Witch Hexenkuss (von Nancy Holder & Debbie Viguié im Penhaligon Verlag 2010) ist ein Fantasy-Roman, der sich mit Hexen und Hexern auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht der Zwist zweier uralter französischer Hexer-Familien, die seit dem Mittelalter bis auf's Blut bekämpfen.
Die eine Familie gibt die Magie in der männlichen Linie weiter. Ihre Hexer beten den gehörnten Gott (Teufel?) an und können das Schwarze Feuer herbeirufen, eine alles verzehrende grausame Waffe. Die andere Familie vererbt die magische Kraft in der weiblichen Linie. Ihre Hexen beten die Göttin an.
Vor 600 Jahren wurden die Erben der beiden Familien - Jean und Isabeau - miteinander verheiratet, um die Geheimnisse und Kräfte der jeweils anderen Familie zu erlangen. Die beiden jungen Menschen verlieben sich aber ineinander. Dennoch benutzen die Familien die beiden. Es kommt zum Krieg, in dessen Verlauf das Geheimnis des Schwarzen Feuers verloren geht und das junge Paar stirbt. Ruhelos suchen ihre Geister über die Jahrhunderte nach einander.
Holly, ein Teenager, verliert bei einem Unfall im Urlaub ihre Eltern und ihre beste Freundin. Sie wird daraufhin von ihrer Tante in Seattle aufgenommen. Dort lebt sie nun mit ihren beiden Cousinen, den Zwillingen Nicole und Amanda zusammen. Hollys Familie sind Nachkommen der Familie, die im alten Frankreich der Göttin gehuldigt haben. Das allerdings wissen anfangs weder Holly noch ihre Tante oder Cousinen.
Nachkommen der anderen verfeindeten Familie leben auch in Seattle. Die beiden Brüder Eli und Jer sind in ihrer Familie die Erben der Magie. Eli, der unter dem Einfluss seines brutalen Vaters Michael steht, verschreibt sich der Dunklen Magie komplett, während Jer (im Geiste verbunden mit seinem Vorfahren Jean) versucht, einen neuen Hexer-Zirkel des Lichts zu gründen, um sich seinem Vater in den Weg zu stellen.
Holly, mit ihrer Vorfahrin Isabeau verbunden und Jer verlieben sich ineinander, getrieben von der Liebe ihrer beider Vorfahren.
Schließlich erreicht der alte Konflikt auch die Familien in der Gegenwart. Holly und ihre Cousinen entdecken ihre Magie und werden Hexen, nicht zuletzt, um sich in dem Kampf ihrer Familie behaupten zu können.
Am Ende zeigt sich, wessen Schicksal sich erfüllen wird.
Mehr zum Inhalt an dieser Stelle nicht.
___________
Meine Bewertung
Das Buch ist im Großen und Ganzen nicht schlecht. Es ist ein typisches Teenager-Buch, als Lektüre mit Sicherheit von 14 Jahre bis ca. 22 Jahre bestens geeignet. Es wird der Selbstfindungsprozess dreier Mädchen, vor allem der Protagonistin beschrieben mit all den emotionalen Höhen und Tiefen, die diese Altersgruppe erlebt. Bei genauerer Betrachtung ist es ein Buch für Mädchen im Teenager-Alter.
Die beiden Autorinnen haben mit diesem Buch ihren Einstieg in eine geplante Reihe über Hexen und Hexer gemacht. Thematisch versuchen sie durchaus redlich, den Bezug zu Natur- und anderen alten Religionen durchgehend aufrecht zu erhalten.
Wirklich langweilig wurde mir beim Lesen nicht. Allerdings bin ich mit der Geschichte auch nicht wirklich warm geworden. Es fehlte der Kick. Die Auseinandersetzung der beiden Familien, die in der Vergangenheit unterschiedslos böse gewesen sind - zumindest vermittelt das die Geschichte - malen mir die Autorinnen zu sehr schwarz auf der einen und zu sehr weiß auf der anderen Seite. Auch erscheint mir die Entdeckung der Magie durch Holly und ihre Cousinen zu einfach vermittelt. Sicherlich hätte man es spannender darstellen können, wie sie die Magie entdecken und sich nutzbar machen. Dass sie Hexen sind und wie sie das herausfinden, wird nicht halb so ungeheuerlich dargestellt, wie es doch eigentlich für drei junge Mädchen sein sollte, die sich bis dahin für "normale" Teenager gehalten haben.
Der Schreibstil des Buches ist o.k. Umfang und Abläufe der Geschichten folgen einer gewissen Logik. Handwerklich also passend.
Ich vergebe 3 Sterne. Mehr ist meiner Meinung nach nicht drin.