Das Letzte, mit dem man rechnet, wenn man auf der Hochzeit des Traumprinzen heulend auf dem Klo sitzt, weil man selbst nicht die Braut ist, ist wohl, dass einem eine Fee erscheint. Vor allem, wenn diese Fee männlich ist, pinke Haare und Koteletten hat und in einem rosa Tütü steckt.
Man kann es Olivia also nicht verdenken, dass sie ihren Traumprinzen in einer Kurzschlussreaktion in einen Frosch verwandeln lässt.
Allerdings bereut sie ihre Tat schon wenig später ' und der Frosch ist auch nur mäßig begeistert. Da die Tütü-Fee sich schleunigst aus dem Staube gemacht hat, bleibt Olivia nichts anderes übrig, als selbst ein Gegenmittel zu ihrem Wunsch zu finden. Sie hofft dabei auf die Hilfe der Internationalen Hexenvereinigung, doch es läuft nicht alles so, wie es geplant war.
Ich finde es toll, jeder der Fantasy und Frauenromane mag ist perfekt bedient. Und wer keine Frauenromane mag (wie ich), dafür aber gern herzhaft lacht, der sollte erst recht zugreifen. Die Tütü-Fee ist der Knüller und auch sonst ist Olivias Geschichte in weitern Strecken einfach nur positiv lächerlich ^^
Aber eines weiß ich, ich trinke nie, nie, nie in England Tee, der mir von irgendwelchen Frauen angeboten wird. Niemals!
Claudia Toman führt einen mit unglaublicher Leichtigkeit durch ihren Roman, dessen Protagonistin wirklich leidgeplagt ist. Nicht nur, dass ihr der Traumprinz grad ernsthaft durch die Lappen zu gehen droht, nein, auf einmal strotzt um sie herum alles nur so vor Magie. Das war doch gestern noch nicht so, oder?
Nach und nach beginnt Olivia an dem "oder?" zu zweifeln. Die Begegnungen, die sich auf ihrem Weg, den Traumprinzen zu entfroschen hat, sind manchmal skurril, manchmal herzzerreißend und manchmal ganz schön erschreckend.
Ich konnte mit Olivia das ganze Buch über total mitleiden, ich hatte immer das Gefühl, dass ich das sein könnte, die da durch London irrt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Das ist die große Stärke von Olivia, sie ist wie du und ich und ihre Wünsche sind ebenfalls solcher Art, dass sie jeder haben kann. Und Olivia ist nicht perfekt, das gefällt mir auch sehr an ihr. Sie stellt sich schon mal weit blöder an als notwendig und mit ihrem Froschprinzen hat sie auch ganz schön zu kämpfen. Der ist nämlich überhaupt nicht begeistert von der Tatsache des Frosch-seins und lässt das ziemlich ausgiebig an Olivia aus. (Das sie an der Frosch-Geschichte nicht ganz unschuldig ist macht die Sache auch nicht gerade besser.)
Ich mag den Frosch fast genauso sehr wie die Tütü-Fee, der ist so schön biestig.