Mit der Anthologie "Hiebe und Triebe" beschreitet der Querverlag Neuland in der deutschsprachigen schwulen Literatur. Unter den Autoren der 15 Geschichten findet man(n) bekannte Namen, wie Stephan Niederwieser oder Ralf König. Auf hohem literarischen Niveau gewähren diese Autoren dem Leser spanndende und aufregende Einblicke in das weite Feld der Männerliebe. In Niederwiesers Geschichte, zum Beispiel, wird in einem herrlich schnoddrigen Jargon die Geschichte eines Freundespaars erzählt, das ohne von einander zu wissen, in eine Orgie in einer stockfinsteren Wohnung gerät. Zufällig treffen die beiden danach aufeinander. Diese peinliche Stituation nutzen sie, um ihre Beziehung zu vertiefen. Ob es sich bei dieser Geschichte um ein Plädoyer für "offene" schwule Beziehungen handelt oder nicht, bleibt dem Urteil des Lesers überlassen. Ralf König beweist mit seinem Beitrag, daß er viel mehr kann als die Sprechblasen seiner bekannt-beliebten Knollennasen mit witzigen Dialogen zu füllen. Er gibt hier sein Debut als einfühlsamer Erzähler. Aber auch die anderen, z.T. noch unbekannten Autoren, stellen in diesem Band ihre mitreißende Erzählkunst unter Beweis. Das Buch macht neugierig, mehr von diesen Autoren zu lesen. Es ist ein mutiges Buch, auf das nicht nur die deutsche Schwulenszene schon lange gewartet hat.