Dieses kleine, sehr nützliche Kochbuch war ein regelrechter Glückskauf- ich dachte mir, na gut, nimmst's Mal mit. Und - schwupps! war ich direkt verliebt!
Die "Hexenküche" ist ein kleiner aber feiner Geheimtipp für Rezepte abseits vom Einheitsbrei, für Leute die auch gerne einmal etwas Anderes verkochen möchten als Tomaten, Kartoffeln und Hähnchen, und trotz manchmal ungewöhnlicher Zutaten ist das Ganze doch immernoch so bodenständig, dass es nicht zu exotisch wird- und es schmeckt vorzüglich!
----- Gliederung -----
Das Kochbuch gliedert sich in 6 Kapitel der Köstlichkeiten:
1 - Eingemachtes und Eingelegtes
2 - Suppenzauber
3 - Aufstriche & Soßen
4 - Zauberhafte Gerichte
5 - Allerlei Verführerisches (Desserts)
6 - Mixturen und Tränke.
Zusätzlich gibt es zu Beginn ein Vorwort, ein Kräuter-ABC über die wichtigsten Küchenkräuter und als kleines Gimmick ganz am Ende eine Seite mit "Flüchen und Zaubersprüchen". Um das Ganze abzurunden ist das Buch auch noch wunderschön illustriert, ich habe selten ein so hübsches, buntes Kochbuch gesehen. Eigentlich viel zu schade um es mit in die Küche zu nehmen, wo es nur beckleckert wird... Als kleiner Kritikpunkt dazu muss man aber sagen, dass die "Schnörkelschrift" der Rezepte zwar sehr schön ist, aber zur besseren Lesbarkeit und zum schnellen Nachschlagen wäre eine etwas klarere, weniger geschwungene Schrift vielleicht doch angebracht gewesen.
----- Rezeptbandbreite -----
Hier mal eine Auswahl an etwas ausgefalleneren Rezepten im Buch, die ich besonders erwähnenswert fand, um einen kleinen Einblick zu geben:
Eingemachte Lavendelpfirsiche, Aprikosenchutney mit Ingwer und Minze, Löwenzahngelee, Kerbelsuppe mit Lachsstreifen, Kressesuppe, Perlhuhn mit Basilikummöhren, Rosmarin-Rehspieße mit Pfifferlingen, Hirschsteaks mit Pflaumensoße, Kürbissalat mit Birnen-Pastinaken-Dressing, Amaranthwaffeln, Hagebuttenparfait mit Zimtsahne, Birnen in Rotwein, Meditationstee, Bretonische Buchweizencrepes, Petersilien-Walnuss-Pesto, Kastaniensuppe....
Besonders mit den raffinierten Desserts kann man gut Gäste überraschen, wie ich selbst bereits austesten durfte, und die zahlreichen Chutneys, Kompotts, Liköre und Mixturen eignen sich wunderbar als Geschenk oder kleines Mitbringsel. Das Buch stelle ich mir auch für Vegetarier sehr interessant vor, da es auch leckere Rezepte zur Verwertung von z.B. Pastinaken, Mangold und Ähnlichem bereithält und somit die reiche Palette an Gemüse ausschöpft, über die oft weniger Rezepte zu finden sind.
Wieviele Rezepte es genau sind kann ich nicht sagen, da sie leider nicht nummeriert sind. Das hätte man vielleicht noch einbauen können. Das Buch hat aber 175 Seiten, von denen bis auf Vorwort, Kräuter-ABC und die "Zaubersprüche" alles Rezepte sind, dabei 1 pro Seite, also ca. 170 Rezepte insgesamt.
----- Anleitungen-----
Ich persönlich fand die Anleitungen sehr gut verständlich. Allerdings sind die meisten Rezepte auch eher einfach, also durchaus für Anfänger geeignet. Ein kompletter Küchen-Neuling sollte man allerdings nicht sein, wer ein umfassenderes Werk sucht, das bei seinen Kapiteln auch noch Zusatzinfo zu bestimmten Zutaten oder Küchengeräten gibt, sollte sich ein umfassenderes Werk suchen (z.B. das dicke gelbe Kochbuch von GU). Man hat sich hier wirklich nur auf die Rezepte beschränkt, die aber glücklicherweise auch für schusseligere Leute Hinweise bereithalten wie "gründlich waschen und abtropfen lassen"- falls man wirklich mal vergessen sollte, dass man Gemüse vor dem Kochen wäscht.. ;). Auch die komplizierteren Gerichte wie die Wild-Hauptspeisen sind gut step-by-step erklärt und ohne eine "Küchenkatastrophe" nachkochbar.
----- Fazit: -----
Ich wusste gar nicht, dass ich mal ausgerechnet von einem Kochbuch so begeistert sein kann! Aber das kleine Ding hat's wirklich geschafft.
Dieses verflixt gute Wunderwerk sollte nicht nur in keiner "guten Hexenküche" fehlen- es ist auch eine Bereicherung für jede "normale" Küche. Wärmstens zu empfehlen!