ veröffentlicht Willemsen seine Interviews mit den ohne Gerichtsverfahren entlassenen Ex-Häftlingen Khalid Mahmoud al-Asmar, Hussein Abdulkader Youssef Mustafa, Timur Ischmuradow, Ravil Gumarow und Abdulsalam Daeef. Das Buch ist weder spannend noch unterhaltsam. Aber jeden Leser, der noch Menschlichkeit in sich spürt, packt die sachlich-nüchterne Faktenaufzählung zutiefst. Ein Zitat aus dem Vorwort: „Ein Sprecher des Pentagons kommentierte [die Kritik an Guantánamo], die Gefangenen würden human behandelt, ihr Glaube werde respektiert. Es sei das Terrornetzwerk Al Qaida, das die Häftlinge angewiesen habe, Foltervorwürfe gegen die amerikanischen Wachen zu erheben. Dem Buch ist eine möglichst weite Verbreitung zu wünschen. Vielleicht kommt doch noch einmal der Tag, an dem sich auch die amerikanische Administration zur Einhaltung der Menschrechte bequemt, die sie doch angeblich weltweit verbreiten will. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kritik an Guantánamo und den deutschen Medien,
Rezension bezieht sich auf: Hier spricht Guantánamo: Roger Willemsen interview mit Ex-Häftlingen (Broschiert)
Die amerikanische Regierung hat sich von den Protesten gegen Guantánamo bekanntlich nicht beirren lassen. Aber wie nachdrücklich und wie ernstgemeint war eigentlich dieser Protest in der deutschen Presse? Diese Frage drängt sich auf, denn Willemsens Interviews mit ehemaligen Guantánamo-Häftlingen sind in Deutschland überraschend zurückhaltend aufgenommen worden. Der Autor wundert sich über die "leitmotivisch vorgetragenen Zweifel an der Unschuld der Häftlinge", die fast völlig auf die deutsche Rezeption beschränkt gewesen seien. So habe die FAZ befunden, das Buch komme zu spät, was nicht ohne Pikanterie sei bei einer Zeitung, die in ihrem Politikteil stets daran festgehalten habe, in den Gefangenen jene "gesetzlosen Kämpfer" zu sehen, die sie nicht seien. Willemsen sieht sich sogar genötigt, Paul Valéry zu zitieren, um die Angriffe der FRANKFURTER RUNDSCHAU und der Zeitschrift KONKRET gegen ihn als Autor zu charakterisieren: "Wer den Gedanken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an". Die Interviews erlauben einen Blick auf Guantánamo und das medienkritische Vorwort einen Blick auf Deutschland. Es ist eine zweifach aufschlußreiche Lektüre.
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