Gordons klassisches Konzept der Familienkonferenz wird hier detailliert noch mal vorgestellt und anhand von Beispielen illustriert. Stichworte sind "Wer besitzt das Problem?", also die Differenzierung in Verhalten, das dem Kind Probleme bereitet (Problem des Kindes) und in solches Verhalten, das die Eltern nicht akzeptieren wollen (Problem der Eltern). Hier werden dann unterschiedliche Verhaltensmöglichkeiten angeboten: die Technik des "aktive Fragens", das dem Kind helfen kann, für sein Problem selbst Lösungen zu entwickeln, oder die "Ich-Botschaft" der Eltern, die ihre Unzufriedenheit/Wünsche/Bedürfnisse mitteilt und nach Veränderungen fragt. Wo kindliche und elterliche Bedürfnisse aufeinanderprallen und sich nicht einfach sortieren lassen, wird die Möglichkeit der "niederlagenlosen Konfliktlösung" angeboten.
Das Buch ist schon eine harte Nuß, weil es die Eltern mit der Aufforderung konfrontiert, ihre vermeintliche Macht aufzugeben und mit dem Kind gemeinsam Lösungen zu suchen - unter der Annahme, daß Kinder eigentlich kooperative, freundliche Wesen sind, wenn man ihnen nicht gerade mit der elterlichen Gewalt droht.
Da das alles sicher nicht so einfach ist, gibt Gordon nicht nur viele Tips, wie sich Schwierigkeiten vermeiden/ausräumen lassen, sondern läßt auch Eltern von ihren Efahrungen mit der FK berichten.
Eine lohnenswerte Herausforderung für Eltern, die über den Tellerrand von "Grenzen setzen" und "Kind für das Leben erziehen" hinausschauen wollen.