Hexensalben und Nachtschattengewächse -' Medizin und Zaubermittel. So nennt sich diese Lektüre aus dem Hause des Nachtschatten-Verlag. Ein violetter 'Rahmen' schmückt das Buch. In diesem Rahmen steht noch 'Die Nachtschattengewächse '- Eine faszinierende Pflanzenfamilie'.
Aber wieso schreibe ich das jetzt hier? Naja, bevor ich beginne eine Rezension über dieses Buch zu schreiben, hier mal kurz meine Erwartungen an das Buch:
Dem Titel und dessen Untertitel(n) zufolge habe ich mir ein Buch hauptsächlich über Nachtschattengewächse erwartet, klingt doch der Titel recht offensichtlich. Weiters habe ich erwartet dass das ganze nicht nur trocken beschrieben wird, sondern eben dies auch an Hand von Beispielen wie es "'Die Hexen"' verwendet haben, erklärt wird. Leider ist dem nicht so, bzw. nimmt dies nur einen vergleichsweise geringen Part ein.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung zu Hexen (10 Seiten lang), mit Parallelen zu Nachtschattengewächse. Soweit so gut. Danach folgt allerdings ein recht langes Kapitel über die Geschichten der Hexen ' ohne ' hierbei auf Hexensalben oder gar Nachtschattengewächse einzugehen. Das ganze ist zwar recht interessant geschrieben, aber bin ich nun mal der Meinung, dass wenn ich eine Lektüre zu Hexen haben mag, mir eben auch so eine kaufe.
Kurz darauf geht es weiter mit einem Kapitel über Hexenmedizin. Mit Nachtschattengewächse hat dies leider auch noch nichts zu tun. Es erzählt viel mehr, wie man früher an die Sache der Kräuter ernte und die Herstellung rangegangen ist.
Danach folgt nun endlich ein 74 Seiten langes Kapitel mit dem Namen 'Zauberkräuter'. Leider stellt sich dann beim durchlesen des Inhaltsverzeichnis heraus, dass die Hälfte der genannten Kräuter/Pflanzen(/teilweise sogar Pilze!!) gar keine Nachtschattengewächse ist! Auch die nächsten 3 Kapitel, die knapp ein Drittel des Buches ausmachen, erwähnen nur noch bedingt Nachtschattengewächse. Es wird zwar auf 'historische' Salben und deren Wirkungen eingegangen, aber auch hierbei ist ein Großteil ohne Nachtschattengewächse. Teilweise handelt es sich auch um Salben, die gar nicht mal von 'Hexen', sondern von (damals) ganz normalen Apotheken vertrieben wurden. Wohl auch nicht ganz das, was ich mir erwartet habe.
Ansonsten muss man fairerweise doch sagen, dass das Buch sich schön liest. Gerade in den letzten Kapiteln werden zunehmend Textstellen zitiert, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Dadurch fällt es einem leichter sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen. Ab und zu finden auch Bilder aus alten Tagen ihren Platz in ihrem Buch, interessant sind vor allem die, die darstellen, wie sehr man sich früher tatsächlich vor Hexen gefürchtet hat.
Fazit:
Unterm Strich ist es schwer ein Urteil über dieses Buch zu fällen. Ich für meinen Teil habe nicht das bekommen, was ich mir unter dem Titel und dem Bild erwartet habe. Wie gesagt, es wird ' meinem Geschmack zu folge ' viel zu sehr auf das Bild der Hexe und Nutzpflanzen im Allgemeinen eingegangen. Was mich an dem Buch stört, mag dem anderen allerdings wieder zusagen. Meiner Meinung nach bekommt man nicht dass, was der Titel einem vermittelt. Schlecht ist es auf jeden Fall nicht (auch wenn sich der größte Teil meiner Rezension vielleicht so anhören mag), für Leser, die einen kurzen Überblick an Hexen und Nutzpflanzen haben ' ohne in die Tiefe gehen zu wollen ' ist dieses Buch auf jeden Fall bestens geeignet. Da es leider bei dem Überblick bleibt und nicht in die Tiefe geht, gebe ich das Mittelmaß an Sternen.