Kurzbeschreibung
Im April 1947 kehrte die Anna Seghers aus dem mexikanischen Exil nach Berlin zurück. Ihre bislang unveröffentlichte Korrespondenz aus dieser Zeit ist ein Dokument besonderer Art: Hier ist nicht nur die ganz persönliche Seite der Autorin kennenzulernen, präsent sind auch all die Probleme der Heimkehr einer Emigrantin in ein zerstörtes Land. Sie leidet unter der Fremdheit, Kälte und Verwahrlosung der Menschen. Die Rückkehr ist keine Heimkehr, und sie ist unsicher, ob sie bleiben soll. Andereseits reflektieren die Briefwechsel - mit Gisl und Egon Erwin Kisch, Nico Rost, Bruno Frei, Marieluise Fleißer, Stephan Hermlin oder mit den Verlegern Fritz H. Landshoff, Curt Weller und vielen Lesern - aber auch das bestätigende Gefühl, gebraucht zu werden.
Über den Autor
Anna Seghers wurde 1900 als Netty Reiling in Mainz geboren. Von 1920 bis 1924 studierte sie in Heidelberg und Köln Kunstgeschichte und Sinologie, Promotion. Nach der Heirat mit dem Ungarn László Radványi lebte sie ab 1925 in Berlin. 1928 Kleist-Preis; Eintritt in die KPD. Nach dem Machtantritt Hitlers Flucht nach Paris, 1941 von Marseille nach Mexiko. 1947 kehrte sie nach Berlin zurück, im gleichen Jahr Verleihung des Georg-Büchner-Preises. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates und Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. Von 1952 bis 1978 Vositzende des Schriftstellerverbandes der DDR. Sie starb 1983 in Berlin.