Nachdem "Trash" Alice Cooper wieder zurück ins fetteste Rampenlicht und richtig hoch in die Charts brachte segelte auch "Hey Stoopid" musikalisch in einem ähnlich verkaufsträchtigen Fahrwasser. Bodenständiger, bluesorientierter Hard-Rock mit dem typischen Alice-Touch und eingängigen bis hymnischen Melodien ist auch hier das Erfolgsrezept.
Neue Saiten zieht Big Al allerdings bei den Texten auf. "Constrictor" und "Raise Your Fist..." waren in erster Linie Rebellion, "Trash" handelte größtenteils von Beziehungskisten. "Hey Stoopid" brachte zum ersten Mal unverschlüsselt sozialkritische Inhalte. Offenbar wurde es Alice immer wichtiger, auch tatsächlich verstanden zu werden. Der Titeltrack (übersetzt: Hey Hornochse!)richtet sich direkt an Menschen mit Selbstmordabsichten, der Rausschmeisser "Wind-up Toy" handelt von Kindern und Jugendlichen, denen die Eltern keinen Platz zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit lassen.
The Coop wandelte sich mit diesem Album vom reinen Entertainer und provokativen Künstler endgültig zu einem Mann mit einer Botschaft, ein leuchtend roter Faden der sich auch auf allen bisherigen Nachfolgealben, immerhin 5 an der Zahl, fortsetzt.
"Hey Stoopid" bietet die Möglichkeit zum Abrocken, aber auch zum Zuhören, ohne jemals ins Oberlehrerhafte abzudriften. Außerordentlich empfehlenswert!