Eigentlich wollte ich mir nur einen kleinen Überblick darüber verschaffen, wie und warum es zu den bekannten Ausmaßen der Hexenverfolgungen kam.
Doch Brian P. Levack schreckt mit seinem Buch nicht davor zurück, dieses dunkle Kapitel in der europäischen Rechtsgeschichte von allen Seiten und vorallem sehr ausführlich zu beleuchten. Und anders ist dies auch gar nicht möglich, da die Verfolgung der Hexen zu verschiedenen Zeiten und in den einzelnen Regionen unterschiedlich stark ausgeprägt statt fand.
Neben einer Definition des Begriffes "Hexerei" und der Ausbreitung des Hexenglaubens, versucht er, trotz mangelnder Aufzeichnungen aus dieser Zeit, ein klares Bild über die Größenordnung der Verurteilungen und Hinrichtungen zu zeichnen.
Er beschreibt, wie "Beweise" durch Folterung oder Zeugenaussagen beschafft wurden und welche Gründe dazu führten, das sich selbst die nahestehensten Menschen gegenseitig verdächtigten, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein.
Nach der systematischen Analyse des Einflusses durch die Religion und des gesellschaftlichen Umfeldes, erklärt Levack, warum bevorzugt ältere Frauen der Hexerei verdächtigt wurden und wo in Europa, diese regelrechte Jagd auf Hexen, die schlimmsten und die geringsten Ausmaße annahm.
Die insgesamt sehr zahlreich angesammelten Zahlen und Fakten sowie die vielen Betrachtungswinkel Levack's gleichen schon fast den Ausmaßen einer Enzyklopädie. Und das ist auch gleichzeitig der einzigste "Kritikpunkt".
Wer sich grob informieren möchte, wird sicherlich einige Seiten überblättern können. Wer hier jedoch für eine Abhandlung recherchiert, findet Material im Überfluss. Das veranschaulichen auch die rund 50 Seiten mit Quellenangaben, Namen- und Ortsregister, sowie Angaben zur weiterführenden Literatur.