Brian P. Levacks Buch „Hexenjagd" ist eine wissenschaftliche Betrachtung der Hexenverfolgungen in Europa zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Die ersten Kapitel beschäftigen sich mit der Entwicklung des Konzeptes von Hexerei, wegen dessen Leute verfolgt, angeklagt und verurteilt wurden. Die soziologischen, rechtlichen und religiösen Gründe, die zur Entstehung von Hexenjagden beitrugen, werden klar und übersichtlich aufbereitet und als glaubwürdige Theorien durch Prozeßakten und andere Dokumente unterlegt. Ebenso werden deutlich die regionalen Unterschiede herausgearbeitet und aufgezeigt, warum z.B. die Hexenverfolgungen in Deutschland und der Schweiz viel größere Ausmaße annahmen als in Südeuropa oder England. Anhand der selben Kriterien, soziologischer, religiöser und rechtlicher Einflußfaktoren, wird auch der Niedergang und das Verschwinden der Hexenprozesse dargelegt. Ingesamt wird mit einigen Vorurteilen und gängigen Meinungen über die Hexenjagden im „finsteren Mittelalter", die eben nicht im Mittelalter, sondern erst in der Neuzeit stattfanden, aufgeräumt. Das Buch ist eine durchaus spannende und interessante Lektüre, die sich diesem Thema ohne Vorurteile und wissenschaftlich nähert.