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Hier spricht Guantánamo
 
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Hier spricht Guantánamo [Taschenbuch]

Roger Willemsen , Nina Tesenfitz , Lucine Tamenian , Nadia Karim , Michail Firstow , Majid Ibrahim
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 8,95  
Taschenbuch, 10. Februar 2006 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 238 Seiten
  • Verlag: ZWEITAUSENDEINS; Auflage: 2., Aufl. (10. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861507579
  • ISBN-13: 978-3861507574
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 184.258 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Roger Willemsen
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn es im Jahr 2006 denn noch irgendwelcher Beweise bedurft hätte, dass die Zustände in dem Gefangenenlager, das die USA auf dem Gelände ihres Marinestützpunktes Guantánamo auf Kuba unterhalten, eine himmelschreiende Schande sind, die die Supermacht in ihrem „Kampf gegen das Böse“ und als Wortführer der freiheitlich-demokratischen Welt vollkommen diskreditiert, Roger Willemsen hätte dazu mit dem hier anzuzeigenden Band zweifellos einen Beitrag geleistet. Tatsächlich freilich sind die Zustände in dem Lager längst bekannt. Völkerrechtler aus aller Herren Länder und auch die UN-Menschenrechtskommission fordern seit langem die Schließung des Lagers, das dem Rechtsstaat USA ganz offen als ein rechtsfreier Raum dient, in dem den Inhaftierten die in jedem Rechtsstaat selbstverständlichen Rechte mit aufreizender Selbstherrlichkeit vorenthalten werden.

Willemsen hat ausführliche Interviews mit fünf ehemaligen Häftlingen geführt, die -- nachdem sich mancher von ihnen schon den Tod als Erlösung herbeigesehnt hatte -- alle wieder frei gelassenen werden mussten, weil man ihnen keinerlei Verstrickungen in die ihnen zunächst zur Last gelegten Terroraktivitäten hatte nachweisen können. Sie berichten von erlittenen Demütigungen, die jede für sich ein Schlag in das Gesicht eines jeden sind, der die Werte ernst nimmt, für die die USA ihren Kampf gegen den Terror doch (angeblich?) führen.

„Ich fordere jeden Journalisten dringend auf, sich da unten selbst ein Bild davon zu machen, wie die Gefangenen behandelt werden“, zitiert der Verlag im Umschlagstext US-Präsident Bush. Nach der Lektüre dieses Bandes klingt dies nicht nur wie Hohn, sondern ein irgendwie auch wie eine Drohung. -- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Kurzbeschreibung

Hier spricht Guantànamo. Roger Willemsen interviewt Ex-Häftlinge.

Über vier Jahre schon widersteht die US-Regierung der massiven Kritik gegen das völkerrechtlich exterritorialen Gefangenenlager Guantànamo, das sich humanitärer Kontrolle entzieht. Die Bush-Regierung nennt die Gefangenen „feindliche Kämpfer“, die eine eminente Gefahr für die Sicherheit der Vereinigten Staaten darstellten. Nach bisherigen Ermittlungen sind unter den gut siebenhundert Häftlingen zahlreiche Angehörige von Hilfsorganisationen, Arbeiter und Bauern, Menschen, die sich in Afghanistan eine Existenz aufbauen wollten und keinerlei Verbindung zu terroristischen Organisationen hatten.

Unter den gut zweihundert inzwischen Freigelassenen konnte niemandem eine Verbindung zu den Drahtziehern des 11.9. nachgewiesen werden.

Statt dessen mehren sich - von Außenministerin Condoleezza Rice heftig dementierte - Berichte über physische und psychische Folter, über „gekaufte Häftlinge“, Selbstmordversuche, Hungerstreiks, psychisch „erloschene“ Gefangene, ein „System“ von Lagern etc.

Und die Entlassenen müssen sich schriftlich zum Schweigen verpflichten. In der Öffentlichkeit bleibt es einerseits beim juristisch und humanitär begründeten Protest, andererseits bei der publizistischen Wiederholung jener Bulletins, durch die die US-Regierung Guantànamo legitimiert.

Roger Willemsen hat sich auf die Suche nach ehemaligen Häftlingen gemacht und fünf von ihnen ausführlich befragt: Zwei Russen, einen Palästinenser, einen Jordanier und einen Afghanen. Ihre Lebensgeschichten reichen vom Arbeiter, den die Taliban gefangen nahmen und an die amerikanischen Behörden verkauften, bis zum Sprecher der Gefangenen, dem ehemaligen Botschafter Afghanistans in Pakistan.

Sie sprechen über ihren Lebensweg bis zur Gefangennahme, über Folter, Vergewaltigungen, Koranschändungen, Verhörtechniken, Strafsysteme, Isolierhaft, über mangelhafte Dolmetscher, undurchsichtige Medikamentenverabreichung, kollabierende Wachen, Traumatisierungen und psychische Defekte.

Sie berichten, wie die Bilder des 11. 9. im Lager eingesetzt werden, unter welchen Bedingungen sich die Freilassungen vollzogen und in welchen Formen ihnen die Eingliederung in ein „normales“ Leben unmöglich gemacht wird. Sie berichten über andere Lager mit teilweise härteren Bedingungen, über die Zerstörung ihrer Familien, über sinnlose Besuche von Journalisten, denen ausgewählte Musterräume gezeigt wurden und die mit keinem Häftling sprechen durften, und sie sprechen über die Aussichtslosigkeit, gehört, geschweige denn rehabilitiert zu werden.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Roth TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Seit Jahren schon widersteht die US-Regierung der massiven Kritik am Gefangenenlager Guantánamo, das sich humanitärer Kontrolle entzieht. Roger Willemsen hat sich auf die Suche nach ehemaligen Häftlingen gemacht und ausführliche Informationen über Folter, Ungerechtigkeit, Verhörtechniken, Koranschändungen, Isolationshaft, undurchsichtige Medikamenten-Verabreichungen oder kollabierende Wachen bekommen. Erschütternd sind dabei die Lebensgeschichten der einzelnen Ex-Häftlinge: von einfachen Arbeitern oder den ehemaligen Botschafter Afghanistans in Pakistan. Interessant dabei ist: Unter den gut 200 inzwischen freigelassenen konnte bisher keinem eine terroristische Verbindung nachgewiesen werden. Dieses Buch ist ein Bericht über die Übertretung humanitärer Übereinkünfte und juristische Willkür. Das hierbei der Hass muslimischer Völker auf den Westen immer größer wird, ist dabei eine unerschütterliche Konsequenz.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Innenansicht von Guantánamo 19. Februar 2006
Format:Taschenbuch
Befremdlich muten die Bilder an, die in den seltenen Fernsehspots über Guantánamo zu sehen sind: Mühevoll schleppen sich die Häftlingsgestalten in orangeroter Todeskandidatenkleidung, gestützt und weitergezerrt von GIs, durch die Käfiggänge. Alles Behinderte? – Allerdings! Mehr als behindert durch die verbrecherische Praxis einer größenwahnsinnig gewordenen Administration, die für die Rechtfertigung ihrer völlig verfehlten Antiterrorpolitik vor dem eigenen Volk „Erfolge“ vorweisen können muss. Dazu dient Guantánamo – wobei es für die Verantwortlichen unerheblich ist, dass damit alle Menschenrechtskonventionen mit Füßen getreten werden. Dass dort (wie auch an anderen Orten) seit mehr als vier Jahren Unschuldige unter unbeschreiblicher Folterwillkür zu leiden haben, interessiert nicht.

Dankenswerterweise hat nun Roger Willemsen mit Unterstützung einer Reihe von Menschenrechtsorganisationen, wie amnesty international, Human Rights Watch, American Civil Liberties Union, reprieve u.a., eine Sammlung von Aussagen ehemaliger Häftlinge herausgegeben, die einen bestürzenden Einblick in die Wirklichkeit von Guantánamo, Abu Ghraib und ähnlichen „Gefängnissen“ gewährt. Der Aufschrei der zivilisierten Welt angesichts dessen, was sich dort seit Jahren abspielt, kann gar nicht laut genug sein. Dass inzwischen auch die UNO das Ende von Guantánamo und Abu Ghraib fordert, ist zwar ein zarter Hoffnungskeim, aber leider im Blick auf die fast unbegrenzte Macht der USA ziemlich bedeutungslos.

In dem Buch „Hier spricht Guantánamo“ veröffentlicht Willemsen seine Interviews mit den ohne Gerichtsverfahren entlassenen Ex-Häftlingen Khalid Mahmoud al-Asmar, Hussein Abdulkader Youssef Mustafa, Timur Ischmuradow, Ravil Gumarow und Abdulsalam Daeef. Das Buch ist weder spannend noch unterhaltsam. Aber jeden Leser, der noch Menschlichkeit in sich spürt, packt die sachlich-nüchterne Faktenaufzählung zutiefst.

Ein Zitat aus dem Vorwort:

„Ein Sprecher des Pentagons kommentierte [die Kritik an Guantánamo], die Gefangenen würden human behandelt, ihr Glaube werde respektiert. Es sei das Terrornetzwerk Al Qaida, das die Häftlinge angewiesen habe, Foltervorwürfe gegen die amerikanischen Wachen zu erheben.
Weiter lässt sich die Infamie schwerlich treiben: Zwar wurde keinem der über zweihundert inzwischen entlassenen Gefangenen Zugehörigkeit zu Al Qaida nachgewiesen, aber jetzt sollen die Foltervorwürfe selbst auf das ‚Terrornetzwerk’ zurückgehen. Anders gesagt: Wer auf der Einhaltung der Menschenrechte besteht, bewegt sich schon damit in den Dunstkreis derer, die die Welt bedrohen. Drastischer und gedanklich schlichter ist man wohl selten gegen Menschenrechtsvertreter und Folteropfer vorgegangen.“ (S. 14)

Dem Buch ist eine möglichst weite Verbreitung zu wünschen. Vielleicht kommt doch noch einmal der Tag, an dem sich auch die amerikanische Administration zur Einhaltung der Menschrechte bequemt, die sie doch angeblich weltweit verbreiten will.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Benedictu
Format:Broschiert
Die amerikanische Regierung hat sich von den Protesten gegen Guantánamo bekanntlich nicht beirren lassen. Aber wie nachdrücklich und wie ernstgemeint war eigentlich dieser Protest in der deutschen Presse? Diese Frage drängt sich auf, denn Willemsens Interviews mit ehemaligen Guantánamo-Häftlingen sind in Deutschland überraschend zurückhaltend aufgenommen worden. Der Autor wundert sich über die "leitmotivisch vorgetragenen Zweifel an der Unschuld der Häftlinge", die fast völlig auf die deutsche Rezeption beschränkt gewesen seien. So habe die FAZ befunden, das Buch komme zu spät, was nicht ohne Pikanterie sei bei einer Zeitung, die in ihrem Politikteil stets daran festgehalten habe, in den Gefangenen jene "gesetzlosen Kämpfer" zu sehen, die sie nicht seien. Willemsen sieht sich sogar genötigt, Paul Valéry zu zitieren, um die Angriffe der FRANKFURTER RUNDSCHAU und der Zeitschrift KONKRET gegen ihn als Autor zu charakterisieren: "Wer den Gedanken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an". Die Interviews erlauben einen Blick auf Guantánamo und das medienkritische Vorwort einen Blick auf Deutschland. Es ist eine zweifach aufschlußreiche Lektüre.
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Die neuesten Kundenrezensionen
ich übernehme den titel eines anderen rezensenten gern:
unerhört...(im wahrsten sinne des wortes)!

- und fasse mich ansonsten kurz:
GUT, dass dieses buch geschrieben und veröffentlicht wurde! Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von miss.mirror veröffentlicht
Vielschichtiges Bild über Guantánamo
Fünf ehemalige Guantánamo-Häftlinge lässt Roger Willemsen in dem Buch ausführlich zu Wort kommen: Khalid Mahmoud al-Asmar und Hussein Abdulkader Youssef... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Juli 2009 von Ralf Houven
Was in Guantanamo wirklich passiert...
Die Interviews von Roger Willemsen mit ehemaligen Insassen der Gefängnisse von Guantanamo sind nahezu unbearbeitet veröffentlicht, um den genauen Wortlaut darzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2007 von R. Seybold
Ohren zu und die Augen auch
Guantanamo ist eine Schande. Aber was geschieht eigentlich in den geheimen Gefängnissen, die von den amerikanischen Geheimdiensten mit Hilfe anderer Regierungen in Europa und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Januar 2007 von Werner J. Egli
Unerhört...(im wahrsten Sinne des Wortes)!
Für dieses Buch interviewte Roger Willemsen fünf Ex-Häftlinge des "Folter"-Camps der Amerikaner und befragte sie zu den Hintergründen und Umständen ihrer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Januar 2007 von variety
...Interviews aus dem US-KZ...
Aufmerksam geworden bin ich auf Roger Willemsen durch ein Interview im Radio Ö1.

Schon sein vorzüglich komponiertes Buch "AFGHANISCHE REISE" lässt die... Lesen Sie weiter...

Veröffentlicht am 6. April 2006 von L.M.
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